Rauchen
Die Fasnächtler beugen sich Rauchverbot

Zum ersten Mal gilt an der diesjährigen Fasnacht ein Rauchverbot: Die Basler mucken auf, die Baselbieter bleiben ruhig. Das zeigt eine Umfrage bei verschiedenen Lokalen. Die Polizeiwill vermehrt Präsenz markieren.

Birgit Günter
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Zumindest an einem Fasnachts-Umzug war die gefürchtete Rauchpolizei schon im Einsatz.

Zumindest an einem Fasnachts-Umzug war die gefürchtete Rauchpolizei schon im Einsatz.

Dem Rauchverbot steht die grösste Belastungsprobe seit seiner Einführung bevor: die Fasnacht. Einige rebellische Basler Fasnächtler haben auch bereits angemeldet, dass sie das Rauchverbot umgehen wollen (siehe Kasten). Im Unterschied dazu verhalten sich die Baselbieter in dieser Sache überraschend ruhig.

Basler aufmüpfiger

Während der Basler Fasnacht haben die Behörden vor, genau zu kontrollieren, ob das Rauchverbot eingehalten wird. Im Fokus stehen insbesondere die Cliquenkeller. Diese sind zwar Vereinskeller, aber während der Fasnacht meist öffentlich zugänglich - deswegen darf dort während der «drey scheenschte Dääg» nicht geraucht werden. Dies passt aber einigen rebellischen Geistern gar nicht. Der Raucherbeizenverbund Fümoar plant nun eine Fasnachtsaktion speziell für Cliquenkeller, wie die «Basler Zeitung» berichtete. Angedacht sei, dass die Gäste beim Eintritt in den Cliquenkeller gratis einen Fümoar-Fasnachtsmitgliederausweis erhalten, heisst es. An einer Pressekonferenz nächsten Dienstag teilt der Raucherclubverein Fümoar weitere Informationen mit. (big)

Polizei vermehrt präsent

Falls die Polizei jedoch Hinweise zu Widerhandlungen erhalte, würde sie Meldung machen an die zuständige Behörde, in diesem Fall das Patentbüro. Grundsätzlich würden an der Fasnacht die gleichen Regeln gelten wie sonst. Einziger Unterschied: Die Polizei ist vermehrt präsent – zu Präventionszwecken, wie es heisst.

Da es die erste Fasnacht unter dem neuen Regime ist, ist völlig offen, wie viele schwarze Schafe sich um das Rauchverbot scheren werden. Viel zu tun haben dürfte die Polizei deswegen, zumindest im Baselbiet, nicht. Dies zeigen die Erfahrungen mit dem seit einem Dreivierteljahr geltenden Gesetz. In den letzten drei Monaten sind beim Pass- und Patentbüro nur 15 Meldungen eingegangen.

Der grösste Teil respektiert Verbot

«Der grösste Teil der Gäste respektiert das Rauchverbot», stellt auch Gruber fest. Ebenso folgsam gibt sich Chris Hürzeler von der von der an der Fasnacht jeweils sehr beliebten Relax-Bar in Therwil: «Klar beachten wir das Rauchverbot», betont er. Denn Gesetz sei Gesetz, und er wolle keine Scherereien.

Skeptisch ist hingegen Daniel Scheidegger von der Sportbar in Liestal. Er würde eine temporäre Aufhebung des Rauchverbots sehr begrüssen. Denn Scheidegger bezweifelt, ob ein Verbot durchgesetzt werden kann. «Wie soll man den Leuten mitten im Fasnachtstrubel das Rauchen verbieten?», fragt er rhetorisch, lacht, und lässt damit auch ein bisschen Revoluzzergeist durchblicken.