Selbstbestimmung
«Die Sozialhilfe machte mich krank und wütend»: Frau Diouf will die Unterstützung nicht mehr

Alima Diouf hatte genug: Die Senegalesin hat freiwillig auf Sozialhilfe verzichtet. Sie fand, der Staat habe ihr die Selbstbestimmung geraubt.

David Egger
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Immer mit einem Lachen: Alima Diouf und ihre beiden Zwillingstöchter Astou (links) und Diara (rechts) in ihrer Stube im Basler Gotthelf-Quartier. Die Miete kann Alima Diouf nie pünktlich bezahlen.

Immer mit einem Lachen: Alima Diouf und ihre beiden Zwillingstöchter Astou (links) und Diara (rechts) in ihrer Stube im Basler Gotthelf-Quartier. Die Miete kann Alima Diouf nie pünktlich bezahlen.

Juri Junkov

Am zehnten Tag jedes Monats wirft der Pöstler den immer gleichen Brief in Alima Dioufs Briefkasten. Darin schreibt die Postfinance: «Ihren Auftrag konnten wir nicht ausführen. Das Konto war nicht ausreichend gedeckt.» Im Leben eines Sozialfalls sind solche Schreiben Alltag.

Konkret geht es bei Alima Diouf um den Dauerauftrag für die Wohnungsmiete. 1273 Franken kostet ihre abgenutzte 3,5-Zimmer-Wohnung im Basler Gotthelf-Quartier. Die 42-jährige lebt zusammen mit ihren Töchtern Astou und Diara. Es sind Zwillinge, 17 Jahre alt. Der Vater der Kinder, auch er aus dem Senegal, ist schon vor Jahren verschwunden. Er war nicht der erste Mann in ihrem Leben.

Denn schon 1994 ist Alima Diouf in die Schweiz eingewandert, wegen der Liebe zu einem Schweizer, der sie im Senegal heiratete. Doch die Beziehung mit dem Schweizer ging bald zu Ende, Diouf fand im Frauenhaus Zuflucht und machte eine Ausbildung als Pflegerin. Daraufhin begann ein langer Kampf, um in der Schweiz bleiben zu können. Doch das ist lange her, Diouf hat damit abgeschlossen. Es ist das einzige Thema, wo Diouf fast still wird, wenn sie darüber spricht. Ihr Schweizer Ex-Mann ist nun schon seit Jahren tot. Aber den Anfang, den erzählt Frau Diouf dann doch: Damals, am 1. Dezember 1994, wartete der Schweizer am Euro-Airport auf sie, er hielt ihr einen Pullover, eine dicke Jacke und warme Stiefel bereit. Im
T-Shirt und mit Sandalen an den Füssen stieg sie aus dem Flugzeug − und sah zum ersten Mal Schnee.

Alima Diouf

Alima Diouf

Juri Junkov

Und schon lacht sie wieder, diese Frau Diouf. 22 Jahre ist das alles her. Nun spricht sie neben Wolof und Französisch auch Deutsch. Und hat sich an den Schnee gewohnt. Ihre Kinder sprechen Baseldeutsch, Basel ist ihr Heimatort: Im Dezember haben Astou und Diara Schweizer Pässe erhalten, diese roten Büchlein, die das Leben etwas unbürokratischer machen.

Alima Diouf selber hat normalerweise die Aufenthaltsbewilligung B, die sie jährlich erneuern muss. Doch zurzeit hat sie nicht mal die: Das einzige Stück Papier, das ihren Aufenthalt in der Schweiz legal macht, ist eine Bescheinigung darüber, dass das Bewilligungsverlängerungsverfahren hängig ist, befristet bis im Sommer. «Flüchtlinge haben einen legaleren Status als ich», sagt Diouf lachend. Mehrmals bewarb sie sich um eine definitive Niederlassungsbewilligung C, zuletzt im August 2014, erfolglos.

