Beschädigungen
Basler Plakate zur Maskenpflicht geraten ins Visier von Vandalen

Die Kampagne des Kantons wurde mit Farbe verschmiert oder gar mit Messern zerkratzt und verunstaltet – der Groll in der Bevölkerung wächst augenscheinlich.

Rahel Koerfgen
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Eines der verunstalteten Plakate - hier im Elisabethenpark.

Eines der verunstalteten Plakate - hier im Elisabethenpark.

Aimee Baumgartner

«Lieber mit als ohne. Maske tragen, wo andere Menschen sind – auch draussen!» Seit Herbst 2020 begleitet die Baslerinnen und Basler die entsprechende Plakataktion des Kantons durch die Pandemie – sie zeigt Menschen jeglichen Alters, die eine Maske tragen. In der Vergangenheit wurden die beiden Worte «mit» und «als» hie und da von Unbekannten mit weisser Farbe übermalt, sodass «Lieber ohne» blieb, was einem zurückhaltenden Protest gleichkam. Doch nun hat sich das Blatt gewendet.

Seit wenigen Wochen ist in der ganzen Stadt zunehmend zu sehen, dass diese Plakate regelrecht verunstaltet wurden. Sei es in der Steinenvorstadt, in der Freien Strasse, im Elisabethenpark: Mit roter oder blauer Farbe werden die Gesichter versprayt und zerkratzt. Regierungssprecher Marco Greiner bestätigt, dass «einige Plakate» beschädigt worden seien:

«Die Gründe dafür kennen wir nicht. Natürlich liegt manchmal die Vermutung nahe, dass ein gewisser Unmut dahinter steckt.»

Tatsächlich kommt dieser Vandalismus nicht überraschend. Die Akzeptanz gegenüber den Massnahmen des BAG, um die Pandemie in Schach zu halten – allen voran ebendiese Maskenpflicht – scheint in der Bevölkerung wie Butter in der Sonne wegzuschmelzen. Gleichzeitig steigt die Tendenz, sich den Regeln zu widersetzen.

Martin Schütz, Sprecher der Basler Polizei, sagt: «Am vergangenen Wochenende haben wir feststellen müssen, dass sich überdurchschnittlich viele Personen selbst an explizit bezeichneten Örtlichkeiten nicht mehr an die Covid-19-Massnahmen halten und die bisherige gute Selbstdisziplin zumindest an Sommerabenden im Ausgang nicht mehr klappt.»

Kanton plant neue Kampagne im Sommer

Trotz des unansehnlichen Anblicks einiger Plakate hat der Kanton nicht vor, diese zu ersetzen. Nur einzelne besonders beschädigte seien zwischendurch ausgewechselt worden, so Greiner: «Dies, weil Anfang Juni eine neue Kampagne startet, die die Bevölkerung in den Sommer hinein begleitet, und dann die alten Plakate ohnehin ersetzt werden.»

Die neue Kampagne solle daran erinnern, Maske zu tragen und Abstand zu halten – und damit dafür sorgen, dass das Bewusstsein über die Wichtigkeit der Einhaltung der Regeln aufgefrischt werde, sagt Greiner.

Durch die verunstalteten Plakate sind dem Kanton nur geringe Zusatzkosten entstanden – hauptsächlich fürs Papier, da die Plakate kantonsintern hergestellt und auf eigene Ständer aufgezogen werden.