Basler Sexkoffer
Zu pornografisch: Post will Broschüre von Sex-Box-Gegnern nicht verteilen

Für die Post sind die Aufklärungsbilder der Basler Sexkoffer für Kindergärtler pornografisch. Sie verbietet deshalb den Versand einer Petition, die mit Auszügen aus den Lehrmitteln für Stimmung sorgt.

Rüdi Steiner
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Sex-Box
9 Bilder
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Inhalt der Sex-Box
Holzpenisse und Plüsch-Geschlechtsteile
ex-Box
Puppen aus der Sex-Box
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Holzpenisse

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Keystone

Das Gestürm um die Basler Sex-Box ist um ein Kapital reicher. Dieses Mal geht es aber nicht um den Koffer und dessen Inhalte selbst, sondern um einen politischen Vorstoss der vier Nationalräte Nationalräte Pius Segmüller (CVP) Ulrich Schlüer (SVP), Walter Messmer (FDP) und Andreas Brönnimann (EDU). Diese hatten eine Petition «Gegen die Sexualisierung der Volksschule» lanciert, die sie nun sämtlichen Erziehungsdirektoren zustellen wollten.

Die Petitionäre hatte die Rechnung aber ohne die Post gemacht. Diese will die «heisse» Petition nämlich nicht transportieren, wie «20 Minuten» heute berichtet. Grund. Schlüer und Co. legten der Petition auch noch eine Broschüre bei, die nebst Plüschvagina und Holzpenissen auch intime Einblicke in die Basler Lehrmittel zulässt.

Pornografische Bilder

Ein Bild aus einem Aufklärungsbüchlein zeigt eine nackte Frau, die ihrem ebenfalls nackten Partner ein Kondom überstülpt. Das geht der Post zu weit - sie weigert sich, die Petitionsbroschüre flächendeckend zu verbreiten. «Bilder mit primären Geschlechtsorganen gelten als pornografisch. Die Verbreitung von solchen Inhalten wurde von der Post gestoppt», sagt Sprecher Mariano Masserini zu «20 Minuten».

Petitionär Ulrich Schlüer sieht sich bestätigt. «Bilder, die Erwachsenen nicht verteilt werden dürfen, werden als Lehrmittel für 4-Jährige verwendet. Das ist ein absoluter Skandal.»

Der Erziehungsdirektor Christoph Eymann kann den Entscheid der Post nachvollziehen.

Gegen den Vorwurf der Pornografie jedoch wehrt er sich: «Bei mir kommt eher ein bisschen Schadenfreude gegenüber den Petitionären auf. Ich stufe vor allem die Broschüre als geschmacklos ein, nicht aber den Inhalt des Koffers. Früher hat man das Abrollen eines Präservativs mit Bananen geübt, heute sind es Holzpenisse - dies hat aber noch lange nichts mit Pornografie zu tun», so Eymann zum Gratisblatt.