Petition
Weiterhin je eine Schule für beide Frenkentäler

In ihrer Petition fordern Einwohner der beiden Frenkentäler, dass Oberdorf und Reigoldswil zwei getrennte Schulstandorte bleiben.

Jürg Gohl
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bz Basellandschaftliche Zeitung

Den Schülerinnen und Schülern der beiden Frenkentäler graut es vor dem nächsten Schuljahr: Ab August 2011 nämlich gelten in Baselland die neuen Sekundarschulkreise. Bei deren Neueinteilung wurden – letztlich um die Klassengrössen besser ausnutzen zu können und so Bildungskosten zu sparen – die beiden Frenkentäler mit ihren Standorten Reigoldswil und Oberdorf zu einem Schulkreis zusammengelegt. Das heisst: Geht es nach dem Willen von Regierung und Parlament, so müssen überzählige Schüler aus dem einen in das andere Frenkental wechseln.

Dagegen setzt sich eine Interessengruppe zur Wehr, die sich den Namen «Mir gönge i eusem Tal in d Sek» verpasst hat. Ihre Petition an die Regierung, weiterhin zwei Schulkreise zu führen, wurde innerhalb von zehn Tagen von 5144 Personen aus dem Waldenburger- und dem Reigolds-
wilertal unterzeichnet und gestern Nachmittag vor dem Regierungsgebäude in Liestal dem Baselbieter Landschreiber Walter Mundschin offiziell überreicht.

IG will Debatte auslösen

Bereits am kommenden Dienstag wird sich die Gesamtregierung mit der Petition auseinandersetzen und sie an die Petitionskommission weiterreichen. Hanspeter Kumli, Gemeinderat in Hölstein, aber weder als Lehrer noch als Vater von der neuen Schulkreis-Definition direkt betroffen, ist überzeugt, dass die eingereichte Petition nochmals zu einer politischen Debatte führen wird. «Denn über 5000 Unterschriften, die in so kurzer Zeit gesammelt worden sind, können doch nicht einfach in den Wind geschlagen werden», sagt Hanspetere Kumli, «beide Täler stehen vollumfänglich hinter unserem Anliegen.»

Die Initianten machten gestern ein Beispiel: Ein Sekundarschüler aus Hölstein müsste gut 50 Minuten pro Schulweg in Kauf nehmen, wenn er neu nach Reigoldswil fahren müsste, weil in Oberdorf mit ihm seine Klasse zu gross würde. Bei Schülern aus entlegeneren Gemeinden wie etwa Langenbruck wäre der Aufwand entsprechend grösser. Mit dem Velo könnten solche Wege niemandem zugemutet werden, hält die IG in ihrer Mitteilung fest.

Deshalb streichen die Initianten in diesem Zusammenhang auch hervor, dass ein weiterer Schulweg auch zu Mehrausgaben für die Eltern führen würde und letztlich für Familien die Attraktivität des gesamten Bezirks leiden würde. Die beiden Schulkreise umfassen zusammen 14 Gemeinden.

Anfang Jahr hatte sich die Regierung dem Aufbegehren der Bubendörfer gebeugt, die sich dagegen wehrten, ihre Sekundarschüler statt nach Liestal neu nach Reigoldswil zu schicken. Der zu kleinen Reigoldswiler Schule wurde deshalb der rettende Status «Randregion» zugestanden.