Jugendzirkus
Der Jugendzirkus ist ein Hotel voller Purzelbäume

Der Quartierzirkus Bruderholz widmet sein neues Programm «Cirqôtel»einem lebhaften Hotel mit artistischem Personal. Eine Hotel-Lounge mitten in der Manege, Artisten als Zimmermädchen und Gäste aus aller Welt, die ihre Showeinlagen präsentieren.

Mélanie Honegger
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Bei allen Wagnissen bleiben die QCB-Artisten gelassen. zvg

Bei allen Wagnissen bleiben die QCB-Artisten gelassen. zvg

Das 34. Programm «Cirqôtel» des Quartierzirkus Bruderholz (QCB) gleicht einem Besuch in einem Hotel, das mit ungewöhnlichen Hotelgästen und artistischem Personal aufwartet.

Die Stimmung rund um das Zirkuszelt auf dem Bruderholz ist prächtig, das Wetter ebenso, und in der Luft des lauen Sommerabends liegt der Geruch von Popcorn.

Dann beginnt das Spektakel, die Zirkusband im Hintergrund gibt ihr Bestes, und das ist auch wirklich gut: Stets mit viel Schwung unterstützt sie die jungen Artisten bei ihren Darbietungen. Diese wirbeln in immer neuen bezaubernden Outfits durch die Manege: Als verführerische Showgirls schwingen sie sich am Trapez durch die Luft, klettern mit Kochmütze flink den Mast hinauf oder balancieren als schicke Damen mit Perlenketten geschickt über das gespannte Seil.

Harmonie unter den Artisten

Überzeugend sind die Auftritte der Jugendlichen aber nicht nur wegen deren Outfits und ihres Könnens, sondern insbesondere aufgrund ihrer spürbaren Freude an den Kunststücken. Ab und zu nimmt die Nervosität überhand, ansonsten strahlen die Beteiligten und meistern auch schwierige Situationen mit Humor.

Einer der souveränsten Auftritte ist zweifellos derjenige von Viktor Krachinov. Der Russe ist einer der Artisten, die im Rahmen des diesjährigen QCB-Jugendzirkusfestivals nach Basel eingeladen wurden und abwechselnd eine Nummer in das Zirkusprogramm integrieren. Für seine tänzerische Jonglage-Einlage erntet er vom Premierenpublikum tosenden Applaus.

Unter den Basler Zirkustalenten fallen besonders die zwei Lady-Gaga-Kopien auf, die sich als Schlangenmenschen scheinbar mühelos verbiegen. Gelungen sind auch die Partnerakrobatik-Nummern, bei denen die jungen Artisten besonders gut harmonieren. Dann stützen die älteren Mitglieder die Jüngsten im Bunde, wenn diese noch etwas wackelig auf ihren Schultern stehen, und sorgen mit ihrer Ruhe für einen reibungslosen Ablauf.

«Uns sälber si»

Nach etwas mehr als zwei Stunden ist das bunte Showprogramm zu Ende. Die gesamten Hotelgäste, Portiers, Putzfrauen und Köche versammeln sich im «Stärnlizält» und singen zusammen den QCB-Song. «Uns sälber si» ist laut dem Songtext eine der Tätigkeiten, denen sich die Kinder und Jugendlichen im Quartierzirkus widmen können.

Tatsächlich scheinen die jungen Leute, die von der Musik bis zu den Kostümen die ganze Zirkusvorstellung selbst organisieren, eine grosse und zufriedene Familie zu sein: Während im Publikum die Wunderkerzen Funken sprühen, leuchten auf der Bühne die Augen.

Der Quartierzirkus Bruderholz ist mit seinem Programm «Cirqôtel» noch bis zum 10. August beim Wasserturm auf dem Bruderholz zu sehen. Der Eintritt ist kostenlos. Weitere Informationen unter www.qcb.ch