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Der Fuchs verliert in der Region Basel die Scheu vor dem Menschen

Die roten Vierbeiner kommen immer näher an die Siedlungen. In Dornach haben sie eine ungewöhnliche Beschäftigung gefunden.

Dimitri Hofer
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Ob dieser Dornacher Fuchs so unschuldig ist, wie er dreinblickt?

Ob dieser Dornacher Fuchs so unschuldig ist, wie er dreinblickt?

zvg/Susan Gallati

In der Region Basel lässt sich beobachten, welche Folgen die zunehmende Verbauung für die Natur hat: Da der Mensch ihnen näher kommt und Lebensraum wegnimmt, verlieren Füchse immer mehr die Scheu. In Siedlungsgebieten kann das zu schönen Begegnungen mit den Tieren, aber auch zu unangenehmen Konsequenzen führen.

Nicht nur in ländlichen Gebieten ist es heute keine Seltenheit mehr, auf einen Fuchs zu treffen. Auch in der Agglomeration und der Stadt sind Füchse unterwegs.

«Der Fuchs ist zu einem klassischen Kulturfolger geworden»,

sagt Gabriel Sutter, fürs Baselbiet zuständiger Fachspezialist Jagd beim Amt für Wald beider Basel. «Wo Menschen sind, gibt es Unterschlupf und Nahrung. Deshalb locken besiedelte Gebiete häufig Füchse an.»

Pelzige Schuhdiebe sorgen für Aufruhr im Schwarzbubenland

In der Stadt Basel sind seit längerer Zeit Füchse zu finden. In diesem Jahr lässt sich eine leichte Zunahme des Basler Fuchsbestands feststellen. «Dieser bewegt sich jedoch immer noch auf einem normalen Niveau», erklärt Toprak Yerguz, Mediensprecher des Basler Justiz- und Sicherheitsdepartements. Schwankungen bei der Population seien normal. Im Baselbiet sei die Situation in diesem Jahr gemäss Sutter «nicht aussergewöhnlich».

Im Gegensatz dazu machen Menschen in Dornach in diesen Tagen spezielle Erfahrungen mit Füchsen. Auf der Gemeinde-Homepage weisen die Verantwortlichen der Ortschaft im Schwarzbubenland auf die derzeit hohe Anzahl von Füchsen in Dornach hin:

«Sie dringen in Wintergärten ein, schlafen auf geschützten Sitzplätzen, machen es sich auf Sesseln bequem oder kommen sogar in die gute Stube hinein.»

Auf Facebook postete bereits vor einem Monat eine Dornacherin etliche Fotos von bunten Schuhen, die in mehreren Gärten gefunden wurden. Stibitzt hat die Schuhe eine Fuchsfamilie, deren Tat auf Video festgehalten wurde. Ihre ungewöhnliche Beute brachten die Füchse in ihren Bau am Lehenweg oder liessen sie auf dem Weg in einem Garten liegen.

Die ungewöhnliche Beute der Dornacher Fuchsfamilie.

Die ungewöhnliche Beute der Dornacher Fuchsfamilie.

zvg/Susan Gallati

Mehrmals müsste der Wildhüter erkrankte Tiere vom Leid erlösen

In Dornach seien es aktuell vor allem junge Tiere, die den Weg in die Wohnquartiere finden. «Die älteren Füchse verfügen schon über ihre Reviere. Die Jüngeren sind neugieriger», sagt der für Dornach zuständige Wildhüter Werner Ehrsam. In diesem Jahr habe er schon vier Füchse erlegen müssen, die an Räude erkrankt waren. Habe man das Gefühl, ein Fuchs leide an Räude, soll man ein Foto des Tieres schiessen und dem verantwortlichen Wildhüter zukommen lassen.

Abgesehen vom nicht alltäglichen Schuhklau können andere Probleme mit den Tieren auftreten. «Füchse bedienen sich gerne an Abfallsäcken oder weggeworfenen Lebensmitteln», so Toprak Yerguz.

«Auch werden Füchse teilweise bewusst gefüttert. Dadurch können sie zutraulich bis aufdringlich werden.»

Auf keinen Fall sollten sie gefüttert, angefasst oder angelockt werden. Bei einer Begegnung gelte: Sich ruhig und zurückhaltend verhalten.

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