Peter Zwick
Zahlreiche Trauergäste nahmen im Arlesheimer Dom Abschied von Peter Zwick

Mit einer Trauerfeier im Dom von Arlesheim haben am Freitag Familie, Freunde, Politiker und weitere Trauergäste Abschied von Regierungsrat Peter Zwick genommen. Der CVP-Politiker und Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektor war letzten Samstag 62-jährig gestorben.

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Die Trauerfeier wurde auf eine Grossleinwand übertragen.
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Trauerfeier für Peter Zwick im Dom von Arlesheim
Ein Kranz des Bundesrates zum Gedenken von Peter Zwick.
CVP-Bundesrätin Doris Leuthard wär unter den Trauergästen.
CVP-Präsident Christophe Darbellay.
Grossratspräsident Conradin Cramer und die Regierungsräte Christoph Eymann und Baschi Dürr (v.l.)
Bundes- und Kantonsweibel.
Die Baselbieter Regierungspräsidentin Sabine Pegoraro und ihr Regierungskollege Adrian Ballmer

Die Trauerfeier wurde auf eine Grossleinwand übertragen.

Nicole Nars-Zimmer

An der Trauerfeier erwiesen die Baselbieter Regierung in corpore, Bundesrätin Doris Leuthard, Nationalratspräsidentin Maya Graf, Vertreter weiterer Kantonsregierungen sowie Bundes- und Kantonsparlamentarier Zwick die letzte Ehre. Geleitet wurde der Abschiedsgottesdienst von Pfarrer Felix Terrier.

Liebenswert, lebensfroh und feinfühlig

Die Baselbieter Regierungspräsidentin Sabine Pegoraro würdigte Zwick als liebenswerten, lebensfrohen, feinfühligen Menschen, der jeden so akzeptiert hat, wie er war. Er sei sehr gesellig und dem Baselbiet zutiefst verbunden gewesen, und aus dieser Liebe heraus habe er politisiert. Mit voller Kraft habe er sich für den Kanton engagiert.

Als Gesundheitsdirektor habe sich Zwick mit sehr komplexen Dossiers befassen müssen, sagte Pegoraro weiter. In den letzten Monaten habe er auch heftige, aus ihrer Sicht teils zu heftige Kritik einstecken müssen. Wie weit ihn dies persönlich und wie tief ihn dies getroffen habe, könnten wir nicht wissen.

Zwick, der einem Krebsleiden erlegen ist, habe gewusst, dass ihm nicht mehr sehr viel Zeit bleiben würde. Das sie nur noch so kurz bemessen sein sollte, das allerdings habe niemand geahnt. "Wir nehmen heute Abschied von einem Menschen, der bis zum Ende guten Mutes gewesen ist", sagte Pegoraro.

Auch die Baselbieter CVP-Präsidentin Sabrina Mohn und Zwicks Bruder würdigten den Verstorbenen. Der Abschiedsgottesdienst in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche wurde auf eine Leinwand auf den Arlesheimer Domplatz übertragen.

Zwick war 2007 in die Regierung gewählt und 2011 bestätigt worden. Er genoss breiten Rückhalt in der Bevölkerung, hatte er doch jeweils das drittbeste Resultat aller Kandidaten erzielt. Zuvor war Zwick Präsident der CVP/EVP-Landratsfraktion wie auch Präsident des Landeskirchenrats der römisch-katholischen Landeskirche Baselland gewesen.

Rede von Regierungspräsidentin Sabine Pegoraro

Liebe Trauerfamilie
Sehr geehrte Frau Nationalratspräsidentin Maya Graf
Sehr geehrte Frau Bundesrätin Doris Leuthard
Sehr geehrter Herr Landratspräsident Jürg Degen
Sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter von Bund, Kantonen und Gemeinden sowie der r.-k. Landeskirche
Liebe Trauergemeinde

Eine vertraute Stimme schweigt.
Peter Zwick, den wir alle gut gekannt haben, lebt nicht mehr.
Wir können es alle immer noch nicht glauben.
Der Regierungsrat, der Landrat und die Baselbieter Bevölkerung sind sehr bestürzt und traurig über den Verlust eines liebenswerten, lebensfrohen, feinfühligen Menschen. Dieser Verlust schmerzt uns. Und er schmerzt die Familie noch viel mehr. Den Angehörigen spreche ich im Namen von uns allen unser tief empfundenes Beileid aus. Wir wünschen Euch viel Kraft in dieser schweren Zeit.
Peter Zwick hatte die Gabe, allen Menschen auf der richtigen Augenhöhe zu begegnen. Das hat ihn zu dem wertvollen Menschen gemacht, als den wir ihn alle gekannt und geschätzt haben. Niemand hatte je das Gefühl, von ihm nicht verstanden zu werden. Denn er hatte die Fähigkeit, sich immer auch in die Position seines Gegenübers zu versetzen.
Er hat jeden Menschen so akzeptiert, wie er war, mit allen Ecken und Kanten. Und er hat nicht geurteilt.

