Einkleidung
Wenn der Anzug junge Männer zu richtigen Mistern macht

Am Samstag wurden die acht Kandidaten der Mister Nordwestschweiz-Wahl in Liestal für die Show am 16. Juni eingekleidet. Bis die Anzüge sassen, brauchten das Verkaufspersonal und auch die Kandidaten selbst viel Geduld.

Tobias Gfeller
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Smalltalk im Anzug unter den Kandidaten
Die Missen v.l.n.r. Valentina, Carolina S., Carolina B.,Laura, Nadine, Andrea und Jennifer.
Maja Ernst sucht routiniert die passenden Einstecktuecher fuer Yannik Kehris,Florian Gysin und Branislav Joksic heraus
Organisator Martin Thalmann mit seinen Schaefchen
Einkleiden der Miss Nordwestschweizkandidatinnen und den Mister Nordwestchweizkandidaten bei Buetler Fashion in Liestal.
V.l.n.r. Soto, Yannik, Branislav, Guerkan, Fabrice und Werner Buetler, Florian, Simon, Jonathan und Martin Thalmann.
Die Kandidaten und Kandidatinnen erhalten ein Bhaltis und einen Schirm,den Charme haben sie bereits
Die Missen v.l.n.r. Valentina, Carolina S., Carolina B., Laura, Nadine, Andrea und Jennifer.
Die Kandidaten und Kandidatinnen erhalten ein Bhaltis und einen Schirm,den Charme haben sie bereits
Catharina Schwarz zupft noch am Pochettli von Florian Gysin und Kollege Guerkan Kuyucuoglu schaut zu

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Martin Töngi

Eine Drehung da, eine Drehung hier, vier Schritte nach vorne, ein Blick in den Spiegel und stets der fragende Blick: «Wie sehe ich aus?» Zwar sind die acht jungen Männer «nur» Kandidaten für eine regionale Wahl, doch das Model-Gen haben alle bereits in sich.

Sie geniessen es sichtlich, vom Verkaufspersonal des Modegeschäfts Bütler Men's Fashion in Liestal eingekleidet zu werden. Schon Tage zuvor waren die acht Männer einzeln vorbeigekommen, um an Armen, Bauch und Beinen Mass zu nehmen. Nun galt es am Samstag, die fertig angepassten Stücke anzuprobieren.

Schal löst Krawatte ab

Kittel, Hose und Hemd passt - der Anzug sitzt perfekt. Der Oberwiler Jannick Kheris ist begeistert: «Es ist total cool hier. Ich stecke zum ersten Mal in einem massgeschneiderten Anzug.» Auch die Lackschuhe haben es dem 20-jährigen Kandidaten angetan.

«Ich glaube, zum letzten Mal habe ich an meiner Konfirmation einen Anzug getragen.» Auch der modische Schal, der vor allem bei den jüngeren Männern die Krawatte allmählich abgelöst hat, sitzt. Für Kheris steht zuerst einmal im Mittelpunkt, Erfahrungen zu sammeln. Doch fügt er gleich auch an: «Das Ziel wäre natürlich schon, die Wahl zu gewinnen.»

Die Vorbereitung der Frauen viel einfacher

Während die Männer sich einkleiden lassen, stehen die acht Miss-Kandidatinnen daneben und schauen mit neidischen Blicken, wie ihre Kollegen verwöhnt werden. Auch die Kandidatinnen sind Teil des Programms: Wie schon im Vorjahr, spazieren die top gestylten Männer mit den Frauen durchs Stedtli und stimmen so die Passanten auf die Wahl im Grand Casino Basel ein und machen zugleich Werbung für ihre Ausrüster.

Die Vorbereitung der Frauen war im Vergleich zu den Mister-Kandidaten am Samstagvormittag um ein Vielfaches einfacher: Haare richten, Minijupe zurechtrücken und immer wieder den Lipgloss nachziehen.

Während die Männer vom Liestaler Modegeschäft von Werner Bütler ausgestattet werden, haben die Frauen für ihre komplette Garderobe einen anderen Sponsor. Dieser ist bei den Männern auch für die Casual-Linie und die Bademode verantwortlich.

Kandidaten sind modebewusst

Auch der 20-jährige Simon R.* aus Pfeffingen fühlt sich im engen anthrazitfarbenen Anzug pudelwohl. Nur das pinke Hemd stört ihn: «Ich hätte lieber ein weisses Hemd gehabt.» Er ist es sich gewohnt, schick gekleidet zu sein.

Es wird erwartet, dass ich am Arbeitsplatz gut angezogen bin.» Er geniesst die Blicke der Kollegen und der Passanten, die am Geschäft vorbeigehen. Es gefalle ihm, wenn andere ihn betrachten, sagt er mit einem Lächeln: «Es ist besser, eine Person zu sein, die man kennt, als eine, die man nicht kennt.»

Es ist klar, niemand der 16 Frauen und Männer leidet unter mangelndem Selbstbewusstsein. Das weiss auch Geschäftsinhaber Werner Bütler. «Alle sind modebewusst und haben ihre eigenen Vorstellungen.»

Er nimmt den ungewohnten Trubel locker und weiss mittlerweile, wie er mit der speziellen Kundschaft umzugehen hat. Denn schon im Jahr zuvor kleidete er die männlichen Kandidaten ein. Es sei ein Erfolg gewesen und habe ihm im Nachhinein eine breite Resonanz eingebracht.

Bekanntheit steigern

Der im Juni gewählte Mister Nordwestschweiz darf seinen Anzug behalten, die anderen können ihn zu einem stark reduzierten Preis erwerben. Mit diesem Engagement, das auch noch mit einem finanziellen Zustupf an die Wahl-Organisation verbunden ist, verspricht sich Bütler eine Steigerung der regionalen Bekanntheit.

«Wir möchten unseren Laden mal auf eine andere Art an die Leute bringen.» Das Outfit ist denn auch nicht zufällig gewählt: «Wir wollen, dass die ‹Modigkeit› zur Geltung kommt. Und für dies sind junge, sportlich gebaute Männer ideal.»

*Name der Redaktion bekannt