Basellandschaftliche Zeitung
Ziegelhof ist weg, die bz aber bleibt in Liestal

Mit einer Feier wurde der neue Redaktionsstandort der bz in Liestal offiziell eingeweiht. Für die geladenen Gäste stand aber ein anderer Aspekt im Vordergrund: dass die bz überhaupt noch in Liestal präsent ist.

Bojan Stula
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Rein geografisch ist es nur eine Veränderung um wenige Dutzend Meter. Vom Lüdin-Hochhaus an der Rheinstrasse 3 ist die bz-Redaktion im vergangenen Dezember in den Stadtmärt an der Rheinstrasse 16 gezügelt. Doch dieser kleine Schritt für das Umzugsunternehmen ist in mehrfacher Hinsicht ein grosser für die Zeitung und ihre Leserschaft.

Erstmals arbeiten die 14 in Liestal tätigen Redaktorinnen, Redaktoren, Volontäre und Praktikanten in einem Grossraumbüro zusammen. Die Arbeitsumgebung ist moderner als am alten Standort – nicht zuletzt wegen der brandneuen Videowand, die seit diesem Montag der bz-Redaktion die Zeitungsproduktion erleichtert. Auf acht Monitoren lässt sich nun die Entstehung aller Regionalseiten simultan überwachen.

Für manchen der geladenen Gäste stand am gestrigen offiziellen Eröffnungsakt aber ein ganz anderer Aspekt im Vordergrund: dass die bz überhaupt noch in Liestal präsent ist. Mitte 2010 hielt sich im Kantonshauptort hartnäckig das Gerücht, dass die bz nach Aarau an den Hauptsitz der AZ Medien verlegt werden würde. Mit der Einweihungsfeier konnte Verleger Peter Wanner die fast vollständig versammelte politische Elite des Kantons endgültig vom Gegenteil überzeugen. Die neuen Redaktionsräume sollen laut Wanner als Signal dafür verstanden werden, dass die bz auch in Zukunft aus nächster Nähe ihren Informationsauftrag wahrnehmen und als Forum für die politische Diskussion dienen werde.

Und dies erst noch in einem verbesserten wirtschaftlichen Umfeld. Nach zwei «äusserst schwierigen Jahren» mit massiv zurückgegangenen Werbeerträgen konnten die AZ Medien das Geschäftsjahr 2010 dank drastischer Sparmassnahmen erfolgreich abschliessen. «Das Schlimmste ist überstanden», verkündete Wanner in seiner gestrigen Ansprache. Für die bz ist diese Aussage gleichbedeutend mit einer Aufstockung ihres Personalbestandes. Seit Anfang des neuen Jahres kann die bz-Redaktion vom neuen Standort aus täglich zwei Regionalseiten mehr produzieren.

Zwischen Apéro-Häppchen und Polit-Smalltak war es die Liestaler Stadtpräsidentin Regula Gysin, die das geflügelte Wort von Karl Lüdin von 1929 aufnahm, dass es der Welt gut geht, solange es noch Ziegelhof-Bier und die bz gebe. Die Ziegelhof-Brauerei ist inzwischen aus Liestal verschwunden. Die bz dagegen präsentiert sich 2011 verwurzelt wie eh und je und mit steigender Auflage.