Bloss schwimmen, nicht baden

Nur gerade drei Gartenbäder in den beiden Basel nutzen die Erlaubnis vom Bund, seit dem 11.Mai wieder Wassersport zu ermöglichen.

Tobias Gfeller
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Einzig in Laufen wacht der Bademeister auch über private Schwimmgäste.

Einzig in Laufen wacht der Bademeister auch über private Schwimmgäste.

Bild: Juri Junkov (19. Mai 2020)

Gemäss SRF Meteo soll an diesem Wochenende schönstes Sonnenwetter mit Temperaturen bis zu 30 Grad herrschen. Die Lust auf eine Abkühlung wächst. Die Website www.badi-info.ch, auf der jedes noch so kleine Gartenbad und jede noch so kleine Badestelle an Schweizer Seen und Flüssen aufgelistet ist, zählt für Baselland und Basel-Stadt stolze 21 Gartenbäder auf. Doch nur gerade deren drei sind zur Zeit geöffnet.

Während die Gartenbäder St.Jakob und Gitterli in Liestal nur beschränkt für Wassersportvereine, feste Gruppen und Schulen geöffnet haben, lädt einzig das Schwimmbad Nau in Laufen seit einer Woche auch private Schwimmer und Aqua-Jogger zum Sporttreiben ein. Der Bund ermöglichte die Öffnung unter strengen Auflagen ab dem 11.Mai. Der Grossteil der Trägerschaften der Gartenbäder – zumeist sind dies die Gemeinden – verzichtete aber auf Grund der strengen Schutzvorgaben auf eine Inbetriebnahme. Die Gemeinden hoffen nun auf den nächsten Lockerungsschritt am 8.Juni.

Bereits umgezogen kommen und gehen

Die Stadt Laufen stemmte zusammen mit der Schwimmbadkommission diesen administrativen, personellen und nicht zuletzt finanziellen Mehraufwand in einer «Hauruck-Aktion», wie Peter Schindelholz, Leiter der Präsidialabteilung der Stadt Laufen, verrät. «Der Bund hat eine kleine Möglichkeit geboten, unter strengen Auflagen die Gartenbäder zu öffnen. Diese Möglichkeit wollten wir nutzen, um den Menschen eine gewisse Normalität zurückzugeben.»

Von Normalität kann aber auch in Laufen nicht die Rede sein. Erlaubt sind nur Sportaktivitäten wie Schwimmen und Aqua-Jogging. Badespass und Sünnele müssen warten. Geöffnet ist bloss das grosse 50-Meter-Becken. Es wurde in drei Schwimmbahnen eingeteilt, die doppelt so breit sind wie normal, um ein Kreuzen unter Einhaltung der Abstandsregeln zu ermöglichen. «Eine Bahn ist für normale Schwimmer, eine für Sportschwimmer und eine fürs Aqua-Jogging», erklärt Peter Schindelholz.

Insgesamt dürfen gleichzeitig maximal 30 Personen – je zehn pro Bahn – im Schwimmbecken sein. Die Besucherinnen und Besucher müssen bereits umgezogen erscheinen und das Bad in den Badeutensilien wieder verlassen. Der personelle Aufwand zur Kontrolle sei gross, berichtet Schindelholz. «Finanziell lohnt sich das überhaupt nicht, im Gegenteil.»

Auch die Verantwortlichen des Liestaler Gartenbads Gitterli wollten den Vereinen und Schulen ab dem 11.Mai wieder Wasserflächen zur Verfügung stellen, betont Geschäftsführer Christian Stäubli. Der Aufwand für das entsprechende Schutzkonzept sei gross, funktioniere aber bestens. Nach reiflichen Überlegungen entschieden sich die Liestaler Verantwortlichen auf Grund der «massiven Einschränkungen», zum Beispiel die vorgeschriebene Registrierung der Gäste, gegen eine Öffnung für private Schwimmer wie in Laufen. Das Hallenbad ist zur Zeit auf Grund der Sanierung geschlossen.

Besucherzahl als besonderer Zankapfel

Im Kanton Basel-Stadt ist von den drei grossen Gartenbädern St.Jakob, Eglisee und Bachgraben nur gerade das beheizte Sportbecken im Gartenbad St.Jakob für Wassersportvereine und feste Kleingruppen mit maximal fünf Personen geöffnet, unter vorgängiger Anmeldung und unter Einhaltung des Schutzkonzepts. Weil sich das Sportbecken auf Baselbieter Boden befindet, musste das Konzept neben dem Gesundheitsdepartement Basel-Stadt auch dem Baselbieter Sportamt sowie der Baselbieter Kantonsärztin vorgelegt werden. «Wir können keine individuellen Schwimmzeiten zuteilen. Wir müssen die Anzahl Schwimmerinnen und Schwimmer sehr deutlich beschränken. Das geht momentan nur über Gruppen und Voranmeldung», erklärt Simon Thiriet, Sprecher des für die Sportanlagen zuständigen Basler Erziehungsdepartements. Nun sei man daran, die Bäder für die mögliche Öffnung im Juni vorzubereiten.

«Falls der Bundesrat am 27.Mai weitergehende Lockerungen beschliesst, sind wir bereit, diese umzusetzen. Entsprechende Vorüberlegungen werden momentan gemacht», versichert Thiriet. Es werde allerdings wohl weiterhin nicht alles möglich sein. «An heissen Sommertagen haben wir in den Gartenbädern Bachgraben und St.Jakob schon deutlich über 5000 Badegäste gezählt, im Eglisee über 3000. Wir gehen aktuell nicht davon aus, dass dies in den nächsten Wochen möglich wäre.»

Das glaubt auch Christian Stäubli vom Liestaler Gitterli. «Wir rechnen weiterhin mit Beschränkungen und notwendigen Schutz- und Hygienemassnahmen, hoffen jedoch, dass diese zumindest gelockert werden.» Relevant dabei sei die erlaubte Anzahl Gäste und ob diese nach einer allgemein gültigen Maximalzahl oder je nach Platzverhältnissen berechnet wird.