Weit über 500 Personen haben bereits die Petition «Kulturvielfalt willkommenheissen» unterschrieben, wie Petitionär Chaim Howald der bz bestätigt.

Die Aktion läuft noch bis morgen. Das Ziel sind 700 Unterschriften. Das wären doppelt so viele wie die Asylheim-Gegner gesammelt haben. Beide Petitionen haben vor allem symbolischen Wert. Das Asylheim ist beschlossene Sache.

Befürworter sind besser vernetzt

«Die Menschen hier haben keine Angst vor dem Fremden und sind mit ihrem bunt durchmischten Quartier sehr zufrieden», sagt Howald. Zudem sind die Petitionäre gut vernetzt: Alle wohnen im Quartier. Beim lokalen Gewerbe liegen Unterschriftenbogen auf.

Helfen dürfte auch, dass die Juso die Petition unterstützt. Ältere Leute aus christlichen Kreisen gehen auf der Strasse Unterschriften sammeln. Und auch im Internet kann die Petition unterschrieben werden.

Besser in kleinen Gruppen als in einem Sammelzentrum

«Wir müssen die Asylsuchenden sowieso in Basel unterbringen», sagt Howald. Es sei besser, der Kanton verteile sie in kleinen Gruppen über die Stadt, statt dass er sie in einem Sammelzentrum abschottet. «Nur so können schädliche Parallelgesellschaften effizient verhindert werden», meint Howald.

«Es gibt immer mehr Asyl-Einrichtungen im Kleinbasel», schimpft hingegen Abdul Furrer vom Anwohner-Komitee, das eine Petition gegen das Asylheim eingereicht hat. Die 350 Unterzeichner befürchten, dass mit dem Asylheim die Kriminalität im Quartier steigen würde.

Furrer ist nicht überrascht, dass die Befürworter mehr Unterschriften haben als er: «Bei denen sind die typischen Leute aus SP, Juso, Grüne und Basta dabei.»

Furrer wirft den Asylheim-Befürworten vor, dass ihre Petition nicht die Anwohner repräsentiere. «Viele haben unterschrieben, obwohl sie gar nicht dort wohnen», sagt Furrer. Doch auch bei seiner Petition sind nicht alle Unterzeichner direkt Betroffene.

Asylheim und Kultur

«Es freut mich, dass sich viele Anwohner für ein Wohnhaus für Flüchtlinge aussprechen», sagt Asylkoordinatorin Renata Gäumann. In den kommenden Wochen gebe es eine Informationsveranstaltung zur Nutzung der Liegenschaft an der Feldbergstrasse 47.

Im Parterre wird «Unterdessen», ein Kulturverein für Zwischennutzungen, einziehen. Auf den oberen Stockwerken werden maximal 25 Flüchtlinge untergebracht.
«Vor dieser Veranstaltung wird das Haus nicht bezogen», sagt Gäumann. Bei der Veranstaltung steht die Nutzung der Liegenschaft nicht zur Diskussion. Dazu Gäumann: «Es geht darum zu schauen, wie wir ein gutes Miteinander von Anwohnerschaft und Asylsuchenden ermöglichen können.»