Überbauung
Wie soll sich das Husmatt-Areal entwickeln? – In Hölstein scheiden sich die Geister

Die Bevölkerung und der Gemeinderat von Hölstein diskutieren über die Entwicklung des Husmatt-Areals – und sind sich dabei nicht immer einig.

Simon Tschopp
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Auf dem momentan brachliegenden Husmatt-Areal soll eine Wohnüberbauung entstehen.

Auf dem momentan brachliegenden Husmatt-Areal soll eine Wohnüberbauung entstehen.

Simon Tschopp

Das Husmatt-Areal beschäftigt Hölsteins Einwohnerinnen und Einwohner. Auf der Brache an idealer Lage am nördlichen Dorfeingang soll eine Überbauung zu stehen kommen (siehe Box). Der Gemeinderat hat seine Vorstellungen für die Arealentwicklung mit Ideen für mögliche Nutzungsformen an einem Infoanlass am Montagabend präsentiert. Danach steckten die paar Dutzend Teilnehmenden ihre Köpfe gruppenweise zusammen, debattierten über die gemeinderätlichen Vorschläge und hielten ihre Ideen schriftlich fest.

Der Exekutive schwebt eine Wohnüberbauung mit Ladengeschäft und Café vor. Es soll ein attraktives Angebot für alle Generationen geben, die an guter Lage ein Zuhause finden. Erste Gespräche mit der Wohnbaugenossenschaft Raurach (Liestal) und der Bangerter Bäckerei-Konditorei AG (Lausen) als mögliche Investoren haben ergeben, dass für diese – sollten sie das Vorhaben auf dem Husmatt-Areal realisieren – nur ein Landkauf infrage kommt.

Rückzieher

Ohne Private

Das Husmatt-Areal hat eine Fläche von 5743 Quadratmetern, befindet sich in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen und gehört der Gemeinde Hölstein. Letzten Herbst wurde die alte Turnhalle zurückgebaut, weil sie ausgedient hatte und eine Sanierung zu teuer geworden wäre. Nun soll auf diesem Grundstück eine Überbauung entstehen. Für dieses Projekt Privateigentümer angrenzender Parzellen mit ins Boot zu holen ist kein Thema mehr. Laut dem Hölsteiner Gemeindepräsidenten Gabriel Antonutti müssten sonst zu viele Interessen unter einen Hut gebracht werden. «Wir wollen von Privaten nicht zu fest abhängig sein.» Zudem macht die Wisler Holzbau AG, die ihr Domizil auf einem benachbarten Grundstück hat, derzeit keinen Bedarf geltend. Sie habe investiert und wolle ihr Gebäude noch mindestens die nächsten zehn Jahre stehen lassen, weiss Antonutti.

Doch da gehen die Meinungen in Hölstein stark auseinander. Während der Gemeinderat den Verkauf des Grundstücks bevorzugt, lehnen dies einige Einwohner vehement ab. Diese sähen es lieber, das Land im Baurecht abzugeben, was aber nicht im Interesse der vom Gemeinderat kontaktierten Firmen ist. Ein Knackpunkt. Eine Variante wäre, Hölstein würde selber investieren. «Man nimmt den Aufwand auf sich, aber das ist nicht die Kernkompetenz einer Gemeinde, die dann auch noch das Risiko trägt», gibt Gemeindepräsident Gabriel Antonutti zu bedenken. Und Gemeinderat Andreas Appenzeller warf ein: «Beim Baurecht gäbe es Schwierigkeiten, das ist in Hölstein weniger gefragt als beispielsweise in der Stadt.»

«Tafelsilber nicht verscherbeln»

Einige Bürger fordern sogar, dass das Grundstück vorläufig Brachland bleibt. «Das Tafelsilber nicht verscherbeln», schrieb ein Teilnehmer der Informationsveranstaltung auf ein Blatt. Ein anderer formulierte: «Als strategische Landreserve behalten.» Weitere meinten, bevor man etwas plane, solle der Neubau der Waldenburgerbahn abgewartet werden. Nicht wenige heissen jedoch eine Wohnüberbauung mit Begegnungszone gut. Und positiv hervorgestrichen wurde, dass die Bevölkerung schon früh in dieses Grossprojekt miteinbezogen werde.

Diskussionen gab es auch über eine neue Kultur- und Sporthalle. Nachdem der Gemeinderat damit geliebäugelt hatte, die Wohnüberbauung auf der Husmatt mit einer Halle zu verwirklichen, rückte er wieder davon ab. Eine Halle schränke die Nutzung des Areals ein, begründet der Gemeinderat seine jetzige Haltung. Alternativer Standort sein könnte die Kirchmatt ausgangs Hölstein in Richtung Bennwil. Eine Umfrage bei Schule sowie Vereinen und Organisationen – auch in umliegenden Dörfern – bestätigt den Bedarf nach einer zweiten Halle in Hölstein.

Der Fächer an Ideen und Meinungen ist nun aufgespannt. «Uns ist wichtig, was Ihnen wichtig ist», rief der Gemeindepräsident zum Schluss der Veranstaltung in die Rübmatthalle.

Gegenüber der bz erklärte Gabriel Antonutti: Er sei «sehr erfreut darüber, dass die Leute so stark mitgewirkt haben, und wir nun wissen, was für sie wesentlich ist. Damit können wir arbeiten.» Antonutti macht keinen «grossen» Widerstand gegen das Projekt aus. Wenn nur die Gretchenfrage nicht wäre: Landverkauf oder Baurecht?

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