Partnerschaft
Zwischen den beiden Basel hängt der Haussegen schief

Nach dem Baselbieter Nein zu höheren Theatersubventionen steckt die Partnerschaft in der Krise. In der Stadt ist man irritiert über den unzuverlässigen Partner, auf dem Land ärgert man sich über die Arroganz der reichen Städter.

Bojan Stula, Hans-Martin Jermann und Boris Burkhardt
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Der Zwist zwischen den beiden Balser Regierungen spitzt sich zu

Der Zwist zwischen den beiden Balser Regierungen spitzt sich zu

AZ

Als der Baselbieter Finanzdirektor Adrian Ballmer letzte Woche die definitive Vorlage des Sparpakets vorstellte, geisselte die Basler Regierung diesen Schritt als «Belastungsprobe für die ganze Region».

Damit verbunden war eine Warnung an das Baselbiet: «Nicht infrage kommt, dass die einseitigen Sparbemühungen zu einer substanziellen Mehrbelastung des Kantons Basel-Stadt führen.» Ein ebenso ungewöhnlicher wie aussagekräftiger Vorgang, der Bände spricht über die bilateralen Beziehungen. Und der gemeinsamen Konfliktfelder sind tatsächlich viele.

Baselland spart auf Stadt-Kosten

So setzt das Baselbiet in der Spitalplanung auf Eigenständigkeit und hofft ohne Basels teure Infrastruktur auf billigere Krankenkassenprämien, während der Stadtkanton auf ein starkes Universitätsspital pocht, das man am liebsten gemeinsam mit Baselland führen möchte. Auch bei Uni und FHNW ärgert sich Basel-Stadt zunehmend über die mangelnde Solidarität des Landkantons: 30 Millionen bei der Fachhochschule, 15 Millionen bei der Uni wollen Regierungen und Parlament sparen.

Den FHNW-Beitrag kann Bildungsdirektor Urs Wüthrich wohl mit einem Kompromiss retten; bei der Uni steht er aber machtlos gegen die bürgerliche Mehrheit im Regierungsrat.

Gipfeltreffen soll Wogen glätten

Neben den ganz grossen Brocken belastet die grimmige Partnerschaft das Vorwärtskommen bei konkreten Projekten. So verzichtet Basel-Stadt derzeit bewusst auf die weitere Projektierung einer 50-Meter-Schwimmhalle, solange aus dem Landkanton keine Garantie für die Übernahme von mindestens einem Drittel der Kosten kommt. Womit beim jetzigen Baselbieter Kassenstand nun wirklich niemand rechnet.

Immerhin: Die beiden Kantonsregierungen scheinen den Ernst der Lage erkannt zu haben. Bei einer gemeinsamen Klausur in Bottmingen nahmen die Basler und Baselbieter Regierungsräte gestern Nachmittag eine grosse Auslegeordnung vor. Über Ergebnisse dieses Gipfeltreffens war bis Redaktionsschluss gestern Abend nichts bekannt.