Tourismusbranche

Die chinesischen Gäste fehlen – Basel Tourismus leidet unter dem Corona-Virus

Das grassierende Corona-Virus macht der Basler Tourismusbranche einen Strich durch die Rechnung.

Das grassierende Corona-Virus macht der Basler Tourismusbranche einen Strich durch die Rechnung.

Stornierte Flusskreuzfahrten und leere Hotelbetten: Basel Tourismus und die Schweizerischen Rheinhäfen leiden unter dem Corona-Virus.

Von Amsterdam, Paris oder Trier. Nach Innsbruck oder zu den norwegischen Fjorden. Basel ist der Schweizer Hotspot der Flusskreuzfahrten. 2018 reisten rund 130000 Kreuzfahrttouristen an. Im Schnelldurchlauf besuchen sie die wichtigsten Sehenswürdigkeiten: Münster, Rathaus, Mittlere Brücke und zurück zum Passagierterminal im St. Johann. Bereits vor zwei Jahren sah Basel Tourismus die grossen Möglichkeiten in Kreuzfahrttouristen. «Wir sehen in dieser Gästegruppe ein grosses Potenzial für Basel», sagte Tourismusdirektor Daniel Egloff damals zur bz. Zahlen des Bundes zeigen: Chinesische Gäste buchten 2018 rund 1,5 Millionen Übernachtungen in Schweizer Hotels. Sie sind für vier Prozent der Logiernächte verantwortlich.

Umsatz bricht wegen Corona-Virus ein

Nun macht das grassierende Corona-Virus der Tourismusbranche einen Strich durch die Rechnung. Airlines sagen Flüge von und nach China ab. In Luzern rechnet man laut «Zentralplus» mit einem Umsatzeinbruch von 30 bis 50 Prozent. Und auch in Basel sehen die Prognosen schlecht aus: Basel Tourismus teilt mit, dass geplante Führungen und Begleitungen von chinesischen Kreuzfahrt-Reisegruppen für die Monate März und April 2020 komplett storniert worden seien. «Wir haben Umsatzeinbussen im höheren fünfstelligen Bereich und müssen zudem mit weiteren Annullierungen rechnen», sagt Egloff auf Anfrage. Der unmittelbare Schaden halte sich noch in Grenzen, 2018 verzeichnete Basel Tourismus einen Umsatz von 1,4 Millionen Franken.

Das Passagierterminal im St. Johann gehört dem Kanton Basel-Stadt, der Betrieb läuft über die Schweizerischen Rheinhäfen. Sprecher Simon Oberbeck bestätigt die Stornierungen gegenüber der bz: «Die Reedereien haben ihre Buchungen für Anfang Saison gestrichen.» Solche Ausfälle gehörten zum Alltagsgeschäft. Deshalb seien auch die finanziellen Auswirkungen überschaubar, so Oberbeck.
Daniel Buchmüller, Präsident der Interessengemeinschaft River Cruise, weiss ebenfalls vom Zusammenbruch der Buchungsanfragen seitens chinesischer Touristen. Bisher seien Flusskreuzfahrten für sie nicht an oberster Stelle gestanden. «Aber der Markt befindet sich derzeit in einem Wachstum. Dieses wird nun durch die Auswirkungen des Corona-Virus gebremst», sagt Buchmüller. Tröstend für die Reedereien sei, dass «die Nachfrage von Gästen aus den USA und Europa auf sehr hohem Niveau stabil» sei. Da gewisse Anbieter komplett auf Touristen aus China ausgerichtet seien, hätten sie nur zwei Optionen: «Entweder ändern sie ihr Angebot, oder sie legen die Schiffe still.»

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