Zukunftsplanung
Zwingen fühlt Bevölkerung auf den Zahn

Mit einem Umfragebogen und einem Workshop sollen die Bedürfnisse der Zwingner eruiert werden, um die Zukunft des Dorfes optimal zu gestalten. An einer Orientierungsversammlung erklärte der Gemeinderat das Vorgehen.

Gaby Walther (Text und Foto)
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Gestaltung von Zwingen: Wie die Dorfkernzone aussehen soll, ist eine der vielen Fragen, welche die Bevölkerung beschäftigen sollen.

Gestaltung von Zwingen: Wie die Dorfkernzone aussehen soll, ist eine der vielen Fragen, welche die Bevölkerung beschäftigen sollen.

Zwingen sucht den Weg in die Zukunft. Die Bevölkerung soll ihre Meinung zu den Themen Revision Dorfkernplanung, Raumplanung, Verkehrsentwicklung und Lebensqualität äussern. Ein Entwicklungskonzept, gültig für die nächsten 15 bis 30 Jahren, soll für das Dorf entstehen.

«Es ist dem Gemeinderat wichtig, zu spüren, welche Wünsche und Anliegen die Bevölkerung hat. Mit dem Konzept können wir gegen aussen auftreten, unsere Wünsche gegenüber dem Kanton stark machen und uns im Projekt Zukunftsbild Laufental-Thierstein positionieren», erklärte Gemeindepräsident Benno Jermann an der Orientierungsversammlung vom 18. März.

Problem: Schuldenlast

Zwingen habe einer der schönsten Dorfkerne der Region, sagte Victor Holzemer von der Firma Raumplanung Holzemer. Doch die Dorfkernplanung von 1981 sei nicht mehr aktuell. Die Abgrenzung des Dorfkerns und die Klassifizierung der Bauten müssen neu festgelegt werden.

Zwingen habe ein moderates Wachstum, eine gute Durchmischung von Wohn- und Gewerbezonen, rund 180 Unternehmen mit 900 Arbeitsplätzen, aber auch eine hohe Schuldenlast, eine überalterte kommunale Infrastruktur und einen hohen Durchgangsverkehr.

Wie soll sich Zwingen weiterentwickeln? Wo ist bauliche Verdichtung möglich? Wie soll sich das Areal bei der Papierfabrik, beim ehemaligen Arizonapool oder beim Bahnhof verändern?

Es stelle sich auch die Frage, welche Vor- und Nachteile die vom Kanton geplante Inertstoffdeponie der Gemeinde bringen würde und ob das Primarschulhaus der Auflage von «Harmos» und «Lehrplan 21» genüge, so Holzemer.

Jermann sprach die Umfahrung Laufen-Zwingen an, welche seit 40 Jahren in Planung sei. Dieses Thema, genau so wie die mangelhafte Sicherheit auf der Hinterfeldstrasse, gehören zwar ins Hoheitsgebiet des Kantons, doch es sei gut, wenn Zwingen eine klare Position aufweisen könne.

Zwingen hat grosse Pläne

Nicht nur Raumplanung und Verkehr möchte die Gemeinde analysieren, sondern auch die Lebensqualität soll beurteilt werden. Es ist ein grosses Projekt, welches Zwingen sich vorgenommen hat.

Ein Anwesender befürchtete dann auch, dass am Schluss die Auswertungen in einem Ordner verschwinden und in Vergessenheit geraten würden.

Natürlich bestehe diese Gefahr, meinte Jermann, doch er sei überzeugt, dass das Projekt nachhaltig Erfolg haben werde. «Wir legen einen roten Faden für die nächsten Jahre. Wir wollen nicht nur Empfänger der Auflagen des Kantons sein, sondern auch unsere Wünsche anbringen», erklärte Jermann.

Die Bevölkerung ist nun aufgefordert, den Fragebogen, welcher an alle Haushalte verteilt wurde, bis zum 18. April auszufüllen. Ein Blatt mit einer aufgelisteten Analyse von Zwingen zu den Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken soll beim Ausfüllen helfen.

Im Workshop vom 6. Juni soll die Bevölkerung die ausgewerteten Ergebnisse vertiefen und am 30. Juni werden die Ergebnisse und das weitere Vorgehen präsentiert. Anschliessend erfolgen die Erarbeitung und Verabschiedung des Raumentwicklungskonzepts sowie die Revision der Dorfkernplanung.

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