Allschwil

Die Gemeinde Allschwil durchstösst eine magische Grenze

Die Wachstumsgemeinde Allschwil wird bald den 20 000. Einwohner feiern können. Er dürfte eher in eines der neuen Quartiere als in ein Riegelhaus im berühmten Dorfkern ziehen. Foto: Kenneth Nars

Die Wachstumsgemeinde Allschwil wird bald den 20 000. Einwohner feiern können. Er dürfte eher in eines der neuen Quartiere als in ein Riegelhaus im berühmten Dorfkern ziehen. Foto: Kenneth Nars

Allschwil wird sehr bald die erste Baselbieter Gemeinde mit über 20000 Einwohnern sein. Und: «Wir haben noch weitere Bauland-Reserven, um wachsen zu können», sagt Gemeindepräsident Anton Lauber.

Als Willkommensgeschenk ein Bankbüchlein mit 20000 Rappen, Bäcker und Beschriftung der Torte sind festgelegt, die Feier ist bereits bis ins Detail geplant. Nur zwei Fragen sind noch offen: Wann findet der Anlass statt? Und vor allem: Wie heisst der Gefeierte?

Allschwil, die grösste Baselbieter Gemeinde, rüstet sich für den 20000. Einwohner. Möglicherweise noch dieses Jahr wird «Schwellheim», wie die Allschwiler ihr Dorf bezeichnen, diese magische Grenze durchstossen. Nie zuvor hat es auf Baselbieter Boden eine Gemeinde dieser Grösse gegeben. Lange lehrte man zwar, dass in Augusta Raurica in der Blütezeit um 200 nach Christus rund 20000 Personen lebten. Neuere Forschungsresultate führen aber dazu, dass diese Zahl nach unten korrigiert werden muss. Damals bevölkerten «nur» zwischen 9000 und maximal 15000 Gallo-Römer die berühmte Stadt, wie Debora Schmid, die Leiterin Archäologie und Forschung, bestätigt.

19440 Einwohner Ende 2010

19440 Einwohner wurden Ende letzten Jahres aus Allschwil gemeldet, Ende August lag die Zahl bei 19763, die Zahl klettert also eilig in die Höhe. Der Einwohnerdienst ist deshalb angehalten, ab sofort minuziös mitzuzählen, damit wirklich der 20000. Einwohner, der sich in Allschwil anmeldet, erwischt wird und die Feier festgesetzt werden kann.

Das ganze Aufheben bezwecktauch, dass Allschwil nicht nur als grösste, sondern auch als weiterhin wachsende Stadt zur Kenntnis genommen wird. Denn in den vergangenen Jahren hat sie sich mit Reinach ein Prestigeduell um den Titel der grössten Gemeinde des Kantons geliefert. Reinach hatte bis 1981 und dann von 2000 bis 2007 die Nase vorne. Seit 2008 ist Allschwil die Nummer eins. Doch das wurde nicht einmal beim neuen Leader zur Kenntnis genommen. So hiess der Moderator des Landratspräsidentenfests zu Ehren von Hanspeter Frey im Sommer 2009 die Gäste im berühmten Dorfkern «der zweitgrössten Gemeinde des Kantons» willkommen.

1500 neue Einwohner in der alten Ziegelei

Gemeindepräsident Anton Lauber, der oberste Organisator jenes Fests, zuckte damals zusammen. Inzwischen kann er es gelassen nehmen. Denn das Prädikat, die grösste im Kanton zu sein, dürfte seiner Gemeinde so schnell nicht mehr streitig gemacht werden. Noch immer ziehen neue Familien in die neuen Häuser im Areal der früheren Ziegelei, das total 1500 neuen Einwohnern Platz bietet. Das sind mehr Personen, als Nachbar Schönenbuch zählt. Und auch in einer weiteren Überbauung, dem Elco-Areal im einstigen Neu-Allschwil, sind die ersten Wohnungen bereits bezogen. Durchaus möglich also, dass der gefeierte Zuzüger auf dem Gelände eines einst bekannten Wirtschaftsprodukts aus seiner neuen Wohngemeinde heimisch sein wird.

Die Vorortsgemeinde westlich von Basel hat ihren Plafond noch nicht erreicht, wenn die beiden Wohnareale endgültig bezogen sind. «Wir haben noch weitere Bauland-Reserven, um wachsen zu können», sagt Anton Lauber. Auf diesen Gebieten stehen heute teilweise Schrebergärten. Und das Gebiet «Wegmatten», der ewige Zankapfel nicht weit vom Dorfkern entfernt, ist noch immer ungenutzt. Zwei Bauprojekte auf dem ehemaligen Garten-Gelände fanden beim Stimmvolk keine Gnade, das Gebiet dient heute Hunden als riesige
WC-Anlage. Lauber weist zudem auf das neue Zonenreglement hin, das verdichtetes Bauen erlaubt und damit den Grössten noch grösser werden lässt.

Reinach, die Nummer zwei im Kanton, stand Ende 2010 noch mit 18787 Personen zu Buche. Die Gemeinde muss sich also sputen oder, wie die Römer, Allschwil ziehen lassen.

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