Uni Basel
Der Uni Basel fehlt die finanzielle Unterstützung, um an der Spitze zu bleiben

Im internationalen Vergleich rutscht der Hochschulstandort Basel ab. Das liegt gemäss Beat Münch, Adjunkt des Uni-Rektors, an den fehlenden Mitteln. Im nächsten Jahr wolle man aber wieder einen Sprung nach vorne machen.

Muriel Mercier
Merken
Drucken
Teilen
Die Uni Basel verliert den Anschluss an die Weltspitze

Die Uni Basel verliert den Anschluss an die Weltspitze

Nicole Nars-Zimmer

Forscher der Universität Basel sind gefragt. Ihre Arbeiten werden in der Fachwelt häufig publiziert. Ein Fakt, den das britische Hochschulmagazin «High Times Education» (THE) der Uni als herausragend bewertet. Dieses veröffentlichte sein jährliches Ranking der weltweit besten 200 Universitäten.

Neben den häufigen Forschungs-Publikationen bewertet das THE die erfolgreiche Einwerbung von Forschungsgeldern der Uni Basel positiv. Zudem beweise die hohe Anzahl ausländischer Studierender und Lehrkörper in Basel Internationalität, heisst es. Trotz der guten Bewertung landet Basel nur auf dem 141. Rang und verliert 30 Plätze zum Vorjahr. «Ein enttäuschendes Resultat», gibt Beat Münch, Adjunkt des Uni-Rektors, zu. Vor allem weil Basel kürzlich im Vergleich zu 2011 im QS-Ranking 30 Plätze und im Schanghai-Ranking vier Plätze wettgemacht hat.

Unis in Asien holen auf

Münch stuft den 141. Platz nicht als Katastrophe ein. «Alle Schweizer Unis ausser der ETH Zürich haben schlechter abgeschnitten.» Basel habe zudem in fast allen Kriterien besser abgeschlossen als 2011. Er analysiert: «Die Unis, in die finanziell investiert wird, machen Ränge gut. Darum holen die Hochschulen in Asien mehr auf.» Die Unis dort würden seit Jahren massiv unterstützt.

Tatsächlich machten allein vier Unis in Korea insgesamt 127 Plätze gut. Auch vorne mit dabei sind Tokio (27. Platz), Singapur (29), Hongkong (35) und Peking (46). Die umgekehrte Tendenz zeigt sich in den USA, denn von den 76 amerikanischen Unis in der 200 Plätzen umfassenden Rangliste sind 51 zurückgefallen – ein Minus von 368 Rängen. Dasselbe Phänomen ist in Grossbritannien zu beobachten. Viele westliche Universitäten stagnieren, heisst es dazu bei THE, und wer nicht investiert, fällt zurück.

Auch holländische Hochschulen auf der Überholspur

Überholt wurden die Schweizer Unis unter anderem von den holländischen Hochschulen. Laut THE haben die Niederlande dieses Jahr wesentlich detailliertere Daten geliefert als bisher. Das Ranking ist auf Informationen aus den Unis angewiesen – unter anderem über Anzahl der Prüfungsabgänger, das Personal, das Verhältnis von Schweizern zu Ausländern sowie der publizierten Forschungsarbeiten. Einfluss auf die Bewertung des THE haben auch Meinungen von angefragten Professoren. «Dabei handelt es sich um subjektive Wahrnehmungen, die wir nicht beeinflussen können», betont Münch.

Exaktere Daten sollen helfen

Ranglisten zu den besten Unis der Welt werden seit rund 20 Jahren erstellt, weiss Beat Münch. Am Anfang hatten diese zum Ziel, den Studenten in den USA beim Entscheid zu helfen, welche Uni ihnen zusagt. Nun habe sich dies zu einem Wettbewerb entwickelt. Münch findet den Wettlauf nicht uninteressant, aber: «Universitäten sind weltweit aufgrund der grossen System-Unterschiede schwierig in einer Rangliste zu vergleichen. Mich würde ein Ranking zu deren Stärken und Schwächen mehr interessieren.» Damit die Uni Basel im nächsten Jahr besser abschneidet, werde man weiter an der Qualität der zu liefernden Daten arbeiten.