Basel-Trainer Heiko Vogel bestätigte an der heutigen Pressekonferenz, dass «das Spiel für Philipp Degen zu früh kommt. Seine Verletzung ist am Verheilen und er macht das Mannschaftstraining mit, doch mehr als ein schnelles Laufen ist momentan nicht möglich», so Vogel.

Wer gedacht hätte, dass der Deutsche damit vielleicht einige Berner Journalisten in die Irre führen wollte und den Zuzug vom Herbst als Geheimwaffen bringen wollte, sah sich 20 Minuten später eines Besseren belehrt.

Für die Bayern bereit

Denn Philipp Degen ass gutgelaunt zu Mittag im St. Jakob-Park. Und bestätigte die Worte seines Trainers. «Ich kann unter keinen Umständen spielen. Würde ich einen Einsatz forcieren, laufe ich Gefahr, dass es zu einem Muskelriss käme. Und dann würde ich monatelang ausfallen», so der Oberbaselbieter.

Und dann fügte der rechte Aussenverteidiger bestimmt an. «Aber gegen die Bayern sollte ich wieder voll einsatzfähig sein». Und wer sein Flackern in den Augen gesehen hat, weiss, wie Philipp auf diesen Einsatz in der europäischen Königksklasse brennt.

48 Stunden zuvor hatte David, der YB-Degen, auf zwei Fragen der AZ schriftlich geantwortet. «Ja, sicher ist der Vergleich gegen den FCB für uns eine Art Schicksalsspiel. Je nach Resultat wissen wir, in welche Richtung es für YB in dieser Saison noch geht», so der Mittelfeldspieler.

Degens freuten sich auf das Duell

Weil die Zwillinge hofften, sich auf dem Rasen zu duellieren, antwortete David Degen anfangs Woche auf die Frage, ob es speziell sei, gegen seinen Zwillingsbruder zu spielen, sehr bestimmt: «Natürlich ist es etwas ganz Spezielles. Wir haben schon mal in der 1. Bundesliga kurz gegeneinander gespielt. Aber noch nie war es so, dass einer links angreift und der andere rechts verteidigt.»

Es hätte also zum Direktduell kommen sollen. «Ich kann es gar nicht mit Worten ausdrücken», erklärte David anfangs Woche..

Dass der verletzungsbedingte Ausfall seines Zwillingsbruders ihn freut, ist ausgeschlossen. „Seine Blessur schmerzt auch mich. Philipp hat in den letzten Jahren wegen seinen langwierigen Verletzungen und Krankheiten genug gelitten. Er hat ja schon im Herbst angedeutet, zu welchen Leistungen er fähig ist, wenn er gesund und fit ist", lobt David Degen seinen Bruder.

Aber auch umgekehrt erhält David von Philipp viel Lob, auch wenn ein jeder der Degen-Brüder hofft, dass die Partie resultatmässig für seinen aktuellen Arbeitgeber ausgeht.

Mit dem Bruder am Telefon

Über den Match und die möglichen Folgen des Ergebnisses will sich Philipp Degen nicht auslassen. Erstens steht er in den Warteschlange bei der Kasse und will danach in Ruhe essen; und zweitens hängt er gerade am Handy - und die Vermutung liegt nahe, dass am Drahtende Bruder David ist. Zumindest eine interne Familienwette wird laufen, sind sich Bekannte und Kollegen aus dem Degen-Umfeld einig.

Und einige Weggefährten, wie der heutige Aarau-Spielmacher Alain Schultz, erinnern sich, dass «zumindest beim Kicken in der Freizeit es besser war, wenn David und Philipp nicht im gleichen Team waren. Das gab meist nur Stress», so der frühere Basel-Nachwuchsspieler. In einem Wettkampfspiel jedoch würden David und Philipp Degen liebend gerne miteinander spielen.

Aber das kann ja noch werden, «denn wir sind jung und haben noch viel vor», erklärten die beiden unisono anfangs Jahr.