Rauchen

Die Fasnächtler beugen sich Rauchverbot

Bild: Walter Schwager

Zumindest an einem Fasnachts-Umzug war die gefürchtete Rauchpolizei schon im Einsatz.

Bild: Walter Schwager

Zum ersten Mal gilt an der diesjährigen Fasnacht ein Rauchverbot: Die Basler mucken auf, die Baselbieter bleiben ruhig. Das zeigt eine Umfrage bei verschiedenen Lokalen. Die Polizeiwill vermehrt Präsenz markieren.

Dem Rauchverbot steht die grösste Belastungsprobe seit seiner Einführung bevor: die Fasnacht. Einige rebellische Basler Fasnächtler haben auch bereits angemeldet, dass sie das Rauchverbot umgehen wollen (siehe Kasten). Im Unterschied dazu verhalten sich die Baselbieter in dieser Sache überraschend ruhig.

«Bei uns herrscht nicht die gleiche Revoluzzer-Stimmung wie in Basel», bestätigt Bruno Gruber von Gastro Baselland. Auch die Baselbieter Sicherheitsdirektion verzichtet auf eine Kampfansage: «Für die Fasnachtstage sind keine besonderen Vorkehrungen geplant», teilt Regierungsrätin Sabine Pegoraro mit. «Die Polizei macht von sich aus keine rauchverbotsspezifischen Kontrollen.»

Polizei vermehrt präsent

Falls die Polizei jedoch Hinweise zu Widerhandlungen erhalte, würde sie Meldung machen an die zuständige Behörde, in diesem Fall das Patentbüro. Grundsätzlich würden an der Fasnacht die gleichen Regeln gelten wie sonst. Einziger Unterschied: Die Polizei ist vermehrt präsent – zu Präventionszwecken, wie es heisst.

Da es die erste Fasnacht unter dem neuen Regime ist, ist völlig offen, wie viele schwarze Schafe sich um das Rauchverbot scheren werden. Viel zu tun haben dürfte die Polizei deswegen, zumindest im Baselbiet, nicht. Dies zeigen die Erfahrungen mit dem seit einem Dreivierteljahr geltenden Gesetz. In den letzten drei Monaten sind beim Pass- und Patentbüro nur 15 Meldungen eingegangen.

Der grösste Teil respektiert Verbot

«Der grösste Teil der Gäste respektiert das Rauchverbot», stellt auch Gruber fest. Ebenso folgsam gibt sich Chris Hürzeler von der von der an der Fasnacht jeweils sehr beliebten Relax-Bar in Therwil: «Klar beachten wir das Rauchverbot», betont er. Denn Gesetz sei Gesetz, und er wolle keine Scherereien.

Skeptisch ist hingegen Daniel Scheidegger von der Sportbar in Liestal. Er würde eine temporäre Aufhebung des Rauchverbots sehr begrüssen. Denn Scheidegger bezweifelt, ob ein Verbot durchgesetzt werden kann. «Wie soll man den Leuten mitten im Fasnachtstrubel das Rauchen verbieten?», fragt er rhetorisch, lacht, und lässt damit auch ein bisschen Revoluzzergeist durchblicken.

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