Blindenhunde
«Wir haben ein Herz für Hunde und Menschen»

Der Verein für Blindenführhunde und Mobilitätshilfen bildet seit einem Vierteljahrhundert Vierbeiner aus. Dieses Wochenende feiert der Verein sein 25-Jahr-Jubiläum im Ausbildungs- und Begegnungszentrum Weideli in Liestal.

Madlaina Balmer
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Der Blindenführhund «Blue» und sein Halter sind auf einer Wanderung im Jura. zvg

Der Blindenführhund «Blue» und sein Halter sind auf einer Wanderung im Jura. zvg

Die Blindenhunde sind wichtige Helfer im Alltag von stark sehbehinderten oder blinden Menschen. Dieses Wochenende feiert der Verein für Blindenführhunde und Mobilitätshilfen (VBM) sein 25-Jahr-Jubiläum im Ausbildungs- und Begegnungszentrum Weideli in Liestal.

Hans Jörg Adler leitet den Verein und wird von Regula Fischer, administrative Mitarbeiterin, unterstützt. Der VBM wurde 1986 von Walter H. Rupp ins Leben gerufen. Rupp war Grenzwächter in Allschwil und begann als Erster in der Schweiz, Blindenhunde auszubilden. Adler lobt seinen Chef: «Rupp hat Pionierarbeit geleistet. Davor hat die Schweiz die Blindenhunde aus dem Ausland bezogen.» Er erklärt, dass er die Ausbildung zum Blindenführhund-Instruktor bei Rupp gemacht habe. Adler arbeit bereits die ganzen 25 Jahre für den VBM in Liestal.

Ein guter Begleiter

Er schätzt: «In unserer Region gibt es rund 4000 Menschen, die stark sehbehindert sind.» Die Blindenführhunde gäben den Betroffenen mehr Selbstständigkeit und seien gute Freunde im Alltag, sagt der Vereinsleiter. Der VBM zählt gegenwärtig 13000 Mitglieder in der ganzen Schweiz. Die Ausbildungszeit pro Hund kostet rund 60000 Franken. Adler sagt, dass die Ausgaben des Vereins hauptsächlich durch Spendengelder gedeckt würden.

Der Verein organisiere auch verschiedene Aktionen wie Kuchen- und Weihnachtsstände, um die Vereinskasse aufzubessern. Im letzten Jahr habe der VBM 13 Blindenführhunde erfolgreich ausbilden können. Nicht jeder Hund besitze die Anlagen zum Blindenführhund, ergänzt der Leiter. Der Labrador sei beispielsweise sehr geeignet. «Für Personen, die eine Allergie haben, empfehlen wir den Königspudel», sagt Adler. Dieser verliere nämlich keine Haare und sei folglich für Allergiker geeignet. «Nicht jeder Sehbehinderte erhält einen Blindenführhund», ergänzt er. Dass sie verweigert werden, passiert aber nur selten: In den letzten 25 Jahren hätten lediglich rund zehn Personen eine Absage erhalten. «Einige wollten den Hund nur, um sicher über die Strasse zu gelangen und nicht als einen wertvollen Begleiter.» Der Hund sei mehr als ein banales Hilfsmittel.

Anspruchsvolles Training

Der Lehrgang des VBM verlangt von den Vierbeinern höchste Konzentration und sehr viel Geduld. Die anspruchsvolle Ausbildung dauert rund drei Jahre. Zuerst werde der Welpe bei einer Familie in den «Kindergarten» geschickt. Dort lerne er den Umgang mit verschiedenen Personen und dürfe ausgiebig herumtollen. Anschliessend werde er gezielt trainiert und auf seine alltäglichen Aufgaben vorbereitet, erklärt der Leiter. Ein Blindenführhund verbringt 350 Stunden im Führgeschirr und legt nach der Schulung eine vom Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) anerkannte Prüfung ab. Danach erhält der Vierbeiner einen Platz bei einem sehbehinderten oder blinden Menschen. Der VBM betreut die neue Halterin und ihren Hund ein halbes Jahr lang. «Denn sie müssen sich aneinander gewöhnen», sagt Adler.

Weitere Infos zum Jubiläum des VBM unter www.blindenhund.ch