Frenkendorf
«Wir sind alle der Ansicht, dass hier kulturell etwas laufen sollte»

Die Kulturgruppe Frenkendorf zeigt eine Ausstellung der einheimischen Künstlerin Stéphanie Bucher. Wer steckt hinter der Gruppe, die seit zehn Jahren Kultur ins Dorf bringt?

DANIEL AENISHÄNSLIN
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Stéphanie Bucher, Ursula Krebs und Claude «Glood» Mesmer mitten in derAusstellung im Bürger- und Kulturhaus Frenkendorf.

Stéphanie Bucher, Ursula Krebs und Claude «Glood» Mesmer mitten in derAusstellung im Bürger- und Kulturhaus Frenkendorf.

Mitten im Dorfkern betreibt eine Gruppe von sechs Einwohnern das Bürger- und Kulturhaus Frenkendorf. Zumindest dessen Kleinkunst-, Vortrags- und Ausstellungsbetrieb bestreitet der Zirkel. «Wir sind bloss eine kleine, lose Gruppe, kein Verein mit Statuten», sagt Ursula Krebs. «Und wir sind alle der Ansicht, dass in Frenkendorf kulturell etwas laufen sollte.» Seit zehn Jahren präsentiert die Gruppe ein Programm.

Noch bis zum 23. November stellt Stéphanie Bucher einen Querschnitt durch ihr Werk aus. Die abstrakte Malerin ist in Füllinsdorf aufgewachsen. «Ich habe sie nie aus den Augen verloren», sagt Krebs, die Bucher früher oft in der Gemeindebibliothek der Nachbargemeinde angetroffen hat. Heute lebt und arbeitet Stéphanie Bucher im französischen Le Rousset. Das Licht im Burgund sei sehr schön und inspirierend, schreibt die 46-Jährige auf ihrer Website. Starke Farben und Experimentierfreude prägen ihre Bilder. An der Vernissage am vergangenen Samstag gaben auch ihre Malereien auf Plexiglas zu reden. Im Dezember wird Pedro Navarro mit Flamenco das Programm 2014 beschliessen.

Resonanz ist «unterschiedlich»

70 Stühle oder 80 Quadratmeter beträgt der Platz im Foyer des ehemaligen Pfarr- und späteren Gemeindehauses. Hier las schon Dani von Wattenwyl aus seinen Krimis, äusserte sich Helmut Hubacher zu aktuellen Themen und musizierte Martin von Rütte. Nicht fehlen darf in der Event-Chronik Mitbegründer und Kulturgruppen-Mitglied Glood Mesmer. Nachdem er vor zehn Jahren von der Frenkendörfer Bürgergemeinde einen Kulturpreis zugesprochen erhalten hatte, regte er an, das Bürgerhaus zu einem Kulturhaus zu machen. Seine Idee hat überlebt und bietet den Kulturschaffenden aus Frenkendorf und Umgebung eine Plattform.

Die Resonanz in der Bevölkerung falle «ganz unterschiedlich» aus, sagt Ursula Krebs. «Unsere grössten Konkurrenten sind wichtige Fussballspiele und gutes Wetter», präzisiert sie, «auf alle Fälle kann ich sagen, dass die älteren Leute eine Sonntagsmatinee bevorzugen.» Manchmal platze das Bürger- und Kulturhaus aus allen Nähten. Kürzlich war Willi Leu zu Gast. Der ehemalige Frenkendörfer Sekundarlehrer und Weltumsegler hatte seine Abenteuer im Koffer mit dabei. Jeder Stuhl sei besetzt gewesen. Und die Stühle, über die verfügt die Kulturgruppe eigentlich gar nicht. Diese stellt jeweils das Restaurant Wilder Mann gleich gegenüber zur Verfügung.

Die Frenkendörfer Kulturförderer honorieren ihre Gäste gewöhnlich mit 400 Franken. Ihre Einnahmen generieren sie mit freiwilligen Auftritten, dem Getränkeverkauf während ihrer Anlässe und einem Zustupf der Gemeinde. «Das reicht knapp, um unsere Unkosten zu decken», Ursula Krebs, «aber es ist immer wieder spannend, den Kulturschaffenden zu begegnen».

Stéphanie Bucher, Mouvement vers le Mont-Blanc 2014. Täglich 15 bis 20 Uhr. Sonntag, 23. November 11 bis 15 Uhr. Bürger- und Kulturhaus Frenkendorf, Hauptstrasse 2.

www.buerger-kulturhaus-frenkendorf.ch, www.artbucher.fr