In der Absage hiess es: «Zwar konnten Sie sich vorübergehend von der finanziellen Unterstützung der Sozialhilfe ablösen, was vom Migrationsamt entsprechend honoriert wird. Jedoch sind Sie seit dem 30. Juni 2014 wieder Arbeitssuchende. Somit ist ihre finanzielle Situation nicht gesichert.»

Im Leben eines ausländischen Sozialfalls sind solche Schreiben Alltag. Diese Briefe sind ein bisschen so, als würden sie die Hand auf die Schulter legen und sagen: «Hey, danke für deinen Einsatz. Aber er reicht nicht. Melde dich wieder, wenn du dein Leben im Griff hast.»

Doch eigentlich hat Alima Diouf ihr Leben im Griff. Nur klappt es finanziell nicht, weil niemand die lebensfrohe Senegalesin anstellen will. Dabei kennt sie sich mit Zahlen aus: In der Schweiz hat sie die Ausbildung zur Kauffrau gemacht.

«Hier, ich habe alles sortiert.» Diouf kramt einen schweren grauen Ordner mit weissen und farbigen Papieren hervor. Es sind Schreiben von Behörden und Kontoauszüge der Postfinance. Von August 2014 bis November 2015 hat Diouf zuerst Arbeitslosengeld bezogen, dann Sozialhilfe. In manchen Monaten standen ihr nur 1413 Franken zur Verfügung. Zu dritt lässt sich davon nicht leben. «Ich koche häufig Milchreis», sagt Diouf.

Zum Schluss wurde das Essen knapp: Alima Diouf und ihre beiden Töchter Astou und Diara.

Zum Schluss wurde das Essen knapp: Alima Diouf und ihre beiden Töchter Astou und Diara.

Juri Junkov

Seco pfeift Syna-Kasse zurück

Ab Mai 2015 erhielt sie keine Arbeitslosengelder mehr, obwohl sie erst drei Monate später ausgesteuert gewesen wäre. Zudem zahlte die Arbeitslosenkasse der Gewerkschaft Syna, bei der sie versichert war, schon seit Beginn der Arbeitslosigkeit im Juli 2014 die Kinderzulagen nicht – obwohl Diouf Anrecht darauf hatte.

Darum schaltete Alima Diouf ihre Anwältin ein, die sie schon seit über zehn Jahren meistens kostenlos unterstützt. Die Anwältin machte mehrmals Druck, vorerst ohne Erfolg. Um trotzdem über die Runden zu kommen, erhielt Alima Diouf ab Juli 2015 Sozialhilfe, zur Überbrückung. So wurde sie unverschuldet zur Sozialhilfebezügerin, weil die Arbeitslosenkasse sie im Stich liess.

Die Syna-Arbeitslosenkasse liess weiter nichts von sich hören. Deshalb schrieb Dioufs Anwältin einen Brief nach Bern. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), die Aufsichtsbehörde der Arbeitslosenkassen, intervenierte Ende Juli bei der Syna. Das wirkte. Schon am 3. August überwies die Syna die Kinderzulagen, die sie neun Monate lang nicht gezahlt hatte. Im Oktober berichtete dann die Sozialhilfe, dass sie von der Syna die ausstehenden Arbeitslosengelder von fast 13000 Franken erhalten habe.

Weil die Sozialhilfe für die Arbeitslosenkasse einspringen musste, erhielt Alima Diouf selber nur noch jenen kleinen Rest der Arbeitslosentaggelder, der den Betrag der ausbezahlten Sozialhilfe überstieg: Das waren mühsam erkämpfte 329 Franken.

Dieser Kampf um Gelder, der letztlich nur der Sozialhilfe zugutekam und nicht Alima Diouf selbst, dieser Kampf war mit ein Grund dafür, dass Alima Diouf, die ausgebildete Kauffrau, nicht mehr von Sozialhilfe oder Arbeitslosengeldern leben will: «Man weiss nie, wie viel Geld man im nächsten Monat zur Verfügung hat.»

