Baselland
Zusammen mit dem Jugendnaturschutz «Natur erleben statt nur sehen»

Im Verein Jugendnaturschutz Baselland lernen Kinder den spielerischen Umgang mit der Mutter Natur. Der Verein verfügt über konstante Mitgliederzahlen und erfreut sich grosser Beliebtheit.

Micha Gasser
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Der Jugendnaturschutz hat unter anderem den Weiher im Naturschutzgebiet in Itingen saniert. ZVG

Der Jugendnaturschutz hat unter anderem den Weiher im Naturschutzgebiet in Itingen saniert. ZVG

Hier werden Kinder zu Forschern und Waldarbeitern, zu Naturschützern und Detektiven. Seit über 40 Jahren gibt es den Jugendnaturschutz Baselland, bestehend aus Mitgliedern der Umweltschutzorganisation Pro Natura. Die teilnehmenden Kinder sind zwischen 8 und 14 Jahre alt und durchleben beim Jugendnaturschutz eine aufregende Zeit.

Aus Aktivmitglied wird Leiter

Viele der Leiter sind selbst schon als Kind durch die abenteuerliche Zeit beim Jugendnaturschutz gegangen. Sie stellen einen grossen Teil des sehr jungen Leiterteams. Ist man
14 Jahre alt und ein Mitglied, so kann man zu einem Jungleiter werden. Sobald man dann die Volljährigkeit erreicht hat, kann man sich durch den Jugend- und Sport-Kurs zu einem Leiter ausbilden lassen. Dadurch bleiben dem Jugendnaturschutz viele Kinder erhalten und ausserdem ist die Gefahr des Personalmangels um einiges kleiner. Das ist auch ein Grund, weshalb das Verhältnis zwischen Kindern und Leitern so gut ist.

In diesem grossen Leiterteam gibt es aber auch Leute, die nicht bereits als Kinder dabei waren, sondern erst später Gefallen an der Organisation gefunden haben. So zum Beispiel bei Sarah Bühler, einer Leiterin und J+S-Ausbildnerin. Sie stiess durch Freunde auf die Organisation und fand sofort Freude an der ehrenamtlichen Arbeit mit den Kindern.

Natur an Schulen vernachlässigt

Dass der richtige und verantwortungsbewusste Umgang mit der Natur an den hiesigen Schulen nur mangelhaft behandelt wird, ist laut Bühler ein grosses Defizit. «Ökologie sollte fest im Stundenplan verankert werden, denn, wenn die Kinder und Jugendlichen die Natur kennen, schützen sie diese auch viel eher», antwortet die Leiterin auf die Frage nach der Bedeutung solcher Institutionen für Kinder. Der Jugendnaturschutz hilft den Kindern, eben diese Natur nicht nur zu sehen, sondern sie auch zu erleben. Bühler lobt dazu noch das System des Kanton Waadt, wo die Kinder viel mehr auf das Thema Naturschutz sensibilisiert werden, als das hier der Fall ist.

«Wir wollen den Kindern die Natur im weitesten Sinne näher bringen», erklärt Bühler. Das geschieht durch Anlässe alle zwei Wochen am Samstag mit spielerischen und abenteuerlichen Aktivitäten und durch Exkursionen. Die Organisation besitzt eine Waldhütte mitten in einem Naturschutzgebiet bei Itingen. Jedes Jahr erfolgen ausserdem ein Pfingstlager und ein Sommerlager, die sich beide sehr grosser Beliebtheit erfreuen. Die Freude der Kinder stehe in den Lagern eindeutig im Vordergrund, sagt Bühler, «diese Lager sind aber auch für uns jeweils ein schönes Erlebnis.»

Mitgliederzahlen sind konstant

Dass die Teilnahme der Leiter an diesen Lagern auf freiwilliger Basis und ohne Entlöhnung stattfindet, scheint sie nicht davon abzuhalten, im Gegenteil. Laut Bühler gehen diese Dinge an die zeitliche Substanz, «es lohnt sich aber auf jeden Fall».

Während viele Vereine über Mitgliederschwund klagen, erfreut sich der Jugendnaturschutz konstanter Mitgliederzahlen. Die Anmeldungen für die jeweiligen Lager überschreiten sogar die vorhandenen Platzkontingente. «Wir sind eine sehr konstante Gruppe und geniessen grosse Unterstützung von allen Seiten, auch wenn es mittlerweile schwieriger wird, Kinder für den Naturschutz zu begeistern», meint Bühler dazu. Die grosse Unterstützung des Muttervereins betont derweil Urs Chrétien, Geschäftsführer von Pro Natura Baselland: «Dem Jugendnaturschutz Baselland gilt unsere grösste Wertschätzung.»