Wildschweinschäden
Wildschweine auf Verwüstungszug bis in Liestaler Wohngebiete

Aufgewühlte Wiesen und Felder sind dieser Tage keine Seltenheit: Die Wildschweine kommen ungewöhnlich nahe ans Siedlungsgebiet. Dieses Jahr gibt es sehr viele Wildschweine. Ein Grund dafür ist, dass 2012 im Wald sehr viel Nahrung vorhanden war.

Lisa Henn
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Wildschweine kommen in letzter Zeit ungewöhnlich nahe ans Siedlungsgebiet.

Wildschweine kommen in letzter Zeit ungewöhnlich nahe ans Siedlungsgebiet.

Keystone

Viele Bewohner von Liestal und Umgebung sind betroffen: Die Wildschweine haben einige Gärten und Rasenflächen verwühlt. Das kommt die Betroffenen teuer zu stehen.

«Sie sind auf Nahrungssuche, vor allem nach tierischem Eiweiss, das sie im Wald zurzeit nicht finden können. Deshalb suchen sie auf den Feldern nach Würmern.» sagt Othmar Bürgin, zuständiger Wildhüter bei Jagd Baselland. Um diese zu finden, müssen sie im Boden herumwühlen.

Schäden in der Landwirtschaft

Die Verwüstungen auf den Feldern treffen vor allem Landwirte. Sie können als Schutzmassnahme Elektrozäune um ihre Felder aufstellen, damit diese von den Vierbeinern verschont bleiben. Aber die Zäune verlieren im Fall von viel Schnee oder überwachsenen Pflanzen an Wirkung. Dann können die Tiere ohne grosse Mühe durch diese Zäune dringen.

Damit es nicht noch mehr Wildschweine gibt, versuchen die Jäger der Region, den Bestand so niedrig wie möglich zu halten. «Diese Jagdsaison haben wir bisher 90 Wildschweine geschossen», sagt Bürgin. Es sei aber gar nicht so einfach, ein Wildschwein zu erwischen, weil sie sehr schlau seien und dann vorsichtiger würden.

Die Tiere sind für uns Menschen generell keine Gefahr. Dazu Bürgin: «Wildschweine können nur dann bedrohlich werden, wenn sie Junge haben oder verletzt sind.» Man soll sich bei der Begegnung mit einem Wildschwein ruhig verhalten, sich zwar bemerkbar machen, aber nicht nähern. Dass es überhaupt zu einer Begegnung kommt, ist unwahrscheinlich. «Sie nehmen Menschen eher wahr als wir sie und fliehen daher rasch, da sie menschenscheu sind», sagt Kantonstierarzt Ignaz Bloch gegenüber «Onlinereports».