Besichtigung
Von der Kuhweide zum Stadtquartier – das Dreispitzareal im Wandel der Zeit

Münchenstein präsentierte sich am Samstagnachmittag auf dem Freilager-Platz als trinationaler Gewerbe-, Kultur- und Bildungshotspot.

Daniel Meister
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Das Dreispitzareal, wo sich die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät und Juristische Fakultät der Universität Basel ansiedeln sollen.

Das Dreispitzareal, wo sich die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät und Juristische Fakultät der Universität Basel ansiedeln sollen.

Kenneth Nars

Die Gemeinde Münchenstein lädt zur Besichtigung des Dreispitzareals. Schon der Zugang zum Platz von der Haltestelle «Freilager» eröffnet Raum für Wechselwirkungen und Synergien. Mit dem Campus der Künste (Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW) rechts und dem Stand der Meriangärten zur Aufwertung des Naturraums links sind die Spuren für ein kontrastreiches Entwicklungsgebiet gelegt. Wohnen, Kultur, Gewerbe und Bildung sollen auf dem Areal kreativ Synergien nutzen. Das ist der Grundtenor der Veranstaltung auf dem Freilager-Platz.

Gemeindepräsidentin Jeanne Locher weist auf den Quartierplan hin, der 2008 einstimmig beschlossen worden sei. Die gebotenen 20 Aktionen sollten Einblick geben in den Strukturwandel des Areals vom Gewerbegebiet zum Stadtquartier. Landratspräsidentin Regula Steinemann erinnert an den noch grünen Landbesitz Christoph Merians, der 1886 in die Stiftung mit nachhaltiger Wirkung eingegangen sei und die weitere Entwicklung erst möglich gemacht habe.

Der entstandene «Kulturcluster» werde nun bald durch eine Fakultät der Uni ergänzt.

Sie versteht den Ort als «Platz für Kreativwirtschaft» mit «fruchtender internationaler Zusammenarbeit».

Keine Berührungsängste von Stadt und Land

Esther Keller, Basler Regierungsrätin, erinnert in ihrem Grusswort der Stadt an diverse Aktionen, die auf dem Areal stattgefunden haben. Sie schätzt das «kreative Potenzial» des Dreispitzareals, auf dem auch im Norden, auf Stadtgebiet, ein neuer Stadtteil entstehe, geplant von Herzog und de Meuron.

Zu Zeiten des national grassierenden Stadt-Land-Grabens wirkt der kooperative Geist des Anlasses heilsam. Thomas Kübler, Leiter der Standortförderung Baselland, sieht die Chance,

neue Massstäbe zu setzen und dem «Bildungs- und Kulturcluster» eine urbane Prägung zu geben.

Dafür spricht nun die Ansiedlung der Uni Basel auf dem Areal.

Zwei Uni-Fakultäten kommen auf den Dreispitz

Im Oktober 2018 haben die Trägerkantone Basel-Stadt und Baselland entschieden, die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät und die Juristische Fakultät der Universität Basel auf dem Dreispitzareal in Münchenstein anzusiedeln. Die Uni Basel ist schon mit dem Departement für Sport, Bewegung und Gesundheit im St. Jakob auf Boden der Gemeinde Münchenstein präsent.

Das gut besuchte Podium in den Oslo Studios zum Thema «Uni im Dreispitz» verlief äusserst freundlich, Moderator Patrick Künzle, Leiter SRF-Regionaljournal, fiel es schwer, den Teilnehmenden kritische Töne zu entlocken. Die Frage nach den Gefühlen zur Sache und dem Stand der Entwicklung seit 2018 brachte das Bedürfnis nach kreativer Entwicklung hervor, nach gelebten Synergien zwischen Kunst, Kultur, Bildung und produktivem Gewerbe.

Oberlin redet von «Goldgrube des Wissens»

Beat Oberlin, Präsident des Universitätsrats, verglich die städtebauliche Entwicklung mit der von Zürich West und lobte die «Goldgrube von Wissen» hier. Ines Goldbach, Direktorin des Kunsthauses Baselland, betonte den Wert der gemeinsam gelebten Entwicklung der «positiven Reibung», die mit dem Unistandort für Wirtschaft und Recht entstehe. Sie ist in der glücklichen Lage, dass das Bauprojekt für das Kunsthaus auf dem Areal schon bewilligt ist. Der Einzug ist für 2024 geplant.

Daniel Altermatt, Departementsvorsteher Raum und Umwelt der Gemeinde Münchenstein, erläuterte die Wichtigkeit des Quartierplans, der nun gemeinsam mit der CMS, den Investoren und der Uni erstellt werden müsse. Für diese Aufgabe sieht er einen Zeithorizont von etwa zehn Jahren. Der Baselbieter Kantonsplaner Thomas Waltert betont

die Wichtigkeit der Gesamtplanung, man solle keinen «Inselurbanismus» betreiben, sondern regional denken.

Als Wermutstropfen bleiben schliesslich die lange Planungsdauer und die noch ungenügende Verkehrssituation, vor allem für die Erschliessung mit dem Velo. Esther Keller verspricht die Umgestaltung an den neuralgischen Punkten in den nächsten zwei bis drei Jahren.

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