Eishockey
Die Rasenmäher gehen jetzt auch aufs Eis

Die Wege sind zwischen St.Jakob-Arena und St.Jakob-Park. Deswegen müssen die Rasenwärter von Basel United jetzt auch Eis putzen. Vor dem Summer Ice Hockey wurden Greenkeeper und Eismeister vereint.

Leif Simonsen
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Bis vor einigen Monaten waren die Aufgaben getrennt. Dann machte Basel United aus den Greenkeepern und Eiskeepern Allrounder. «Wenn der Weg zwischen dem Fussball- und Eishockeystadion so kurz ist, muss man die Synergien nutzen», sagt Dominique Huber, der neue leitende Facility Manager. Statt hellgrünen T-Shirts bei den Rasenmähern und hellblauen bei den Eismeistern gibt es jetzt für alle dunkelblau. Morgens, wenn noch Tau auf dem Rasen liegt, reinigen die neuen Allrounder das Eis für die Trainings – später muss der Rasen im Fussballstadion gemäht werden. Im Sommer wächst der zwischen 0,8 Millimetern und einem Zentimeter täglich. «Gemacht ist der Rasen allerdings in zwei Stunden», sagt Huber.

Anfangs, sagt Huber, sei die Umstellung auf Skepsis gestossen. «Wie jede Veränderung». Langsam aber gewöhnt sich das Team an die neue Herausforderung, die ja auch eine «Bereicherung für jeden Einzelnen ist».

Der eine oder andere Stolperstein stellte sich der Mannschaft um Huber im Verlauf der vergangenen Woche in den Weg – nie jedoch waren sie um eine kreative Lösung verlegen. Erst musste der Waschmaschinen- und Tumblerbestand aufgestockt werden. Ehemalige NHL-Profis wie Maxim Afinogenov wollen weder in verschwitzten noch in nassen Leibchen spielen. «Während des Turniers laufen die Maschinen fast nonstop», sagt Huber. Mangels Platz in den Katakomben mussten sie neben dem Zamboni-Parkplatz aufgestellt werden. Dort muss die Eismaschine nun «auf den Millimeter genau einparkieren», wie Huber sagt. Kein selbstverständliches Manöver; schliesslich stehen den neuen Eismeistern auch eine neue Eismaschine zur Verfügung.

Den alten Benziner ersetzte man durch eine batteriebetriebene, umweltfreundliche Maschine. «Eine mit tausend nützlichen Gadgets», wie Huber sagt. Und eine, die endlich auf dem Niveau derjenigen in Bern oder Davos ist. Den Benziner wollten die Eismeister aber als Reserve in der Hinterhand haben. Nichts wäre peinlicher, als wenn man bei einem Weltklasseturnier das Eis nicht putzen könnte. Man holte den verstaubten Benziner aus dem Keller – worauf dieser bei der Proberunde den Geist aufgab und wieder auf Vordermann gebracht werden musste. Auch die neue, moderne Maschine kam kurz ins Stocken: Sie «schluckte» einen Puck, den der Eismeister übersehen hatte. Damit nicht genug der Herausforderungen: Seit diesem Jahr werden spezielle Logos der Sponsoren in die Eisfläche eingelegt. Diese müssen nach dem Turnier wieder herausgefräst werden, sodass der EHC die Meisterschaft mit seinen Saisonsponsoren beginnen kann.

Die Russen, Finnen und Kasachen werden dann abgereist sein. Sie haben schon vor einer grösseren Kulisse gespielt und begehrtere Trophäen als die Emil Handschin Trophy in der Hand gehalten. Von den Stolpersteinen der neuen Multitalente in der Arena werden sie aber nichts mitbekommen haben – wahrscheinlich das grösste Kompliment, das das Facility Management bekommen kann. Für Huber ist das trotzdem kein Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Immer wieder schaut er bei den Grossen rein, dem SC Bern und dem HC Davos. «Stehenbleiben ist keine Option», sagt er. «Wir müssen uns jeden Tag neu erfinden.»