Naturschutz

Bis die Bagger auffahren: Überbauung «Uf der Höchi II» wird mit allen Mitteln bekämpft

Bild: 26. August 2020

Die Wohnüberbauung «Uf der Höchi» ist an bester Lage in Arlesheim geplant.

Bild: 26. August 2020

Für «Uf der Höchi II» in Arlesheim ist die Baubewilligung schon lange da. Doch Naturschützer haben jetzt den Bund eingeschaltet.

29 Eigentumswohnungen und 16 Einfamilienhäuser möchte die Steiner AG im Gebiet «Uf der Höchi» in Arlesheim erstellen. Im Dezember erteilte der Kanton die Baubewilligung, die Überbauung der derzeit grünen 13844 Quadratmeter könnte loslegen. Doch Anwohner und Naturschützer kämpfen schon lange gegen das Projekt, und sie haben noch lange nicht aufgegeben. Sie sind der Meinung, dass Kanton und Gemeinde im Quartierplanverfahren die Anliegen des Naturschutzes nie eingehend geprüft haben, wie das gesetzlich nötig wäre. Sie befürchten, dass Quellen zerstört werden könnten, was ein weiter unten liegendes Naturschutzgebiet gefährden würde. Zudem gibt es denkmalschützerische Bedenken, weil das Areal an das Goetheanum angrenzt.

Die Kritiker haben versucht, mit Einsprachen gegen den Quartierplan und gegen die Baubewilligung vorzugehen. «Bislang wurde auf allen Stufen die Forderung nach naturschutzfachlicher Abklärung verwehrt», sagt Jennifer Mc Gowan, eine der Verantwortlichen für die Initiative Natur und Kulturraum Dornach-Arlesheim. Diese gelangte im Frühling mit ihrem Anliegen an das Bundesamt für Umwelt (Bafu). Und dieses wies den Kanton an, «sich zum Schutz der nördlichen Quellen an der Grenze der beiden Parzellen (...) zu äussern», wie es im Brief an die Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion (VGD) wörtlich heisst.

Das Bauinspektorat weiss von nichts

Dort scheint das Anliegen versandet zu sein, denn man hat um Verlängerung der Abgabefrist für die Stellungnahme gebeten. Und bis zur Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) drang das Schreiben aus Bern nicht durch. Dort wäre das Bauinspektorat angesiedelt, das für Baugenehmigungen zuständig ist. Die Medienstelle der BUD schreibt auf Anfrage: «Das Bauinspektorat hat keine Kenntnis von einer entsprechenden Anweisung des Bundesamtes für Umwelt.» Beim Bafu ist zusätzlich eine Aufsichtsbeschwerde gegen den Kanton eingereicht worden, wie die Bafu-Medienstelle ihrerseits erklärt – von wem, präzisiert sie nicht: «Aufgrund dieser hat das Bafu mit dem Kanton Baselland Kontakt aufgenommen und prüft derzeit dessen Stellungnahme und gegebenenfalls allfällige weitere Schritte.» Doch auch davon weiss die Baselbieter BUD nichts. Deshalb sehe man keinen Anlass, auf die bereits erteilte Baugenehmigung Einfluss zu nehmen. Dabei könnte die Zeit knapp werden. Der bz liegt eine Mail aus der Firma Steiner vor, worin steht, «dass der Baubeginn auf dem Grundstück ‹Uf der Höchi› definitiv auf Anfang September 2020 terminiert ist». Von gebauten Tatsachen überholt werden könnte also auch die hängige Beschwerde der Stiftung Helvetia Nostra gegen die Rückweisung ihres eigenen Antrags ans Kantonsgericht, jegliche Bautätigkeit auf dem Areal superprovisorisch zu verbieten.

Um vollendete Tatsachen zu verhindern, hat die Initiative vor einigen Tagen ein Rechtsschutzbegehren an das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) geschickt. Die Forderung auch hier: ein superprovisorisches Bauverbot auf dem Areal. «Unser Ziel ist nichts anderes als die Einhaltung der kantonalen und schweizerischen Gesetzgebung zu Natur- und Heimatschutz», sagt Mc Gowan. «Diese sagt klipp und klar, dass ein Naturschutzgebiet nicht zerstört werden darf.»

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