Corona-Chaos im Dreiland
Die Region Basel muss sich stärker abkoppeln

Das Massnahmen-Chaos im trinationalen Raum Basel zeigt: Nur wenn wir uns stärker von den Machtzentralen in Paris, Berlin und Bern abkoppeln, können wir gewinnen.

Patrick Marcolli
Patrick Marcolli
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Immerhin etwas gelernt: Dieses Bild aus der ersten Corona-Welle 2020 gehört der Vergangenheit an.

Immerhin etwas gelernt: Dieses Bild aus der ersten Corona-Welle 2020 gehört der Vergangenheit an.

Roland Schmid

Wie ein Blick auf die Europakarte täuschen kann: Es gibt kaum eine Region, die zentraler liegt als der trinationale Raum Basel. In der politischen Realität aber sind wir pure Peripherie, Randgebiet. Berlin, Paris und Bern sind Lichtjahre entfernt. Die Pandemie hat uns diese Distanz schonungslos vor Augen geführt.

Von Frankreich und seinem zentralistisch organisierten Staatswesen war nichts anderes zu erwarten. Aber selbst die höchst föderale Schweiz und die, so zeigte die Virusbekämpfung, überraschend föderale Bundesrepublik haben eine Randregion wie unsere kaum oder viel zu spät in ihre Strategien miteinbezogen. Selbstverständlich haben die drei Staaten zwischen der ersten und der dritten Corona-Welle gelernt und die Grenzen nicht mehr dichtgemacht.

Die Lehre aber, die wir angesichts des anhaltenden Massnahmenchaos im Dreiland für die Zukunft ziehen müssen, lautet: Die trinationale Region Basel muss sich institutionell noch stärker abkoppeln, so weit das eben die jeweiligen Verfassungen zulassen. Sehr weit führen wird das nicht. Wer aber gar keinen Selbstbehauptungswillen an den Tag legt, wird gänzlich vergessen gehen