«Zootier des Jahres»
Vom Aussterben bedroht: Das Pustelschwein ist der Star des Jahres 2022

«Zootier des Jahres» 2022 ist das Pustelschwein. Der Titel geht an stark bedrohte Arten, die in der Öffentlichkeit nur wenig Beachtung finden.

Lea Meister
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Das Pustelschwein ist das Zootier des Jahres 2022.

Das Pustelschwein ist das Zootier des Jahres 2022.

Zoo Basel

Der Zoo Basel setzt sich als Mitglied des Verbandes der Zoologischen Gärten (VdZ) dafür ein, mit der Kampagne «Zootier des Jahres» auf Arten aufmerksam zu machen, die stark bedroht sind, jedoch nur wenig öffentliche Aufmerksamkeit erhalten.

Zoo Basel

Im Jahr 2022 geht der Titel an das Pustelschwein, wie der Zoo Basel am Mittwoch mitteilte. Zwei solche Tiere leben im Zolli Basel auf einer Gemeinschaftsanlage mit Panzernashörnern und Zwergottern. Sie sind fast sieben Jahre alt, weiblich und heissen Rani und Panay. 2017 zogen sie aus dem Zoo Rotterdam nach Basel. Sie gehören mit 80 bis 100 Zentimetern Kopfrumpflänge und einer Schulterhöhe von rund 60 Zentimetern zu den eher kleineren Schweinen. Ihren Namen haben sie aufgrund der pustelförmigen Schwellungen im Gesicht erhalten.

Gründe für die Bedrohung sind vielfältig

Zoo Basel

In der Wildnis kommen die Visayas-Pustelschweine nur auf den westlichen Visayas-Inseln auf den Philippinen vor und ihr Bestand ist in den letzten 20 Jahren stark zurückgegangen. Die Gründe dafür, weshalb die Tiere vom Aussterben bedroht sind, sind vielfältig. Einerseits werden sie gejagt, weil sie beim Fressen Felder zerstören und ihr Fleisch auf dem Markt einen höheren Preis erzielt als dasjenige der Hausschweine. Andererseits wird vom Menschen durch Abholzungen stark in ihren Lebensraum eingegriffen, wodurch viele Populationen zersplittert sind. Auch die afrikanische Schweinepest gefährdet die kleinen Populationen.

Der Erlös der Zootier des Jahres Kampagne 2022 fliesst in ein Projekt zur Erforschung wirkungsvoller Barrieren zwischen Wild- und Hausschweinen. Das Projekt soll die negativen Erlebnisse zwischen den Tieren und der Lokalbevölkerung minimieren. Der Zoo Basel beteiligt sich ebenfalls finanziell an diesem Artenschutzprojekt.

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