Kinder gehen auf Privatschule

Noch mehr störte sie, dass sie als Sozialhilfebezügerin jegliche Selbstbestimmung aufgeben musste. Das zeigte sich insbesondere am Beispiel ihrer Töchter. Sie besuchen für 690 Franken monatlich die Rudolf-Steiner-Schule. Eine Bekannte von Alima Diouf zahlte diese Kosten. Der Sozialhilfe passte das nicht: Sie verwarnte Alima Diouf und verlangte sinngemäss, dass sie ihre Kinder an eine normale Schule schickt. Wenn sie das nicht täte, würde die Sozialhilfe um ebendiese 690 Franken pro Monat gekürzt. Eine Drohung, die bei Diouf nicht gut ankam.

«Wenn es um meine Kinder geht, dann bin ich bereit, auf alles andere zu verzichten», sagt sie. «Da bin ich wie eine Löwin, deren Nachwuchs angegriffen wird.»

Sozialhilfebezüger müssen alle ihre Einnahmen angeben − um Betrug zu verhindern. Es verhindert aber auch, dass Sozialhilfebezüger mit der Zeit vom Existenzminimum wegkommen. Dieses Korsett hielt Diouf nicht mehr aus: «Ich war froh um die Unterstützung, aber die Sozialhilfe machte mich krank und wütend. Das Geld reicht nicht, ständig muss man Rechenschaft ablegen und sieht keinen Ausweg mehr, weil jeder Schritt hin zu einem Verdienst den Betrag der Sozialhilfe verringert», sagt sie. So gehe es vielen Sozialhilfebezügern.

Ein Satz: Fertig ist die Kündigung

«Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Mitarbeiter der Sozialhilfe gar kein Interesse daran haben, dass die Leute von der Sozialhilfe wegkommen. Wenn es keine Sozialhilfebezüger mehr gäbe, hätten diese Sachbearbeiter nämlich keine Arbeitsstelle mehr.»

Doch Alima Diouf kritisiert nicht nur: Sie ist konsequent. Obwohl darauf angewiesen, verzichtete sie ab November freiwillig auf die Sozialhilfegelder. «Mit diesem Schreiben kündige ich die Unterstützung der Sozialhilfe ab 30.10.2015.» Dieser Kurzbrief reichte schon.

Alima Diouf ist eine energiegeladene Frau, sagt meistens direkt, was sie denkt. Und vor allem kann sie nicht nichts tun. Zuhause rumsitzen und auf Geld warten ist nicht ihr Ding. Seit sie in der Schweiz lebt, war sie schon mehrmals arbeitslos. «Aber ich bin in dieser ganzen Zeit nie zuhause rumgesessen», sagt sie. Während sie das sagt, sitzen wir auf dem Sofa in ihrem Wohnzimmer. Ich mit dem Notizblock; Diouf legt die Wäsche ihrer Kinder zusammen.

Einer Freundin, ebenfalls Ausländerin, die von ihrem Mann geschlagen wird, rät sie immer wieder, den Mann zu verlassen, ins Frauenhaus zu gehen, das Leben in die eigene Hand zu nehmen, der Tochter das Modell einer starken Frau vorzuleben. Diouf versucht, die Freundin mit ihrem Enthusiasmus anzustecken: Rausgehen und sich selber helfen. Das ist Alima Dioufs Rezept. «Ich will anderen Mut machen, das ist mir das Wichtigste», sagt Diouf.

Als das RAV ihr vor einem Jahr ein Beschäftigungsprogramm verordnete, kam ihr das gerade recht. Von November 2014 bis März 2015 arbeitete sie auf dem Amt für Sozialbeiträge Basel-Stadt. Einen Lohn gab es nicht, das Beschäftigungsprogramm verschafft dem Amt gratis Arbeitskräfte.

In dieser Zeit begann Alima Diouf auch, frühmorgens um vier Uhr aufzustehen, um Essen vorzubereiten, das sie dann mittags im Amt für Sozialbeiträge verkaufte, um doch noch etwas zu verdienen. Dieses Geld wurde ihr dann aber vom Arbeitslosengeld abgezogen.

