Sissach
Wo der Buuser Grössenwahn auf den Strich(code) geht

Das Wetter, an der Fasnacht ohnehin Nebensache, lockte wiederum Tausende an das erste Grossereignis der heurigen verrückten Tage, an den Umzug in der Bezirksmetropole Sissach, um der fasnächtlichen Obrigkeit vom Strassenrand aus die Ehre zu erweisen.

Otto Graf
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Fasnacht in Sissach
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Fasnacht in Sissach
Fasnacht in Sissach
Fasnacht in Sissach
Fasnacht in Sissach
Fasnacht in Sissach
Fasnacht in Sissach
Fasnacht in Sissach
Fasnacht in Sissach
Querschleger Diektä
Schluckspächtä Oltige
Fasnacht in Sissach
Nootächaotä
Fasnacht in Sissach
Fasnacht in Sissach
Bloosbälg Gälterchinde
Bloosbälg Gälterchinde
Fasnacht in Sissach
Fasnacht in Sissach
Fasnacht in Sissach
Fasnacht in Sissach
Fasnacht in Sissach
Fasnacht in Sissach
Fasnacht in Sissach
Wüelmüüs Rickenbach
Nuggi Clique Sissach

Fasnacht in Sissach

Kenneth Nars

Wurde vor einem Jahr die geplatzte Fusion mit dem Stadtkanton gründlich und genüsslich parodiert, standen gestern eher lokale Ereignisse und andere Dramen im Mittelpunkt des Geschehens.

So rückte ein Flecken unter der Roten Flue, wo sich sonst Fuchs und Chüngel Gute Nacht sagen, in die Schlagzeilen der Räbhübel-Schlurgi aus Böckten.

Chüngeldorf heisse der Ort fortan, verkündeten die Leute im Hasen-Look auf dem Wagen. Dazu verteilten sie grosszügig Rüebli an das gemeine Volk und meinten:

Chüngel müesse im Pfarrhuus blyybe,
süscht het d’Volksstimm nüt me z’schryybe.

Wie die aus der Fusion zwischen Sissach und Zunzgen entstandene Stadt heisst, wird man wohl erst an der nächsten Fasnacht erfahren.

Immerhin das neue Gemeindewappen steht bereits, wie ein Züglein zeigte. Der grosse Vorteil der Heirat: Auf dem Areal des zugeschütteten Röstigrabens liesse sich problemlos eine neue Kunsti bauen.

Über Geld redet man nicht

Die derzeit etwas knappen Finanzen des Kantons waren erstaunlicherweise eher ein Randthema. Und wie jedes Jahr nahmen mehrere Gruppierungen ein Jubiläum als Sujet. Diesbezüglich stellten die Tunnelrueche Tecknau den Rekord auf.

«Öisi Garage wird 100» nannte sich deren Wagen. Gemeint war das schwarze Loch mit dem Schienenstrang nach Olten, das die SBB seit genau einem Jahrhundert befahren.

Letztere wollen entgegen der Meinung der Wagenbesatzung von einem Jubiläumsfest in Tecknau partout nichts wissen.

Die Fasnächtler aus Buus, seit vielen Jahren bekannt für ihre Monstergefährte an den Umzügen, schwangen punkto Ausmasse auch heuer obenaus, dicht gefolgt von der Konkurrenz.

Die einheimischen Bierstürzer etwa spannten ihrem Wagen eine SBB-Lok, die Re 460, vor und ernteten gewaltiges Aufsehen und noch mehr Bewunderung.

Nicht ganz klar ist, warum sich die holde Weiblichkeit der Oltigerschnitten zu ihrem Zehnjährigen ausgerechnet das Outfit besenreitender Hexen zulegte. Selbstverständlich kam das Publikum samt Backrezept auch heuer in den Genuss der original Oltigerschnitte.

Zahlreiche Formationen bestachen durch ihre schöne Kostümierung, so die Aerdwyybli aus Thürnen und die Burn-Out-Rugger aus Rünenberg, um wahllos zwei Beispiele herauszugreifen.

Da der Sissacher Umzug mit dem Valentinstag zusammenfiel, wurden die Frauen gestern besonders grosszügig mit Mimösli und Rosen beschenkt.

Insgesamt begaben sich 43 Wagen, 18 Guggen und 5 Cliquen auf die zweistündige Tour durch die Sissacher Gassen mit Ziel Postplatz.

Die hohe Zahl von 66 Gruppen unterstreicht zweifellos den Stellenwert des Umzugs an der Fasnacht und stellt einen Publikumsmagnet sondergleichen dar.

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