Pünktlich um 13.59 Uhr trudelt die SP-Bundeshausfraktion beim Bahnhof SBB ein und schlendern gemütlich Richtung Innenstadt. Es regnet, doch Bundesrat Alain Berset lehnt dankend ab, als ihm eine Parteikollegin ihren Regenschirm anbietet.

Der diesjährige Fraktionsausflug führt die Politiker zuerst in das Basler Restaurant Mitte. Danach werden in Gruppen die Basler Rheinhäfen, die IWB-Anlagen oder die Renoir-Ausstellung im Kunstmuseum besucht.

Anita Fetz zeigt der SP-Fraktion «ihr» Basel

Anita Fetz zeigt der SP-Fraktion «ihr» Basel

Weltoffene Stimmung

Alain Berset hat sich für das Kunstmuseum entschieden und entpuppt sich als wahrer Kunstliebhaber. «Anfang des Jahres war ich mit meiner Familie im Tinguely-Museum», sagt er und fügt lachend an, «als Fribourger ist das doch klar! Auch wir haben berühmte Künstler hervorgebracht.»

Doch nicht nur die Kunst gefällt ihm in Basel, auch die Basler an sich sind ihm sympathisch. «Ich mag die weltoffene Stimmung in der Stadt und deren Verbundenheit mit Deutschland und Frankreich», erzählt er. Auch Parteipräsident Christian Levrat mag Basel. «Wenn ich in der Deutschschweiz leben müsste, würde ich nach Basel ziehen. Die Lebensqualität der Stadt ist hervorragend.»

Bestürzung über Ineichens Tod

Eine der wenigen Baslerinnen im Bunde ist Anita Fetz. «Es ist toll, den Parteikollegen Basel ein Stück näher zu bringen», freut sie sich. Die Ständerätin übernimmt die Leitung der Rheinhafen-Tour. «40 Prozent aller In- und Exporte der Schweiz laufen über den Rhein», sagt sie, «das wissen die wenigsten!»

Betroffene Stimmung kommt am Apéro erst auf, als der Tod des Luzerner FDP-Nationalrats Otto Ineichen angesprochen wird. Die SP-Parlamentarier sind bestürzt. «Sein Tod ist ein grosser Verlust, sowohl politisch als auch menschlich», sagt Fetz.

Und Levrat erklärt, warum Ineichen ein guter Politiker war: «Er arbeitete über die Parteigrenzen hinaus und war eine Brücke zwischen Politik und Wirtschaft. Es wird schwierig sein, diese Rolle neu zu besetzen.»

Christian Levrat «Würde nach Basel ziehen»

Christian Levrat «Würde nach Basel ziehen»