Der Essensverkauf funktionierte gut, aber weil die Einnahmen vom Arbeitslosengeld abgezogen wurden, blieb ihr nichts zu investieren übrig. Deshalb machte sie sich im 50-Prozent-Pensum selbständig und versuchte, mit ihrem Essenslieferdienst über die Runden zu kommen. Für das restliche Pensum erhielt sie weiterhin Arbeitslosengeld.

Dank der selbständigen Erwerbstätigkeit konnte sie sich ihre 5250 Franken Freizügigkeitsgelder aus der zweiten Säule auszahlen lassen. Mit dem Geld kaufte sie ein Auto. Damit lieferte sie das Essen aus.

Doch ihr Plan misslang: Sie verdiente weniger Geld, als sie vorher in Form von Arbeitslosentaggeldern erhielt. Im März 2015, nach nur einem Monat, gab sie die Selbständigkeit auf und war wieder vollständig arbeitslos.

Auto trotz Sozialhilfe: der Trick

Das Auto hat sie auf den Verein «Migranten helfen Migranten» zugelassen, den sie 2014 gründete und seither führt. So konnte sie weiterhin ein Auto besitzen, auch als sie dann später Sozialhilfe bezog. Meistens benutzte sie den schwarzen Rénault Éspace für diesen Verein, dem das Auto gehört.

Die Geschäftsführung des Vereins ist zusammen mit der Hilfe, die sie leistet, ein Vollzeitjob. Zum Beispiel erklärt sie Migranten die Formulare von den Ämtern oder zeigt ihnen, wie man ein Budget erstellt. Viele Migranten wissen zum Beispiel nicht, was eine Rechnung ist, weil man in ihrer Heimat alles bar bezahlt. Seit immer mehr Flüchtlinge nach Europa kommen, hat der Verein jede Woche mehr zu tun.

So ist er zu einer wichtigen Anlaufstelle geworden für Asylsuchende. Hier erhalten sie Hilfe von Migranten, die ähnliche Lebenswege hinter sich haben. Alima Diouf hat stets die passende Telefonnummer zur Hand, wenn es jemanden braucht, der zum Beispiel Arabisch oder Tigrinya spricht.

In ihrer Arbeit geht Alima Diouf völlig auf, manchmal übernachtet sie auf dem Sofa im Büro. Diouf weiss, dass sie nützliche Hilfe leistet, da die Migranten freiwillig zu ihr kommen, ganz von alleine. Doch diese Hilfe bringt kaum Geld und stand lange auf der Kippe. Denn das Dreizimmerbüro in der Nähe der Messe kostet 1400 Franken. Mehrfach musste sie den Vermieter vertrösten, weil Mietzahlungen ausstanden.

Claudia Adrario de Roche, die Präsidentin des Soup and Chill, einer Wärmestube für Randständige, versprach anfangs, die Miete langfristig zu übernehmen. Nach der Zahlung der drei Mieten von Juli bis September 2015 knüpfte sie das Geld aber plötzlich an die Bedingung, dass Diouf mit Flüchtlingen zusammen regelmässig in einem neuen gemeinsamen Projekt namens «Restaurant du Coeur» kochen kommt, gegen ein «Motivationsgeld» von drei Franken pro Stunde. Diese Einnahmen hätten sie dem Staat nicht melden dürfen, verlangte Adrario de Roche.

Diouf wusste, dass das gesetzeswidrig ist. Sie verzichtete auf diesen Deal, allein der Vorschlag empört sie noch heute. Sie hat den entsprechenden E-Mail-Verkehr aufbewahrt. Immer wieder zieht sich ein Ausdruck der Entrüstung über Dioufs Gesicht, wenn sie von Behörden, dem sozialen Basel oder von Flüchtlingen spricht, die mehr Geld erhalten als sie selber. Aber die Hoffnung überwiegt am Ende immer in ihrer Gefühlswelt.

