Spalenberg

Die Laden-Inhaber fürchten Einbussen

Seine Steilheit und die Mischung aus Wohn- und Geschäftsquartier macht den Spalenberg einzigartig.

Spalenberg

Seine Steilheit und die Mischung aus Wohn- und Geschäftsquartier macht den Spalenberg einzigartig.

Die Bauarbeiten am Spalenberg lösen bei Laden-Betreibern Existenzangst aus. Mit Schwierigkeiten rechnen sie vor allem wegen der langen Bauzeit.

Anna Bürgin vom Kinder- und Jugendbuchladen bereiten die kommenden Bauarbeiten am Spalenberg «grossen Kummer». Schon seit 32 Jahren betreibt sie ihr Geschäft für die Kleinen und hat schon etliche Löcher am Spalenberg miterlebt. Doch was jetzt auf sie und ihre Kolleginnen und Kollegen zukommt, sei einmalig. «Es ist vor allem die Dauer der Bauzeit, die uns allen grosse Schwierigkeiten machen wird.»

Der Spalenberg ist mit seiner Steilheit, seiner Mischung aus Wohn- und Geschäftsquartier und seinen Läden einzigartig. «Am Spalenberg trifft es den übrig gebliebenen Mittelstand und die geschäftlichen Traditionen der Stadt», sagt Anna Bürgin. Sie zeigt sich überzeugt, «dass wegen der fehlenden Kundschaft ein paar Ladenbesitzer das Handtuch werden werfen müssen».

«Nicht auf uns gehört»

Damit die Ladenbesitzer und Anwohner den Mut nicht verlieren, dafür hat das Bau- und Verkehrsdepartement um Vorsteher Hans-Peter Wessels viel getan. In Informationsveranstaltungen wurde das Bauvorhaben erklärt und auf die aufkommenden Lärm- und Dreckimmissionen hingewiesen. In jeder öffentlichen Mitteilung erwähnt und lobt der Kanton die Zusammenarbeit mit der IG Spalenberg, dem Quartierverein «Lääbe in der Innerstadt» und einzelnen Anwohnern und Gewerbetreibenden ausdrücklich.

Doch nicht alle finden, dass diese Auseinandersetzung für beide Seiten nützlich war: «Mitreden ja, mitbestimmen nein», sagt Erich Wyss von der Musica Classica AG. Geht es nach ihm, herrscht beim Kanton «eine gelenkte Demokratie». Er bezweifelt nicht, dass die Bauarbeiten nötig sind. «Ich kann mich mit dem Endergebnis nicht anfreunden. Das Absenken des Trottoirs und die neuen Pflastersteine sind vielen hier ein Dorn im Auge. Doch niemand von den Verantwortlichen hat auf uns gehört. Im Winter werden die Leute ausrutschen, und bei starken Gewittern werden die Geschäfte unterspült.»

Nicht alle Ladenbesitzer reden in der Öffentlichkeit Klartext wie Erich Wyss. Eine nicht namentlich genannt werden wollende Verkäuferin von Lederwaren gibt Existenzängste zu. Sich auf die schwierigen Monate vorzubereiten, sei praktisch unmöglich. «Ich habe vorsichtshalber weniger Waren eingekauft als normal.» Auch die Verantwortlichen der Konditorei Gilgen rechnen mit drastischen Einbussen: «25 bis 30 Prozent werden es sein – ganz bestimmt.»

Laut André Frauchiger vom Baudepartement werden in solchen Fällen aber nie finanzielle Entschädigungen gesprochen.

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