Bubendorf
Zweiter Anlauf für das neue Mehrzweckhallen-Projekt

Die Meinungen über das neue Mehrzweckhallen-Projekt sind geteilt. Schon gegen das erste Vorhaben wurde das Referendum ergriffen. Über das neue Projekt wird nun am 8.Februar an der Urne abgestimmt.

Simon Tschopp
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In Bubendorf hängen nur Plakate für den Neubau der Mehrzweckhalle des Pro-Komitees. Die Gegner verzichteten auf eine Plakatkampagne.Martin Töngi

In Bubendorf hängen nur Plakate für den Neubau der Mehrzweckhalle des Pro-Komitees. Die Gegner verzichteten auf eine Plakatkampagne.Martin Töngi

Martin Toengi

«Das Projekt ist immer noch viel zu teuer», kritisiert Michael Steg vom Referendumskomitee. «Die neue Mehrzweckhalle überzeugt durch ihre Funktionalität, die Gestaltung und auch bezüglich Kosten», entgegnet Gemeinderat Matthias Mundwiler. Und Hansjörg Meyer vom Komitee «Pro Mehrzweckhalle» ist überzeugt: «Bubendorf braucht diese Halle.»

Die Meinungen über das neue Mehrzweckhallen-Projekt sind geteilt. Schon gegen das erste Vorhaben wurde das Referendum ergriffen. Dieses kam durch, die ursprünglich geplante Halle wurde im November 2012 vom Volk bachab geschickt. Danach setzte sich eine 13-köpfige Arbeitsgruppe mit damaligen Referendumsführern zusammen und redimensionierte das Projekt, ohne die Funktionalität wesentlich einzuschränken. Nun betragen die Investitionen rund 8,9 Millionen Franken, also eine Million weniger als die erste Variante.

«Neue Halle ist ein Zweckbau»

Das ist dem Referendumskomitee immer noch zu viel. «Die Architektur ist zu aufwendig, deshalb auch die hohen Kosten», meint Steg. Zudem vermisst er die Unterkellerung, die ja bestehend sei. «Die Gemeinde müsste beim verdichteten Bauen mit gutem Beispiel vorangehen. Die Baukosten sind reine Schätzungen mit einem Spielraum von plus-minus 15 Prozent», beanstandet Michael Steg.

Matthias Mundwiler, der als Gemeinderat die Arbeitsgruppe geleitet hat, lässt diese Kritik nicht gelten: «Die neue Mehrzweckhalle ist ein Zweckbau und keineswegs prestigeträchtig. Die Gebäudehülle passt gut ins Dorfbild.» Weiter erklärt Mundwiler, dass eine Unterkellerung das Projekt extrem verteuern würde und auch nicht nötig sei. «Wir haben den Platzbedarf abgeklärt. Dieser ist nicht vorhanden, auch in fünf oder zehn Jahren nicht.»

Hansjörg Meyer vom Pro-Komitee betont, dass die jetzige Halle im Unterhalt viel zu teuer sei. «Um sie betriebstüchtig zu halten, müssten über zwei Millionen Franken investiert werden, und die Halle bleibt alt. Das ist zum Fenster hinausgeworfenes Geld.» Als Mitglied der Gemeindekommission und der Arbeitsgruppe, die das neue Projekt aufgegleist hat, sagt er: «Ich bin tief in dieses Projekt involviert und weiss, wovon ich rede.» Gemeinderat Matthias Mundwiler bläst ins gleiche Horn: Vielen Bubendörfern sei gar nicht bewusst, in welch schlechtem Zustand die alte, bald 60-jährige Halle sei.

«Wollen nicht viel Geld ausgeben»

Der Abstimmungskampf ist gegen aussen kaum wahrnehmbar. Das Pro-Komitee, das etwa zehn Personen zählt, hat im Dorf 15 Plakate aufgehängt und Flyer verteilt. Die gegnerische Seite verzichtet gänzlich darauf. «Wir wollen nicht viel Geld ausgeben. Weder Vereine noch politische Parteien haben wir hinter uns», erklärt Michael Steg und erwähnt weiter: Sie nähmen den Abstimmungskampf ernst. Ihre Argumente seien stark genug. «Wir wollen die Leute nicht auf plakativer Ebene blenden.»

Für die neue Mehrzweckhalle werben neben dem Pro-Komitee die Gemeindekommission, die SP-Ortssektion, der Schulratspräsident, der Schulleiter, ehemalige Gemeinderätinnen sowie der pensionierte Gemeindeverwalter. Der Gemeinderat setzt sich ebenfalls klar für das Projekt ein, hält sich aber bewusst zurück. Laut Mundwiler kommt es der Exekutive entgegen, dass sich Gruppierungen und Einzelpersonen für die neue Mehrzweckhalle stark machen. «Darüber sind wir sehr froh. Wir spüren den Rückhalt in der Bevölkerung.»

Über den Ausgang der Referendumsabstimmung in zweieinhalb Wochen will sich niemand aus dem Fenster lehnen. Referendumsführer Steg: «Die Allgemeinheit soll entscheiden. Wir sind gespannt auf das Ergebnis.» Gemeinderat Matthias Mundwiler glaubt: «Wir haben das Möglichste gemacht.» Gefühlsmässig sollte das Projekt an der Urne eine Mehrheit finden, aber eine geheime Abstimmung ist eben immer unberechenbar.