Brand
Schon wieder brennt es in Reinach: Nach den WC-Häuschen nun ein Gartenhaus

Nahe des Reinacher Leywalds brannte am Donnerstagnachmittag ein Gartenhaus komplett nieder. Die Ursache ist noch unklar. Dennoch beschäftigt es die Baselbieter Gemeinde, denn erst Anfang August zündeten Unbekannte innert weniger Tage zwei WC-Häuschen an.

Michael Nittnaus
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Das Gartenhaus am Reinacher Leurüttiweg brannte vollständig aus.

Das Gartenhaus am Reinacher Leurüttiweg brannte vollständig aus.

Polizei BL

Die Flammen kannten keine Gnade: Obwohl die Feuerwehr rasch vor Ort war, nachdem donnerstags um 16.15 Uhr der Alarm einging, konnte sie nicht mehr verhindern, dass das Gartenhaus am Leurüttiweg in Reinach vollständig niederbrannte. Gemäss einer Mitteilung der Polizei Baselland vom Freitag wurde beim Brand aber niemand verletzt.

WC-Häuschen Anfang August waren eindeutig Brandstiftung

Wenn immer in der Region ein Gartenhäuschen brennt, werden schnell die Erinnerungen an den «Feuerteufel von Riehen» wach, der in den Jahren ab 2004 Dutzende Häuschen anzündete und so zu seinem Spitznamen kam. Nun ist es so, dass im Fall des Reinacher Gartenhauses die Brandursache noch ungeklärt ist. Die Spurensicherung durch die Forensik der Baselbieter Polizei laufe noch, erste Erkenntnisse seien erst Anfang kommender Woche zu erwarten, betont Polizeisprecher Roland Walter auf Anfrage. «Momentan kann auch Fahrlässigkeit oder ein Defekt der Grund sein. Der Besitzer muss erst noch befragt werden. Sollte Brandbeschleuniger gefunden werden, sieht die Sache natürlich anders aus», sagt Walter.

Die Feuerwehr konnte den Vollbrand nicht mehr unter Kontrolle bringen.

Die Feuerwehr konnte den Vollbrand nicht mehr unter Kontrolle bringen.

Polizei Bl

Reinacherinnen und Reinacher werden derzeit allerdings besonders hellhörig, wenn sie von einem Brand eines Häuschens bei ihnen hören. Anfang August, in der Nacht auf den 3. und in der Nacht auf den 6., brannten zwei Holz-WC-Häuschen der Marke Kompotoi nieder. «Das war klare Brandstiftung», sagt Walter heute, auch wenn die Täter bis jetzt nicht gefasst wurden. Um einen Zusammenhang herzustellen zum aktuellen Fall, sei es aber noch zu früh.

Kein klassisches Familiengartenareal

«Diese Häufung von Bränden bei uns ist sicher auffällig», sagt der Reinacher Gemeindepräsident Melchior Buchs. Als Gemeinde könne man aber nicht viel tun, da alles über die Kantonspolizei laufe. Buchs warnt auch davor, vorschnell von Brandstiftung auszugehen. Das stützt auch Christian Wildhaber. Der kommunale Leiter Schutz und Rettung weiss, dass es viele Gründe geben kann, weshalb in einem Gartenhaus ein Feuer entstehen kann. Anders als bei den meisten Fällen in Riehen sei das betroffene Grundstück auch kein wirklicher Schreber- oder Familiengarten: «Die genaue aktuelle Nutzung kenne ich zwar nicht, doch es gibt in diesem Gebiet eher stallartige Häuschen, die früher von Gelegenheitsbauern für Schafe oder Hühner gebraucht wurden.» Grössere Schrebergartenareale lägen weiter oben an der Birsigtalstrasse oder beim Erlenhof.

Wildhaber hofft nicht, dass es Brandstiftung war, da dann immer die Gefahr von Nachahmern bestünde. Der einzige Vorteil: «Bei Brandstiftung dürfen wir den Schaden in Rechnung stellen – doch dafür müsste man den Täter erst einmal schnappen.»

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