Laufen
Wenn morgen die Fasnacht Einzug hält, ist der Stapi mittendrin

Der Laufner Politiker Alex Imhof spielt in einer Gugge und fiebert den kommenden Tagen entgegen. Für bedeutet Fasnacht «in ein anderes Leben eintauchen».

Dimitri Hofer
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Alex Imhof im Kostüm, das er an der letzten Fasnacht trug. Das diesjährige wollte er zwei Tage vor dem Umzug in Laufen noch nicht zeigen.

Alex Imhof im Kostüm, das er an der letzten Fasnacht trug. Das diesjährige wollte er zwei Tage vor dem Umzug in Laufen noch nicht zeigen.

Kenneth Nars

Noch einmal schlafen und die Altstadt von Laufen gehört wieder den Fasnächtlerinnen und Fasnächtlern. Wie vielerorts im Baselbiet veranstalten hier zahlreiche Musikformationen und Wagencliquen einen Umzug.

Mitten im Treiben wird der Laufner Stadtpräsident Alex Imhof sein. Er spielt mit Unterbrüchen seit mehr als dreissig Jahren in einer Gugge, die er mitgegründet hat.

Im Gespräch erklärt er, wieso er sich jedes Jahr auf die Fasnacht freut und wie sich der Brauch während seiner Zeit als Aktiver verändert hat.

Herr Imhof, Sie spielen morgen mit der Nasegrübler Gugge am Umzug in Laufen. Sitzen die Lieder?

Alex Imhof: Ja, die sitzen. Wir hatten vorgestern am Maskenball in Grindel unsere Hauptprobe, die uns geglückt ist. Seit September fanden wöchentliche Proben statt, an denen wir die Stücke immer wieder spielten. Letzten Sonntag machten wir zudem einen Probesonntag, um auf Nummer sicher zu gehen. Wir sind bereit und der Umzug kann kommen.

Welche Stücke wird das Publikum im Stedtli hören können?

Es gibt einen Grundstock an Liedern, die wir jede Fasnacht spielen. Wir versuchen aber, jedes Jahr zwei bis drei neue Stücke einzustudieren. Während des Umzugs spielen wir unser Marsch-Repertoire. Dabei handelt es sich um eher einfachere Nummern, zu denen man gut laufen kann. In den Beizen oder bei einem Guggenkonzert geben wir hingegen anspruchsvollere Arrangements zum Besten. Die neuen Lieder sind häufig aktuelle Popsongs, die viele Menschen kennen. Die Zeiten, in denen wir alte deutsche Schlager intonierten, sind endgültig vorbei. Zum Glück!

Woher kommt Ihre Leidenschaft, in einer Guggemusig zu musizieren?

Ich lernte in meiner Jugend Horn spielen und wollte die Fähigkeiten auch anwenden. Deshalb gründete ich mit einigen Kollegen in der Mitte der Achtzigerjahre die Nasegrübler Gugge Laufen. Dort spielte ich anfänglich Horn, anschliessend Trompete und heute Posaune.

Und unter dem Jahr legen Sie die Posaune weg und üben nicht?

Das ist tatsächlich so. Da ich jedoch auch in der Stadtmusik Laufen spiele, mache ich stets Musik. In diesem Musikverein bediene ich mit dem Euphonium ein anderes Blasinstrument.

Viele Fasnächtler ziehen sich mit der Zeit aus dem aktiven Fasnachtsleben zurück. Haben Sie diesbezüglich Pläne?

Es ist ein Fakt, dass sich die Fasnacht in der Zeit, in der ich dabei bin, stark gewandelt hat. Es ist daher verständlich, wenn sich Leute zurückziehen. Ich finde es aber wichtig, dass sich die Fasnacht verändert. Nur so kann sie lebendig bleiben. Wann ich zurücktrete, weiss ich noch nicht.

Von welchen Veränderungen sprechen Sie?

Ich denke vor allem an die vielen Beizen, in denen an der Fasnacht immer häufiger Musik ab Band gespielt wird. Das war, als ich in den Achtzigerjahren anfing, noch deutlich anders. Wir spielen mit unserer Gugge aber auch dieses Jahr nach dem Umzug in mehreren Restaurants in Laufen. Beim Umzug und den Schnitzelbänken stelle ich hingegen keine grossen Veränderungen fest.

Weshalb betreiben Sie, abgesehen von der Musik, aktiv Fasnacht?

Ich liebe es, an den drei Tagen Laufner Fasnacht in ein völlig anderes Leben einzutauchen. Man kann auf andere Gedanken kommen und sich mit Freunden auseinandersetzen, für welche man den Rest des Jahres oftmals zu wenig Zeit hat.

Gibt es Dinge, die Sie nur während der Fasnacht tun?

Länger wach bleiben.

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