Bauprojekt
Zwei neue Weichen sollen den Basler Bahnhofsplatz entschärfen

Ab Winter 2022 soll das 8er-Tram nicht mehr direkt vor dem Bahnhofseingang den Platz überqueren. Durch die neue Linienführung soll mehr Raum für Fussgänger entstehen.

Jonas Hoskyn
Merken
Drucken
Teilen
So ordentlich aufgeräumt sieht der Centralbahnplatz leider nur äusserst selten aus.

So ordentlich aufgeräumt sieht der Centralbahnplatz leider nur äusserst selten aus.

Benjamin Wieland

Vier Jahre: So lange dürfte es dauern von der Idee bis zur Weiche. Ende 2018 hat der frühere Basta-Grossrat Urs Müller in der bz sein Konzept vorgestellt, um den Centralbahnplatz zu entflechten. Ende 2022 soll das erste 8er-Tram über die neu verlegten Weichen und Gleise in Richtung Aeschenplatz fahren. Diese Woche wurde das Bau- und Nutzungsgesuch veröffentlicht, nun läuft die einmonatige Einsprachefrist. Geplanter Baubeginn ist im Herbst 2022. Veranschlagt sind für die zwei Weichen und das Gleis rund 1,7 Millionen Franken.

Die gelbe Linie ist die neue geplante Linienführung des 8er-Trams.

Die gelbe Linie ist die neue geplante Linienführung des 8er-Trams.

zVg

Das sogenannte «Euler-Gleis», das Müller mit Unterstützung von Fachpersonen ausgeheckt hat, soll den Centralbahnplatz entflechten. Dank der neuen Verbindung wird der 8er in Fahrtrichtung Aeschenplatz den Centralbahnplatz künftig am Nordende vor dem Hotel Euler queren und nicht mehr direkt vor dem Bahnhofseingang, wo täglich 100'000 Menschen rein- und rausströmen. Damit verkehren künftig die Linien 1, 2 und 8 auf der einen Seite des Platzes, der 10er und der 11er auf der anderen. Zumindest zu den Stosszeiten. Der kleine Schönheitsfehler bleibt der 1er, der teilweise auch künftig quer über den Platz fährt, wenn der Bahnhof die Endstation der Linie ist.

Regierung dagegen, Parlament geschlossen dafür

Wegen des neuen Gleis muss das Perron leicht angepasst werden, damit es behindertengerecht bleibt. Ausserdem wird es künftig eng, wenn eine der drei Tramlinien, die künftig am gleichen Ort halten, dem Fahrplan hinterher hinkt. Gemäss Vorstudien könnte es zu «spürbaren Verlusten» bei der Fahrzeit kommen. Weiter muss der 8er beim Queren künftig auf die entgegenkommenden Linien 10 und 11 achten. Umgekehrt fallen die bisherigen Engpässe weg. Keinen merkbaren Einfluss sollte das neue Verbindungsgleis gemäss den Planern auf den Verkehr auf der Nauenstrasse haben.

Urs Müller auf dem Centralbahnplatz.

Urs Müller auf dem Centralbahnplatz.

Juri Junkov

Dass das «Euler-Gleis» überhaupt gebaut wird, ist ein politisches Husarenstück. Sowohl die Verantwortlichen beim Kanton wie auch bei den BVB lehnten den Vorschlag von aussen anfangs klar ab und verwiesen auf die schwierige Umsetzung. Obwohl Urs Müller seit 2016 nicht mehr im Parlament sitzt, gelang es ihm, dass alle Parteien die Idee unterstützten. In der Schlussabstimmung zum «Euler-Gleis» gab es keine einzige Gegenstimme.