Grellingen
Wenn der letzte Zug fährt, beginnt die Arbeit

Die SBB überholen ihre Bahnlinie im Laufental für 18 Millionen Franken – ein nächtlicher Augenschein. Im Interesse einer zügigen Abwicklung muss die Strecke während der Nacht teilweise oder dann während der Sommerferien komplett gesperrt werden.

Roland Bürki
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Marc Jordi ist Bauleiter bei den SBB Region Mitte.
14 Bilder
Hoch konzentrierte Arbeit zwischen 23 Uhr und 4 Uhr 45.
Mit Lampen ausgestattet arbeiten sich die Männer durch die Nacht.
SBB-Nachtbaustelle: Gleissanierung im Laufental.
Wenn der letzte Zug fährt, beginnt die Arbeit
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Wenn der letzte Zug fährt, beginnt die Arbeit

Marc Jordi ist Bauleiter bei den SBB Region Mitte.

«Dieser Zug fährt nur bis Aesch», die Zugansage mit der Aufforderung, in Aesch in den Bus umzusteigen, dürfte vergangenen Donnerstagabend nach dem FCB-Auftritt in Aarau manche Fans, aber auch Spätheimkehrer auf dem linken Fuss erwischt haben. Ähnlich wie viele Fahrgäste aus dem Jura, die immer wieder nichts ahnend im späten Zug nach Delémont sitzen und nun vor Aesch urplötzlich zur Postautofahrt bis Grellingen gebeten werden.

Natürlich informieren die SBB schon seit geraumer Zeit über die Unterhaltsarbeiten und die damit verbundenen Teil- und Totalsperrungen, doch vieles geht in der heutigen Informationsflut unter oder wird ganz einfach vergessen. In eben dieser wieder einmal sternenklaren Fussballnacht kann die bz vor Ort auf zwei Gleisbaustellen hinter die Kulissen dieser «Investition für eine pünktliche und sichere Bahn» blicken.

Bündelung verschiedener Arbeiten

Szenenwechsel. Die Wände des Bauleiter-Containers auf dem sogenannten Installationsplatz am Grellinger Bahnweg sind mit Bauplänen der Bahnlinie von Aesch bis Liesberg behangen. «Die rund 18 Millionen Franken teuren Unterhaltsarbeiten auf dieser Bahnlinie stellen eine eigentliche Generalüberholung dar», umreisst Marc Jordi, Leiter Bauleitung und Projektoffice SBB Region Mitte, deren Umfang.

Im Interesse einer zügigen Abwicklung müsse die Strecke während der Nacht teilweise oder dann während der Sommerferien komplett gesperrt werden. «Wir erneuern nämlich zwischen Aesch–Grellingen und Laufen–Bärschwil die Entwässerung, den Gleisoberbau sowie die Fahrleitungsanlage», weist Jordi auf das angewandte Clustering-Verfahren, die Bündelung unterschiedlicher Unterhalts- und Erneuerungsprojekte im gleichen Zeitfenster, hin. Die Frage nach allfällig damit erbrachten Vorleistungen für einen späteren Ausbau der Strecke auf die seit langem geforderte Doppelspur kann der Oberbauleiter nur ganz bedingt bejahen. Teilweise etwa bei den Entwässerungsleitungen.

«Es besteht aber noch kein ausgearbeitetes Projekt und auch kein definitiver Realisierungstermin für die Doppelspur. Es wäre deshalb nicht sinnvoll, die wichtigen Unterhaltsarbeiten auf einen noch unbestimmten Termin zu verschieben», hält Jordi fest.

Eingespielte Bautrupps

Kurz vor Mitternacht auf dem Weg zu zwei Baustellen ist das bz-Team in orangefarbener Kleidung und Helm kaum von den beiden Fünfer-Equipen einer externen Gleisbaufirma zu unterscheiden, die von 23 bis 4.45 Uhr zwischen Grellingen und Aesch an neuen Mastfundamenten – 160 an der Zahl – für die Fahrleitung und an der Verlängerung einer bestehenden Stützverbauung arbeiten.

Sicherheitswärter Isa Haziri sorgt sich auf den mit Bagger- und Helmlampen gut beleuchteten Baustellen vorbildlich um die Sicherheit der Presseleute. Zwar ist die Strecke gesperrt, doch die Schienenbagger graben nicht nur bis zu 2,50 Meter tiefe Gruben für die Mastfundamente aus oder ebnen das Terrain für die Gitterkörbe der Stützverbauung, immer wieder fahren sie mit Mulden voll erdig riechendem Aushub an den Arbeitenden vorbei zu den Bahnhöfen in Aesch und Grellingen.

«Zum Glück ist hier kein Felsmaterial», sind die Männer froh, die so schneller vorankommen, zumal jeder Handgriff sitzt.

Zwei Arbeiter spritzen die Betonschalung für den oberen Teil der Mastfundamente mit einem Trennmittel ein, während unter dem Bahndamm kurz nach ein Uhr morgens das letzte Postauto mit den Spätheimkehrern durchfährt. Dass direkt über ihnen harte Männer die Nacht durcharbeiten, ahnen sie nicht. Sie sind froh, trotz Umsteigen mit wenig Verspätung ins Bett zu kommen.

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