Kontakt- und Anlaufstellen
Basler Junkies geht es so schlecht wie nie

Zwar ist die Zahl der Drogenabhängigen in der Region Basel seit Jahren leicht rückläufig. Der Betreuungsaufwand an den sogenannten Kontakt- und Anlaufstellen (K+A) für Drogenabhängige am Wiesenkreisel und auf dem Dreispitz nimmt hingegen seit 2008 jährlich zu.

Leif Simonsen
Merken
Drucken
Teilen
Die Kontakt- und Anlaufstelle am Wiesenkreisel soll durch einen Neubau ersetzt werden.

Die Kontakt- und Anlaufstelle am Wiesenkreisel soll durch einen Neubau ersetzt werden.

Kenneth Nars

Wie dem regierungsrätlichen Berciht zur «Leistungs, Kosten und Prämienentwicklungs» entnommen werden kann, hat sich das Volumen an «intensiven Betreuungen» in den vergangenen sieben Jahren beinahe verfünffacht. 2015 musste das Personal der K+A 4561-mal eingreifen, weil sich ein Drogenabhängger in einer Notsituation befand und beispielsweise ins Koma zu fallen drohte.

Walter Meury, Geschäftsführer der Suchthilfe beider Basel, bestätigt die Entwicklung. Heute seien die Sauerstoffschläuche zur Beatmung der Drogenabhängigen viel häuiger in Betrieb als früher. Für den verschlechterten Gesundheitszustand der rund 2500 Drogenabhängigen in der Region gibt es zwei Gründe.

Zum einen ist das Durchschnittsalter gestiegen. Ein Grossteil begann in den 80er-Jahren mit dem Drogenkonsum und nähert sich jetzt dem Rentenalter. Bei den «zunehmenden» Konsumenten kämen mittlerweile einige körperliche Erkrankungen hinzu, wie dem Regierungsbericht zu entnehmen ist.

Meury führt noch einen weiteren Grund ins Feld: den Mischkonsum. «Früher nahmen die meisten nur eine Droge, beispielsweise Heroin oder Kokain» sagt er. Heute würden vermehrt sogenannte Polytoxikomane zur K+A gelangen.

«Wer etwa einen Cocktail von Kokain, Rohypnol und Valium nimmt, dessen Zustand ist viel schlechter berechenbar», sagt Meury. Für die steigende Betreuungsintensität der Fixer hat sich Basel gewappnet.

Vor knapp zwei Wochen kündete die Regierung an, den Container der K+A beim Wiesenkreisel für 2.5 Millionen Franken durch einen Neubau zu ersetzen und 100 Quadratmeter mehr Platz für den begleiteten Drogenkonsum zu schaffen.