Seit Jahren wartet das Homburgertal auf neue Züge. Doch genug ist genug. «Wir wollen nicht noch länger und noch länger warten», sagt Willi Börlin. Der ehemalige Gemeinderat von Läufelfingen setzt sich seit Jahren für das «Läufelfingerli» ein. «Die Gemeinde ist schon mehrfach bei den zuständigen Stellen vorstellig geworden.»

Eigentlich sind die sechs Bahnhöfe an der 152 Jahre alten Bahnlinie über den Unteren Hauenstein schon im vergangenen Sommer saniert worden. Für rund drei Millionen Franken wurden die Perrons auf 75 Meter ausgebaut. Damit sind sie lange genug, um die üblichen Regio-S-Bahn-Züge des Typs Flirt halten lassen zu können. Gross war die Freude, nun endlich ebenfalls bequeme Niederflurzüge nutzen zu können. Doch wer glaubte, dass die modernen Fahrzeuge rasch zwischen Sissach und Olten verkehren würden, sieht sich getäuscht. Das Homburgertal muss weiter warten.

Alles hat sich verzögert

«Eigentlich sollte das neue Rollmaterial bereits unterwegs sein», sagt der Baselbieter öV-Beauftragte Markus Meisinger. Weil die Zukunft der Bahnlinie aber lange unsicher war, habe sich alles verzögert. Folge: Erst 2010 wurden die Bahnhöfe endlich saniert – doch nun stehen noch immer keine modernen Fahrzeuge zur Verfügung. Erst ab Sommer 2012 soll ein Niederflurzug des Typs GTW zum Einsatz kommen. «Der ursprünglich vorgesehene Typ Flirt ist zu teuer, der GTW etwas kürzer», führt Meisinger aus. «Ansonsten merkt der Fahrgast aber keinen Unterschied.»

Für das lange Wartennennt Meisinger einen weiteren Grund: «Wie üblich ist der Zug Teil einer Sammelbestellung.» Eine solche sei erst abzuwarten gewesen. Denn Züge könne man nicht einzeln bestellen. Und für die S9 wird nur gerade ein Fahrzeug benötigt, das zwischen Sissach und Olten pendelt.

Der neue GTW sei nun aber in Produktion. «Die Lieferzeiten dauern einfach etwas lang», kommentiert Meisinger. Schon mehrfach habe die zuständige Baudirektion denn auch Klagen aus dem Homburgertal erhalten. «Man zeigte sich aber nicht befriedigt von unseren Antworten», sagt der öV-Beauftragte. «Manche fühlten sich nicht ernst genommen. Sie verstehen nicht, warum mit der Bestellung zugewartet wurde.» Aber eben: Die Unsicherheiten seien zu gross gewesen.

Die Ungeduld wächst

Trotz gewissem Verständnis für die Ausgangslage wächst die Ungeduld im Homburgertal allmählich. «Die Gemeinde Läufelfingen setzt sich weiter dafür ein, dass die neuen Züge möglichst bald kommen», betont Börlin. Denn bei dem alten Rollmaterial komme es immer wieder zu technischen Pannen. Auch der Bucktener Gemeinderat Daniel Meier ist mit der derzeitigen Situation nicht zufrieden: «Das jetzige Rollmaterial dürfte über 30 Jahre alt sein und es kommt oft zu Türstörungen.»

Meier arbeitet selber bei den SBB. «Ohne neues Rollmaterial nützen natürlich auch die umgebauten Perrons nichts», nimmt aber auch der regelmässige Pendler kein Blatt vor den Mund. Ähnlich äussert sich Hans-Peter Wullschleger: «Für den Einstieg wären die neuen Züge sicher besser», sagt der Rümlinger Gemeinderat und SVP-Landrat. «Anfangs wurde denn auch reklamiert, mit den alten Kompositionen sei der Einstieg schwierig.»

Für das Homburgertal blieben die neuen Züge ein grosses Anliegen, betont Börlin wiederholt. «Wir haben da weiter den Finger drauf.» Man lebe eben nun mit der Situation in der Hoffnung, dass die neuen Züge bald kommen, ergänzt Wullschleger. Und Gemeinderat Meier fasst zusammen: «Wir warten weiter.»