Seit Jahren erfreut sich Basel steigender Übernachtungszahlen, und dies ohne Unterbruch. Seit 2012 hat sich das Nachfragewachstum sogar noch beschleunigt. Es stieg von 0,2 Prozent auf 5,9 Prozent in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres.

Auch das Angebot wurde grösser. Im ersten Halbjahr 2015 wurden mehrere Hotels fertig gebaut. Doch das Zusatzangebot – 10 Prozent mehr Zimmer im ersten Halbjahr – wurde fast vollständig abgesetzt. Gründe für diese Entwicklung liegen beim stetigen Geschäfts-, Messe- und Eventtourismus. Eitel Sonnenschein also?

Genf in der Schweiz Spitze

Ein gestern erschienener Städtevergleich der Forschungs- und Beratungsfirma BAK Basel Economics relativiert die Position Basels. Sie stellt fest, dass Basel in einer «Benchmark» von 15 europäischen Destinationen bloss an 14. Stelle liegt (vgl. Tabelle). Auf Platz eins liegt Barcelona, die «beste» Schweizer Stadt ist Genf (Platz fünf), Zürich liegt auf Platz 10. Überdies ist Basel im Untersuchungszeitraum 2007 bis 2015 in der Rangliste zurückgefallen: 2007 lag Basel noch auf Platz neun.

Städtetourismus im Vergleich

Städtetourismus im Vergleich

Konkurrenz war noch besser

Was ist da passiert? Die Nachfragesteigerung der hier betrachteten internationalen Städte war noch besser als in den fünf grössten Schweizer Städten, erklärt Projektleiterin Natalia Held. Am erfolgreichsten ist Barcelona, welches bei steigenden Übernachtungszahlen die höchste Hotelbelegung erreicht hat. Ausserdem hätten die Hoteliers in der katalonischen Stadt im Vergleich zum restlichen Spanien höhere Preise durchsetzen können. «Barcelona ist eine sehr beliebte Destination», sagt sie.

Stark verbessert hat sich die Position von Florenz (von Rang 8 im Jahr 2007 auf Rang 2) und München (von Rang 7 auf Rang 3).

Der Erfolg von Genf sei auf die «ausgezeichnete Ertragskraft und die überdurchschnittliche Auslastung» zurückzuführen, schreibt die BAK in einer Medienmitteilung. Auch Zürich verfüge über eine sehr gute Belegung.

Bereits in der Vergangenheit verlor der Schweizer Städtetourismus gemäss BAK leicht Marktanteile, denn die betrachteten Destinationen aus dem internationalen Umfeld konnten die Übernachtungszahlen noch deutlicher steigern (+ 3,7 Prozent).

Wenige Saison-Schwankungen

Basel und auch Genf haben über das Jahr hinweg eine relativ ausgeglichene Nachfrage, also wenig Saisonschwankungen. Das macht das Geschäft rentabler und etwas einfacher – eine gute Nachricht für die Basler Hoteliers. Die weniger erfreuliche Nachricht: 2016 könnte härter werden. Denn viele Reisen dürften noch vor dem Eurokurs-Einbruch vom Januar gebucht worden sein. «2015 gab es noch viele Buchungen. Der Wechselkursschock wird vermutlich erst im kommenden Jahr voll durchschlagen», so Natalia Held. «Doch ins Minus dürfte das die Schweizer Städte dennoch nicht stürzen.»

Fakt ist: Bereits in diesem Jahr gab es in Basel Monate, in denen die Zahl der ausländischen Touristen schrumpfte. Hingegen wurden sie kompensiert durch Touristen aus dem Inland. Das dürfte vorab am Event- und Messetourismus liegen.

Neue Hotels

In den kommenden Jahren werden in Basel einige neue Hotels gebaut. Anfang 2016 werden das Hotel Nomad am Brunngässlein (Krafft-Gruppe, 65 Zimmer) und das «Motel One» an der Freien Strasse (143 Zimmer) eröffnet, Ende 2016 das Ibis im Grosspetertower (186 Zimmer) und Ende 2018 das Mövenpick beim Bahnhof (260 Zimmer, Ersatz für das Hilton beim Bahnhof).