Coronavirus

Daniel Koch eilt Marianne Hollinger zu Hilfe: Ihre Landsgemeinde darf steigen

Marianne Hollinger plant ihre Abschieds-Gemeindeversammlung open-air auf einem Fussballplatz – für Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit ist das grundsätzlich in Ordnung.

Marianne Hollinger plant ihre Abschieds-Gemeindeversammlung open-air auf einem Fussballplatz – für Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit ist das grundsätzlich in Ordnung.

Aesch ruft am 16. Juni zur Gemeindeversammlung – solche sind trotz Corona-Verordnung wieder erlaubt. Vier Parteipräsidenten wandten sich jedoch gegen das Vorhaben, man setze die Gesundheit der Bevölkerung aufs Spiel. Da rief Gemeindepräsidentin Marianne Hollinger das BAG an.

Landauf, landab fallen Anlässe Corona zum Opfer, noch immer. Denn für Veranstaltungen gilt die Obergrenze von fünf Personen, noch immer. Trotzdem will der Aescher Gemeinderat an seiner Gemeindeversammlung vom 16. Juni festhalten – auch wenn es Bedenken gibt: Die Präsidenten der Ortssektionen von FDP, SVP, CVP und SP sprachen sich gegen die Durchführung aus. In einem Brief an den Gemeinderat fragen sie ihn: «Ist es gerechtfertigt, die Gesundheit der Bevölkerung aufs Spiel zu setzen?»

Der Gemeinderat erhält jetzt Rückendeckung von höchster Stelle. Nachdem Gemeindepräsidentin Marianne Hollinger (FDP) am vergangenen Samstag das Schreiben der Parteipräsidenten erhalten hatte, wandte sie sich ans Bundesamt für Gesundheit (BAG). Am Montag läutete ihr Telefon – am Apparat: Daniel Koch.

Der Coronadelegierte des BAG gab Hollinger Bescheid, gegen die Versammlung spreche nichts, wenn das vorliegende Schutzkonzept eingehalten werde. Das BAG bestätigt auf Anfrage die Information.

Als Open-Air-Landsgemeinde darf die «Gmeini» stattfinden

Die Baselbieter Regierung hatte bereits Anfang Mai die Aescher «Gmeini» bewilligt. Das Schutzkonzept des Gemeinderats sieht einen Open-Air-Anlass auf dem Sportplatz Löhrenacker vor. Dank der Sicherheitsabstände können auch Angehörige von Risikogruppen ihr Stimmrecht wahrnehmen.

Gemeindeversammlungen und Einwohnerratssitzungen sind im Landkanton seit dem 28. April grundsätzlich wieder möglich. Damals teilte die Regierung mit, Bewilligungen würden erteilt, falls ein «überwiegendes öffentliches Interesse» bestehe und Schutzkonzepte vorlägen.

Hollinger will 19,5-Millionen-Bauprojekt verabschieden

In Aesch steht, neben der Rechnung, der Dom auf der Traktandenliste, das geplante Sport- und Kulturzentrum, das 19,5 Millionen Franken kosten würde. Und es ist die letzte «Gmeini» von Marianne Hollinger, nach 21 Jahren in der Exekutive, davon 16 Jahre als Präsidentin. Hinter vorgehaltener Hand heisst es, Hollinger dränge auf die Durchführung, weil sie sich mit der Halle ein Abschiedsgeschenk machen wolle. «Darum geht es nicht», entgegnet sie. «Es ist aus meiner Sicht eine Chance, in Zeiten von Corona ein Investitionsprojekt vorstellen und situationsgerecht etappieren zu können. Es wäre ein Signal an die Wirtschaft, wenn wir noch dieses Jahr investieren.»

Allzu viel Volk darf das Dom-Traktandum aber nicht anziehen. Das Konzept sieht maximal 825 Teilnehmer vor. Kommen mehr, muss die Versammlung vorzeitig beendet werden.

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