Bis jetzt zahlen die Benützer des Tarifverbundes für die Fahrten in der Nacht auf Samstag und auf Sonntag für eine Zone einen Zuschlag zum normalen Billett von drei Franken, für zwei oder mehr Zonen von fünf Franken. Das soll ab dem Fahrplanwechsel im Dezember wegfallen.

Rund 630 000 Franken Einnahmen, zwei Drittel des Aufwandes fürs TNW-Nachtnetz, müssen laut Büttiker kompensiert werden. Für eine Abschaffung müssten laut Statuten alle involvierten Kantone und Transportunternehmen zustimmen oder sich zumindest enthalten.

Solothurn und Aargau sagen Ja

Die Parlamente in den Kantonen Basel-Stadt und Baselland haben schon grünes Licht für die Kostenübernahme gegeben. Bisher zierten sich noch der Kanton Solothurn, der mit Gemeinden in den Bezirken Dorneck und Thierstein betroffen ist, sowie der Kanton Aargau, der vor allem durch die Gemeinden im Fricktal tangiert ist.

Beide Kantone scheinen nun einzulenken: «Nach aktuellem Stand werden wir der Abschaffung zustimmen», sagt Ludwig Dünbier, Leiter öffentlicher Verkehr im solothurnischen Amt für Verkehr und Tiefbau, auf Anfrage der Basellandschaftlichen Zeitung. Mit einem Vorbehalt: «Sofern der Kanton Aargau ebenfalls einwilligt.»

Weiter östlich sind die Signale aber genauso positiv: «Wir werden zustimmen, weil wir den Tarifverbund als Einheit betrachten», bestätigt Hans Ruedi Rihs, Leiter öffentlicher Verkehr im Aargau. Damit kommt er auch einem Wunsch der Jungsozialisten aller Nordwestschweizer Sektionen nach, die den Aargau in einer in dieser Woche eingereichten Petition auffordern, den Zuschlag abzuschaffen. TNW-Chef Büttiker warnt allerdings vor verfrühter Euphorie im Blick auf die Versammlung: «Wir sind auf gutem Weg, aber es bleibt noch eine Restunsicherheit.»

Verhandeln mit den Gemeinden

Die Restunsicherheit betrifft die Solothurner Gemeinden. Die Transportunternehmen müssen nämlich mit jeder einzelnen Gemeinde aushandeln, ob sie den zusätzlichen Mehraufwand übernehmen will. «Das ist sehr aufwändig und nicht sehr effizient für ein Spezialangebot wie das Nachtnetz», ärgert sich TNW-Direktor Büttiker. In Solothurn gehört nämlich das Nachtnetz nicht zum öV-Grundangebot.

Ein entsprechender Auftrag wurde letztes Jahr im Kantonsparlament mit einer Stimme verworfen. So sind weiter die Gemeinden dafür zuständig. Büttiker hofft allerdings, dass die Baselland Transport AG (BLT) sich mit den 7 Solothurner Gemeinden bis zur Versammlung einigen kann. Die jährlichen Mehrkosten pro Gemeinde betragen laut TNW-Direktor Büttiker, der auch BLT-Chef ist, zwischen 1000 und 4000 Franken.

So weit sind die Postauto Nordschweiz noch nicht, wie deren Leiter Roman Cueni berichtet: «Resultate existieren mit den 13 Solothurner Gemeinden bis dato keine, und wir schaffen dies auch nicht bis zur Vollversammlung.» Man arbeite aber an einer einheitlichen Lösung aus Sicht des Kunden, verspricht Cueni. «Den Zuschlag bei jenen Fahrgästen zu erheben, die in den Kanton Solothurn fahren, wäre als Alternative dazu wenig attraktiv – vor allem, wenn das Personal dies umsetzen müsste.»

Die Autobus AG Liestal verhandelt gemäss Geschäftsführer Hansruedi Bieri nur mit zwei Gemeinden: Büren und Nuglar-St. Pantaleon. «Wir warten den definitiven Entscheid von heute noch ab, bevor wir auf die Gemeinden zugehen.» Für Bieri ist allerdings klar, wie er ausfallen wird: «Die Abschaffung des Nachtzuschlags ist reine Formsache.»