Mit dem Verein «Migranten helfen Migranten» hatte sie Ende November einen Essensstand in der Kaserne, wo der Benefizanlass für Flüchtlinge «Get Up Off Your Butt» stattfand. Nachdem sie von den Organisatoren angefragt wurde, erklärte sie ihnen, dass der Verein selber finanzielle Probleme habe und bat darum, dass er die Einnahmen selbst behalten könne. Die Organisatoren willigten ein.

Es wurde ein Erfolg: Die verschiedenen Spezialitäten verkauften sich komplett, auch das Yassa (Poulet mit Zwiebelsauce) und das Mafé (Rindfleisch mit Erdnussbuttersauce), die beiden senegalesischen Spezialitäten von Alima Diouf. Der Verein nahm 1685 Franken ein, konnte so seine Oktobermiete bezahlen.

Mitte Dezember organisierte der Verein in seinen Büroräumlichkeiten ein eigenes Benefizkonzert, mit Auftritt vom Basler «Dafke Schejn Kwartet». Dabei kamen über 1100 Franken zusammen. Bereits im Vorfeld des Konzerts organisierte einer der Musiker 1500 Franken von einer Stiftung. So konnte der Verein die ausstehenden Büromieten für die Monate November und Dezember bezahlen. All das erzählte Diouf mit grosser Freude. Und sie selber? Ihre eigene Miete? Das geht dann schon irgendwie, meint sie.

Alima Diouf stellt nun ein Projekt nach dem anderen auf die Beine, um mehr finanzielle Unterstützung zu erhalten, darunter auch Projektgelder von den Migrationsämtern beider Basel. Im Dezember veranstaltete Diouf ein Fussballturnier für Flüchtlinge aus dem Basler Empfangs- und Verfahrenszentrum Bässlergut. Die Kosten von mehreren tausend Franken übernahm eine Riehener Kommunikationsfirma. Und nun hat «Migranten helfen Migranten» auch noch ein Geldtransfer-Unternehmen als Untermieter in der einen Büro-Ecke: So muss der Verein nur noch für 700 statt 1400 Franken Miete aufkommen.

Die Einnahmen des Vereins sind noch unbeständig, doch wenn es so weitergeht, erreicht Alima Diouf vielleicht schon bald ihr Ziel: Einen fixen Vertrag mit Privatgönnern oder einer Stiftung, der die langfristige Finanzierung des Vereins sicherstellt. Und irgendwann würde sie sich für ihren Vollzeitjob als Geschäftsführerin gerne einen Lohn auszahlen, von dem sie leben kann. Doch bis dahin dauert es noch lange.

Und so weiss Alima Diouf vorerst nicht, wie sie ihre eigene Wohnungsmiete bezahlen will. Zwei Monate ist sie im Rückstand. Der Vermieter, eine alte Basler Zunft, war bisher geduldig. Das Geld kam zwar immer zu spät, aber es kam.

Ihr Auto hat Alima Diouf lange nicht mehr benutzt. Über zwei Monate stand es zuletzt mit kaputten Reifen in der Quartierstrasse. Diouf hatte kein Geld für die Reparatur. Immer wenn ihr Verein Geld erhält, fliesst ein Teil davon in Dioufs finanzielle Löcher. Sie darf das, weil sie selber zu Beginn dem Verein Geld bevorschusste. Aber die Löcher kommen immer von neuem.

«Mit den Kindern geht das nicht»

Am zehnten Tag des Monats wirft der Pöstler keinen Brief von der Bank mehr in Dioufs Briefkasten. Die Postfinance hat den Dauerauftrag von sich aus gekündigt, weil er nie hatte ausgeführt werden können. Im Leben eines Sozialfalls ist das Alltag.

Ende Februar hat sich Alima Diouf wieder für die Sozialhilfe angemeldet. «Alle Handys sind gesperrt und mit dem Essen wurde es knapp. Alleine hätte ich es durchgezogen, aber mit den Kindern geht das nicht.»

Der Autor hat in den letzen zwei Jahren die Schweizer Journalistenschule MAZ in Luzern absolviert. Dieser Text ist eine gekürzte Version seiner Diplomarbeit.