Corona
Neuer Impfstoff soll länger schützen: Kanton Basel-Stadt und Unispital sprechen zwei Millionen Franken für die Forschung

Das Universitätsspital Basel, die Universität Basel und das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut haben eine Kooperation mit dem Unternehmen Rocket Vax vereinbart und treiben gemeinsam Forschungsarbeiten zur Entwicklung eines neuartigen Impfstoffs gegen das Coronavirus (Sars-CoV-2) voran.

Nora Bader
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Ein neuartiger Impfstoff soll länger vor dem Coronavirus schützen. Basler Forschende arbeiten mit Hochdruck daran.

Ein neuartiger Impfstoff soll länger vor dem Coronavirus schützen. Basler Forschende arbeiten mit Hochdruck daran.

zvg

Das Universitätsspital Basel (USB), die Universität Basel und das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) gehen eine Forschungskooperation mit dem Start-up-Unternehmen Rocket Vax ein. Ziel sei die Entwicklung eines Impfstoffs der nächsten Generation gegen Covid-19, der einen besseren Schutz gegen Virusmutanten bietet und eine längerfristige Immunantwort auslösen soll. Dies teilt das USB mit. Rocket Vax ist in Basel angesiedelt und wurde im Sommer 2020 gegründet als eine Tochtergesellschaft des Biotech-Unternehmens Swiss Rockets. Im Verwaltungsrat von Rocket Vax sitzt unter anderem Christoph Brutschin (SP), der bis vor Kurzem Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt war.

«Die Zusammenarbeit ist eingebettet in die bestehende, enge und produktive Forschungszusammenarbeit der drei Institutionen. Rocket Vax entwickelt eine Impfung auf der Grundlage eines vollständigen, aber genetisch veränderten Virus», schreibt das USB. Im Gegensatz zu den meisten bestehenden Impfstoffen soll das neue Modell dem Immunsystem ein grosses Spektrum von Virusbestandteilen präsentieren und damit eine breitere, längerfristig stabile Immunantwort auslösen als die meisten heutigen Impfstoffe, die nur ein einziges Virusprotein verwenden.

Das Virus habe einen eingebauten Defekt (Deletion), der nicht repariert werden könne, und könne daher nur einen einzigen Vermehrungszyklus durchlaufen, sodass es keine Krankheit auslösen könne.

Das USB ermöglicht durch eine Anschubfinanzierung von einer Million Franken die bereits begonnenen präklinischen Forschungsarbeiten am neuen Impfstoff. Die Universität Basel und das Swiss TPH beteiligen sich über Forschungsinfrastruktur und personelle Ressourcen.

Know-how in der Region Basel vorhanden

Mit einem Beitrag von einer weiteren Million Franken aus dem Standortförderungsfonds unterstützt Basel-Stadt die Forschungskooperation. Der Kanton sieht Potenzial in dem Projekt – für den Forschungs- und Innovationsstandort, aber auch aufgrund der herausfordernden Situation mit Covid-19. Sowohl die Schweiz als auch das Ausland könnten von einem in der Region Basel hergestellten Impfstoff profitieren, sind die Forschenden überzeugt. Zudem würde die Erfüllung des hiesigen Versorgungsauftrags besser sichergestellt werden können, heisst es beim USB weiter. Das Know-how und die innovativen Ideen zur Weiterentwicklung der Impfung seien in der Region Basel vorhanden. Dieses Potenzial nutzten die Forschungspartner, um jetzt ein «Window of opportunity» zu öffnen.

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