Peter Zwick war auch ein sehr geselliger Kollege. Stand ein Anlass bevor, so scheute er sich nie, beim Organisieren tatkräftig mitzuhelfen. So hat er mancher Festivität zum Erfolg verholfen und ihr gleichzeitig eine besondere, persönliche Note verliehen. Das war zum Beispiel beim Auftritt der drei Kantone Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Jura an der Olma 2010 der Fall. Damals war er so richtig in seinem Element.
Oder an seinem 60. Geburtstag vor knapp drei Jahren, den er in einem grossen Kreis mit seinen Freunden und seiner Familie genossen hat.
Überhaupt, Peter Zwick konnte gut „festen". Das haben wir, seine Regierungskollegen, spätestens bei der ersten gemeinsamen Regierungsreise nach Hamburg feststellen dürfen. Und wir haben gerne mit gefestet.
Peter Zwick war dem Baselbiet zutiefst verbunden, ja er hat es geliebt. Aus dieser Liebe heraus hat er politisiert. Es war für ihn eine Selbstverständlichkeit, den Kontakt mit der Bevölkerung intensiv zu pflegen. Von seiner Volksverbundenheit und seiner Beliebtheit zeugen die guten Wahlresultate in den Jahren 2007 und 2011.
Peter Zwick betrat das politische Parkett im Jahr 1995 durch seine Wahl in die Gemeindekommission Münchenstein. Ab 1999 war er Mitglied des Landrates, wo er in der Personalkommission und in der Bau- und Planungskommission Einsitz hatte. Er stand vier Jahre lang der CVP/EVP-Fraktion vor, dann wurde er 2007 in den Regierungsrat gewählt. Vorher hatte sich Peter Zwick auch für die römisch-katholische Kirche eingesetzt. Von 1986 bis 1998 präsidierte er die Kirchgemeinde Münchenstein und von 2000 bis 2007 den Landeskirchenrat Basel-Landschaft.
Peter Zwick hat sein Regierungsamt mit Freude ausgeübt, und er hat sich mit voller Kraft für den Kanton engagiert. Als Volkswirtschaftsdirektor hat er einen engen Kontakt zu unseren Unternehmen gepflegt. Er wollte wissen, wo sie der Schuh drückt. Und wo er helfen konnte, hat er geholfen.
Als Gesundheitsdirektor hat er sich mit teilweise sehr schwierigen und komplexen Dossiers befassen müssen. Eines davon war die Verselbständigung der Baselbieter Spitäler, die er letztendlich erfolgreich und mit Zustimmung des Volkes vollzogen hat.
Ich will hier nicht verschweigen, dass Peter Zwick in den letzten Monaten auch heftige Kritik hat einstecken müssen, sowohl im Landrat wie auch in den Medien. Aus meiner Sicht war das zum Teil zu heftig. Wie weit ihn das persönlich und wie tief ihn das getroffen hat, können wir nicht wissen. Spuren hat es aber sicher hinterlassen.

Ich danke Peter Zwick für seinen grossen und unermüdlichen Einsatz, den er zum Wohle des Kantons geleistet hat und bei dem er von seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern tatkräftig unterstützt worden ist.
Peter Zwick hat über sich als Mensch und über seine Gefühle kaum je grosse Worte verloren. Das hat sich schlagartig geändert, als er mit einer schonungslosen Diagnose konfrontiert worden ist. Im klaren Bewusstsein seiner Lage und seiner Verantwortung hat er uns umfassend über seinen Gesundheitszustand informiert. Er hat gewusst, dass ihm nicht mehr sehr viel Zeit bleiben würde. Dass sie nur noch so kurz bemessen sein sollte, das allerdings ahnte niemand.
Peter Zwick hätte sein Amt gerne geordnet einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin übergeben.
Doch die Zeit hat dafür nicht mehr gereicht.
Wir nehmen heute Abschied von einem Menschen, der bis zum Ende guten Mutes gewesen ist. Der auch andern immer wieder Mut gemacht hat. Man hat seine Lebensfreude und Zuversicht gespürt, bis zum Schluss.
Punkto Menschlichkeit können wir alle Peter Zwick zum Vorbild nehmen.
Der Trauerfamilie versichere ich, dass wir alle in Gedanken bei Euch sind. Wir werden dem Verstorbenen ein ehrendes Andenken bewahren.