Erweiterung
«Zolli beider Basel» in weiter Ferne, aber möglich

In Binningen und Basel reden einige bereits vom «Zolli beider Basel». So weit ist man aber noch nicht. Aber zumindest mittel- bis langfristig könnten sich die Zoo-Verantwortlichen vorstellen, Richtung Binningen zu expandieren.

Michel Ecklin
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Hier könnte der Basler Zoo ausbauen: Die Schutzmatte unterhalb des Dorenbach-Viadukts.

Hier könnte der Basler Zoo ausbauen: Die Schutzmatte unterhalb des Dorenbach-Viadukts.

Nicole Nars-Zimmer

Wird man die Tiere des Zollis in Zukunft auch auf Baselbieter Boden betrachten können? Das legt ein Vorstoss nahe, den Philippe Spitz im Binninger Einwohnerrat eingereicht hat. Der Sozialdemokrat meint darin, es seien «erste Bestrebungen in Basel erkennbar», dass der Zoo Basel unter der Margarethenbrücke hindurch seine öffentlich begehbare Fläche auf Baselbieter Boden verlängern könnte.

Für die fast 15'000 Quadratmeter grosse Schutzmatte in Binningen hat der Zoo nämlich bereits jetzt ein Baurecht bis ins Jahr 2070. Der Zoo betreibt dort ein Ersatzgehege und Futterproduktion. Spitz sieht in einer Erweiterung die Chance, «den Freizeitwert Binningens zu erhöhen».

Zoo macht sich Gedanken

In eine ähnliche Richtung zielte im vergangenen August ein Vorstoss des (mittlerweile zurückgetretenen) Basler Grossrats Emmanuel Ullmann (GLP). Für ihn wäre die Erweiterung auf Landboden eine Stärkung der «Institution Zolli als bikantonale Einrichtung». Beide Parlamentarier wollen wissen, wie der Regierungsrat beziehungsweise der Binninger Gemeinderat zu einer allfälligen Erweiterung stehen. Der Vorstoss von Spitz ist hängig, die Basler Regierung antwortete Ullmann, ihr seien keinerlei Erweiterungspläne bekannt.

Eine Nachfrage beim Zoo zeigt: Konkrete Erweiterungspläne gibt es zwar tatsächlich nicht. Doch der Zoo hat sich sehr wohl bereits Gedanken gemacht, ob er eines Tages mehr Platz brauchen könnte. «Unsere mittel- bis langfristige Gesamtplanung bezieht solche Gedanken ein», erklärt Heidi Rodel, Projektleiterin Planung.

Bereits im Planungsstadium befindet sich das Projekt Ozeanium, das auf dem heutigen Parkplatz an der Heuwaage entstehen soll. Auf allen anderen Seiten ist der Zoo umgeben von dicht bebauten Stadtgebieten – ausser in Richtung Binningen. «Dort ist die letzte Fläche, wo wir etwas tun könnten», sagt Rodel.

Tierschutz fordert mehr Flächen

Zu einer allfälligen Erweiterung der begehbaren Fläche könnte die sich verschärfende Tierschutzverordnung führen. «Sie erfordert immer mehr Flächen für die Tierhaltung, sicher nicht weniger», sagt Rodel. Denkbar ist aber auch, dass der Zolli zusätzliche Tierarten anschafft und deswegen neue Gehege gebaut werden sollen. Diesbezüglich ist aber noch nichts geplant. Fest steht nur, dass der Zoo auch in Zukunft Grosstiere zeigen will. Und die jetzigen Nutzungen auf der Binninger Schutzmatte könnte man wohl verschieben, zumindest teilweise, denn ein Teil des Futters muss frisch produziert werden.

Unter dem Strich kommt Rodel zum Fazit, dass der Zoo in Zukunft «eher mehr als weniger Fläche» beanspruchen wird. Sie stellt aber auch klar: «Eine Erweiterung wird sicher nicht vor dem 150-Jahre-Jubiläum 2024 stattfinden.» Zudem müssen die finanziellen Mittel für eine Erweiterung vorhanden sein.

Kein Thema ist und war es jemals, das Ozeanium anstatt auf der Basler Heuwaage in Binningen zu erstellen. «Das würde überhaupt nicht dorthin passen», sagt Rodel. Und in einem «Zolli beider Basel», wie er den beiden Politikern in Basel und Binningen vorschwebt, kann sie «keine werbetechnischen Vorteile» erkennen.

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