Bretzwil
Dem Aubach geht das Wasser aus - aber warum?

Klimaerwärmung oder einfach nur weniger Niederschlag? Niemand weiss, warum der Aubach heute weniger Wasser führt als noch vor ein paar Jahren.

Birgit Günter
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Oft ist das Bachbett ausgetrocknet. Zvg/Franz Schweizer

Oft ist das Bachbett ausgetrocknet. Zvg/Franz Schweizer

Früher ist hier ein munteres Bächlein dahingeplätschert, inklusive Forellen. Heute liegen nur noch ein paar feuchte Steine herum – zumindest meistens. Der Bretzwiler Aubach ist je länger, desto öfter eines nicht mehr: ein Bach. «Häufig ist das Bachbett bis auf wenige Pfützen ausgetrocknet», stellt der Einheimische Franz Schweizer fest.

Gemeindeverwalter Rolf Schweizer bestätigt diesen Eindruck: «Früher, also vor 15 bis 20 Jahren, hat der Aubach immer Wasser geführt», erinnert er sich. Er ist sich bewusst, dass dies zwar ein subjektiver Eindruck sei, hängt aber an, dass er ähnliche Aussagen schon von vielen eingesessenen Bretzwilerinnen und Bretzwilern gehört hat.

Nur: Niemand weiss, wieso das so ist. «Klimaerwärmung oder einfach nur weniger Niederschlag?», fragt sich Franz Schweizer. Rolf Schweizer hingegen überlegt, ob der Aubach auf seinem Weg vielleicht eine Quelle «verloren» hat – wegen Erdbewegungen beispielsweise.

Auch der Kanton kann nicht helfen

Bekannt ist: Der Bach entspringt unterhalb des Restaurants Stierenberg und legt bis ins Dorf rund 2,5 Kilometer zurück. Doch das hilft nicht, um das Geheimnis um das ausbleibende Wasser zu lüften – und auch der Kanton kann hier nicht helfen: «Wir haben bei unseren Fliessgewässern zwar rund 25 Messstellen im Kanton, doch nur bei grösseren Gewässern», erklärt Marin Huser, Leiter Oberflächengewässer beim Baselbieter Amt für Umweltschutz und Energie.

Weil der Überlauf des Pumpwerkes für die Wasserversorgung Bretzwil in den Aubach fliesst, führt der Bretzwiler «Dorfbach» immerhin im unteren Teil (wo er Seebach heisst) in der Regel Wasser. «Ansonsten wäre er ein Rinnsaal», vermutet Franz Schweizer.

Das ausgetrocknete Bachbett ist jedoch auch trügerisch: Denn bei Schneeschmelze oder starken Gewitterregen kann der Aubach blitzschnell anschwellen und sogar über die Ufer treten. Im Unterschied zur Trockenphase ist dies immerhin nicht mysteriös.