Die Region Basel hat zwar viele Reitersleute und zusammen mit dem angrenzenden Elsass und süddeutschen Raum überproportional viele Pferde. Auch hat man einige wenige Kader-Springreiter und auch grosse Hoffnungsträgerinnen, doch Basel ist keineswegs das Mekka des Springreitens. Bei den wichtigen Events zogen Zürich und Genf davon.

Jetzt hat der passionierte Reiter, Unternehmer und Pferde-Botschafter Willy Bürgin zusammen mit einem starken Team das Blatt gewendet. Der dritte CSI Basel in der St.Jakobshalle übertrifft die Erwartungen. Bürgin ist es gelungen, zusammen mit Gross-Sponsoren aus der Region, die im Pferdesport ihre Passion haben, und nationalen Firmen aus dem CSI Basel den höchstdotierten Hallen-Grand Prix der Welt zu machen. Insgesamt locken 930000 Franken Preisgeld.

Elite kündigt sich an

Die Rechnung ging auf. Basel macht reiterlich auf sich aufmerksam – weltweit. Der Ticketverkauf läuft hervorragend und bei den Anmeldungen kündigt sich die Elite an. Es reisen die besten Springreiter der Welt mit den teuersten Pferden und Besitzern an, die zu den vermögendsten Menschen der Welt gehören.

Wenn Athina Onassis-De Miranda selber an den Start geht und die goldene Trommel von Basel erringen will – ein Sonderpreis des Grand Hotel Les Trois Rois –, ist sie in der komfortablen Lage, aus Spitzenpferden auszuwählen, «trotzdem müssen auch diese gekonnt durch den Parcours geritten werden», kommentieren Fachleute in den Zuschauerreihen.

Der CSI Basel lockt aber nicht nur Fachpublikum an, ein Springturnier verspricht vom ersten bis zum letzten Start Spannung, man fiebert regelrecht mit und ist von dieser Kraft, Grazie und Athletik der edlen Vierbeiner angetan sowie vom menschlichen Können, die vor Energie strotzenden, grossen Tiere im Griff zu haben. Am schwierigsten ist dies offenbar bei der Siegerehrung, wenn sich die Tiere im Rampenlicht nicht wohlfühlen und nicht wissen, warum sie stillstehen sollen, wo sie wenige Minuten zuvor in vollem Tempo über Hindernisse jagten.

Cracks bleiben im Lande

Springreiten gehört zu jenen Sportarten, die im Fernsehen übertragen werden und gute Einschaltquoten haben. Und Springreiten zählt zu den Sportarten, bei denen die Schweiz Erfolg hat, ganz oben mitspielt.

Trotz lukrativer Kaufangebote aus dem Ausland bleiben die Cracks im Lande, verkündete der Schweizer Equipenchef Urs Grünig. «Aus dem kauffreudigen Orient» lagen Offerten in Millionenhöhe vor. Carlina, Louis, Verdi, Touchable, Uptown Boy, Westside oder Kiamon bleiben in der Schweiz und stehen zur Auswahl für eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2012 in London, sofern sie gesund bleiben und in Form sind. Sowohl der in der Schweiz ansässige Belgier François Leiser (Besitzer von Pius Schwizers Carlina) oder der Thurgauer Unternehmer Paul Bücheler (Besitzer von Beat Mändlis Louis) haben lukrative Offerten in der Höhe von 2 bis 5 Millionen Franken ausgeschlagen.

Ende Dezember 2011 war Transferschluss für Olympia-Pferde. Der Handel blühte. Grünig: «Die Besitzer unserer Spitzenpferde sind erfreulicherweise standhaft geblieben. Ohne solche Pferdebesitzer wäre die Reitnation Schweiz auf höchster Stufe nicht konkurrenzfähig. Ohne Spitzenpferde sind von unseren Spitzenreitern keine Spitzenresultate möglich.» Und dank Willy Bürgins CSI zählt nun auch Basel zur Spring-Spitze.