Euro-Airport

Büttiker: «Edi Belser wurde Unrecht getan»

BLT-Chef Andreas Büttiker beerbt Edi Belser als Verwaltungsrat des Euro-Airports.

BLT-Chef Andreas Büttiker beerbt Edi Belser als Verwaltungsrat des Euro-Airports.

Der Baselbieter Alt-Regierungsrat Eduard Belser verlässt den Verwaltungsrat des Euro-Airports. BLT-Chef Andreas Büttiker beerbt. Er will sich für Lärmgeplagte einsetzen.

16 Jahre lang sass Eduard Belser im Verwaltungsrat des Euro-Airports (EAP). «Das ist einfach genug. Ich wollte schon vor einer Weile zurücktreten», sagt der ehemalige Baselbieter SP-Regierungsrat. Mit dem Druck der Grünen habe der Rücktritt aber absolut nichts zu tun, betont er. «Da kennen Sie mich schlecht, wenn Sie meinen, dass das für mich eine Rolle gespielt hätte.»

Die Grünen kritisierten immer wieder, dass sich Belser zu wenig für den Lärmschutz einsetze und dass ihm als Ex-Politiker die demokratische Legitimation fehle. Im September forderte Grünen-Landrätin Madeleine Göschke per Motion, dass nur noch amtierende Regierungsräte in den EAP-Verwaltungsrat dürfen. Darüber lacht der 68-Jährige: «Als diese Madame Göschke das gebracht hat, war der Brief mit dem Vorschlag für meinen Nachfolger bereits unterwegs nach Bern.»

Büttiker nimmt Lärmklagen ernst

Neu gewählt für Belsers Sitz ist BLT-Direktor Andreas Büttiker. Dieser lobt die Arbeit seines Vorgängers in höchsten Tönen: «Edi Belser hat den Flughafen unternehmerisch gestärkt.» Speziell bei der grenzüberschreitenden Partnerschaft habe Belser viel erreicht: «Er hat dazu beigetragen, dass sich auch die Franzosen für den Bahnanschluss einsetzen.» Dass Belser wegen des Fluglärms in der Kritik stand, findet Büttiker unfair: «Er wurde in der medialen Wahrnehmung einseitig auf die Lärmthematik reduziert. Ihm wurde Unrecht getan.»

Selber sagt Belser dazu nur: «Heute ist der Fluglärm geringer als damals, als ich gewählt wurde.» Der Grund: «Die Flugzeuge wurden leiser und die Politik hat viel bewirkt.»

Als Therwiler ist Büttiker privat stärker vom Fluglärm betroffen als Belser in Lausen. Wird sich Büttiker daher stärker als Belser für Lärmschutz einsetzen? Diese Frage lässt Büttiker offen. Er möchte sich zuerst sauber einarbeiten. Persönlich fühlt er sich nicht gestört: «Lärm ist aber eine sehr subjektive Empfindung.»

Er verspricht daher: «Ich werde die Lärmklagen ernst nehmen. Aber die gibt es nicht nur in der Schweiz, sondern auch auf französischer Seite.»

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