Bundesasylzentrum Basel
Basta fordert Aufarbeitung: Bund soll Gesundheit der Asylsuchenden gefährden

Ende Juli kam es im Bundesasylzentrum Basel beim Gefängnis Bässlergut zu einem Corona-Ausbruch. Sämtliche Asylsuchenden mussten sich in Quarantäne begeben. Das Vorgehen des Bundes wird nun von der Basta sowie migrantischen Vereinen kritisiert.

Silvana Schreier
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Das Bundesasylzentrum Basel liegt neben dem Gefängnis und Ausschaffungsgefängnis Bässlergut.

Das Bundesasylzentrum Basel liegt neben dem Gefängnis und Ausschaffungsgefängnis Bässlergut.

Nicole Nars-Zimmer

70 Asylsuchende wurden Ende Juli positiv auf das Coronavirus getestet. Deshalb verhängte der Basler Kantonsarzt eine Isolation und Quarantäne für sämtliche Bewohnende des Bundesasylzentrums Basel. Schnell wurden Erzählungen bekannt, dass positiv Getestete und Nicht-Infizierte in den selben Räumen schlafen müssten. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) dementierte sogleich.

Nun wenden sich die Basta, der Verein «Rota - migrantische Selbstorganisation» sowie die Basler Sektion der Partei der Arbeit der Schweiz in einer Medienkonferenz an die Öffentlichkeit. Gemeinsam wollen sie ihre Rechercheergebnisse bekannt machen.

Warum nicht vorbereitet?

Heidi Mück, Grossrätin und Co-Präsidentin der Basta, sagt, die Beschreibungen des SEM hätten überhaupt nicht zusammengepasst mit denjenigen, die sie von Asylsuchenden erhalten hätten. «Es ist für uns nicht nachvollziehbar, dass für den Fall eines Ausbruchs von Corona im BAZ keine Ausweichmöglichkeiten organisiert wurden», so Mück weiter.

Es entstehe der Eindruck, das SEM wolle die Strategie der «Durchseuchung» durchsetzen. Mück:

«Die Gesundheit der Menschen im Asylzentrum wurde aufs Spiel gesetzt. Ich stelle die Frage in den Raum, ob das Vorgehen des SEM strafrechtlich relevant ist.»

Die Organisationen fordern nun, die Herausgabe des Schutzkonzeptes für das Bundesasylzentrum in Basel sowie eine Aufarbeitung der Vorkommnisse. Für künftige Coronafälle müsse der Bund vorbereitet sein, sagt Mück.

14 Personen weiterhin in Isolation

Das SEM teilt auf Anfrage mit, man verfolge die Strategie, die von den Gesundheitsbehörden vorgegeben werde. «Mit Erfolg: Die Quarantäne konnte bereits aufgehoben werden.» Aktuell leben im BAZ Basel 176 Personen, davon befinden sich 14 in Isolation aufgrund einer Coronainfektion, schreibt das SEM weiter. Sämtliche Bewohnenden hätten «jederzeit Zugang zur medizinischen Versorgung, dazu gehört auch die psychologische Betreuung».

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