Erweiterung der Osttangente

Der Bundesrat genehmigt rund 2,4 Milliarden für den Basler Rheintunnel

Ein neuer Tunnel unter dem Rhein soll die A2/A3 entlasten. (Archivbild)

Ein neuer Tunnel unter dem Rhein soll die A2/A3 entlasten. (Archivbild)

2039 sollen die ersten Autos unter dem Rhein durchfahren – und den verstopften Abschnitt zwischen Hagnau und Wiese entlasten.

Der Rheintunnel begleitet den Basler Baudirektor Hans-Peter Wessels (SP)fast seit Beginn seiner Tätigkeit als Regierungsrat. «Zehn Jahre haben wir auf ihn hingearbeitet. Es ist wunderbar, ich freue mich riesig. Vor allem, dass nun genau das Projekt realisiert wird, das wir uns vorgestellt haben.» Einst war geplant, die Osttangente  zwischen Gellert und Breite auszubauen: Dies zu Lasten der Quartierbewohner, die unter dem Lärm leiden.

Dank der Petition von über 10'000 Baslern sowie von Politikern von Basta bis SVP konnte der Bund dazu bewegt werden, das Bauprojekt in den Untergrund zu verlagern. Am Mittwoch nun hat der Bundesrat entschieden, 2,36 Milliarden Franken für den so genannten Rheintunnel zu sprechen, welcher die Osttangente vom Durchgangsverkehr entlasten soll. Die Strecke zwischen der Verzweigung Hagnau und Wiese ist heute einer der überlastetsten Autobahnabschnitte der Schweiz.

Der Rheintunnel soll mit je einer zweispurigen Röhre Entlastung bringen

Die Strecke soll beim Anschluss Birsfelden beginnen und nördlich des Badischen Bahnhofs enden, wo sie an die Nordtangente (A3) Richtung Frankreich sowie die Osttangente (A2) Richtung Deutschland angehängt wird.

Der Bund plant, die zehnjährigen Bauarbeiten 2029 zu beginnen – in einer Medienmitteilung stellt der Bundesrat aber klar, dass der Zeitplan auch von der Priorisierung der Bauprojekte durch das Bundesparlament abhänge. Wessels hält dies gleichwohl für eine «vorsichtige» Planung und meint: «Wir sind optimistisch, dass das Ganze schon früher gebaut werden kann.»

Basel-Stadt muss anderswo Verkehr abbauen

Es scheint dem Projekt wenig im Weg zu stehen. Wessels sagt: «Es gibt wohl kein Autobahnprojekt, das breiter abgestützt ist.» Tatsächlich: Auch von klassischen Autokritikern ist beim Rheintunnel keine grundsätzliche Opposition zu erwarten. Florian Schreier, Geschäftsführer des VCS beider Basel, sagt, das Projekt der Untertunnelung böte «durchaus Chancen».

Er macht aber darauf aufmerksam, dass das Umweltschutzgesetz Basel dazu verpflichtet, anderswo den Autoverkehr einzuschränken – etwa durch einen Fahrspurabbau. So ist dieser verpflichtet, bei einem Kapazitätsausbau «Massnahmen zu ergreifen, um das übrige Strassennetz im Gegenzug in gleichem Masse dauerhaft von Verkehr zu entlasten», wie es heisst. Auch macht sich Schreier stark für einen wirksamen Lärmschutz für die Anwohner der Osttangente.

Der SP-Baudirektor macht sich um den gesetzlich vorgeschriebenen Verkehrsabbau keine Sorgen

«Dafür ist es noch zu früh.» Wessels stellt aber klar, dass die Breite-, Gellert- und Wettstein-Bewohner nicht bis zur Eröffnung des Rheintunnels auf Entlastung warten müssen. «Die Lärmbelastung entlang der Osttangente wird bereits in naher Zukunft durch rund 1900 Schallschutzfenster sowie Lärmschutzwände an der Schwarzwaldallee und der Galgenhügel-Promenade verringert», sagt er.

Der Grosse Rat hat den entsprechenden Kredit im Mai 2020 bewilligt. Zudem prüfe sein Departement eine 260 Meter lange Überdeckung sowie eine 500 Meter lange Einhausung der Osttangente in der Breite.

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