Augst
Zwischenerfolg für Gegner der Strassensanierung: Absenkung auf Eis gelegt

Die Baselbieter Wirtschaftskammer triumphiert wegen des Planungsstopps in Augst. Dank des Drucks der Baselbieter KMU hat die Baselbieter Regierung die geplante Absenkung der Hauptstrasse um bis zu 80 Zentimeter auf Eis gelegt.

Bojan Stula
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Aufatmen trotz Abgasen: Die geplante Absenkung der Augster Hauptstrasse ist auf Eis gelegt, die befürchtete Schneise durchs Dorf kommt vorerst nicht.

Aufatmen trotz Abgasen: Die geplante Absenkung der Augster Hauptstrasse ist auf Eis gelegt, die befürchtete Schneise durchs Dorf kommt vorerst nicht.

Martin Töngi

Das Triumphgeheul der Wirtschaftskammer ist unüberhörbar: Dank des Drucks der Baselbieter KMU habe die Baselbieter Regierung die geplante Absenkung der Hauptstrasse in Augst auf Eis gelegt.

Gleichzeitig kündigt die Gewerbevereinigung an, dass dieser Widerstand auch für den umstrittenen, aus ihrer Sicht KMU-feindlichen Rückbau der Rheinstrasse zwischen Frenkendorf und Liestal Modellcharakter haben wird.

«Der Druck der KMU-Wirtschaft bleibt jedenfalls bestehen. Er wird seine Wirkung nicht verfehlen», droht Wirtschaftskammer-Direktor Christoph Buser unverblümt in Richtung seiner FDP-Parteikollegin, der Baselbieter Baudirektorin Sabine Pegoraro.

Diese erwidert, Buser habe mit seiner Forderung nach einem Neuanlauf in Augst bei ihr «sowieso nur offene Türen eingerannt».

Vorerst nur neuer Deckbelag

Tatsächlich hat die Baselbieter Regierung in der zweiten Sommerferienwoche in ihrer Antwort auf Busers Postulat «Umfahrung Augst - sofort!» den sofortigen Planungsstopp bisheriger Projekte bei der Sanierung der Augster Hauptstrasse angekündigt.

Statt der geplanten Absenkung der Hauptstrasse um bis zu 80 Zentimeter, um in Zukunft das SBB-Viadukt auch für Sondertransporte passierbar zu machen, wird das Tiefbauamt 2015 einzig den maroden Strassenbelag ersetzen.

Davor wird die Gemeinde die ebenso maroden Wasserleitungen erneuern, wie der Augster Gemeindepräsident Andreas Blank gegenüber der bz bestätigt.

Alle anderen Vorhaben bezüglich der Umgestaltung der Ortsdurchfahrt und der angedachten Südumfahrung müssen grundsätzlich überarbeitet werden. Das Resultat dieser revidierten Auslegeordnung wird in eine völlig neue Landratsvorlage für einen Planungskredit im ersten Halbjahr 2014 münden.

Sollte für die Umfahrung Augst keine geeignete Lösung gefunden werden, «wird die Projektierung für die Ortsdurchfahrt Augst (. . .) entsprechend fortgesetzt», wie die Baselbieter Regierung Anfang Juli festgehalten hat.

«Die Absenkung der Hauptstrasse ist damit vorerst nur verschoben, nicht ganz abgesagt», betont Regierungsrätin Pegoraro. Die Regierung habe weiterhin den gesetzlich bindenden Auftrag, eine «Versorgungsroute Typ I» durch Augst zu garantieren, was die Passierbarkeit für Sondertransporte beinhaltet.

Ob dies mittels einer Umgestaltung der Hauptstrasse oder einer neuen Südumfahrung geschieht, sollen die Zusatzabklärungen ergeben.

Erbitterter Widerstand in Augst

Gegen die befürchtete Schneise mitten durchs Dorf, welche die Strassenabsenkung nach sich ziehen würde, hat sich in Augst erbitterter Widerstand formiert. Federführend ist hierbei die IG Hauptstrasse Augst, die eine Unterschriftensammlung für eine Petition zuhanden des Kantons lanciert hat.

Stiess die Ankündigung des Planungsstopps im Sommerloch zunächst auf wenig Resonanz, ist das Thema durch Busers Tirade in der jüngsten Ausgabe der Gewerbezeitung wieder aufgeflammt.